'''Schwencke''' (auch ''Schwenke'', ''Schwenken'' o. ä.) ist der Name eines erloschenen Westfalen|westfälisch-Niedersachsen|niedersächsischen Adelsgeschlechts.
== Geschichte ==
Das Geschlecht (Genealogie)|Geschlecht hatte seinen Stammsitz auf der Fresenburg im ehemals Münster|münsterschen Emsland, dem Niederstift Münster, wo es Burgmann|Burgmänner stellte.Spießen (1901–1903), S. 117. Dort zu Fresenburg saß es mit Ritter Eberhard von Schwencke schon 1276 und dessen Nachkommen noch 1609.Ledebur (1856), S. 427.Kneschke (1868), S. 407. Dieser Ritter Eberhard von Schwencke war 1308 Drost der Stiftsburg Freseburg. Seine Söhne, die Schildknappe|Knappen Eberhard, Hermann und Johann von Schwencke, wurden 1303 vom Münsteraner Bischof Otto III. von Rietberg († 1308) im Rahmen eines Ministerialentausches dem Stift Corvey|Corveyer Abt Heinrich von Homburg († 1306) überlassen. Hermann von Schwencke und dessen Nachkommen gelangten im weiteren Zeitverlauf zu umfangreichen Besitz im Niederstift. Hermann wurde 1350 vom Osnabrücker Bischof Johann II. Hut († 1366) mit dem Zehnten zu Apeldorn und Borken Lehen|belehnt. Johann von Schwencke, Sohn oder Enkel von Hermann, erhielt 1402 die Freiheit Holte (Bissendorf)|Holte und einen Zehnten zu Düthe (Fresenburg)|Düthe. Von Corvey hatte die Familie Güter in Lathen und Werlte inkl. zugehörigen Abtsleuten zu Lehen. 1422 waren Otto von Schwencke, Propst des Klosters Kemnade, ferner Johanns Sohn Hermann von Schwencke und ein Eberhard von Schwencke unter den Zeugen einer Urkunde, mit der der Pfarrer von Lathen den Wiederaufbau der Burgkapelle auf der Fresenburg erlaubte. 1469 wird Hermann ausdrücklich als „Hermann von Schwencke zu Düthe“ bezeichnet, wobei Düthe wohl mit der Fresenburg gleichzusetzen ist. Als Hermann von Schwencke zusammen mit Evert Kobrinck|von Kobrinck versuchte Corveyer Vogtleute auf ihren Lehen zu Eigenhörigen zu machen, musste der corveyische Amtmann Wilke von Klenke den Bischof von Münster bitten, die Vogtleute vor den Bedrückungen zu schützen. Diese Streit mit Stift und den Vogtleuten reichte bis in das 17. Jahrhundert. Von Hermanns Söhnen erhielt Arndt von Schwencke 1458 die Freiheit Holte als Lehen, er und sein Bruder Johann erhielten 1470 die Lehen Lathen und Werlte. Die 1495 in den Landtagslisten erscheinenden Hermann und Balthasar von Schwencke waren wohl Arndts Söhne. Von Hermann stammte Oltmann von Schwencke († 1556), der 1509 als Markherr der Tinner Mark erwähnt und 1541 zum Landtag eingeladen wurde. Er hinterließ zwei unmündige Söhnte Oltmann und Jaspar von Schwencke. Letzerer heiratete Mette von Barnefür. Mit dessen Sohn Jasper von Schwencke starb dieser Familienzweig aus.Bruch (1988), S. 8 f.
Oltmann von Schwencke vererbte seinen Besitz an seinen mit Petronella von Offeler verheirateten Sohn Arndt von Schwencke († 1618), der als Besitzer der Fresenburg 1591 bis 1618 zum Landtag eingeladen wurde. Er war münsterischer Drost zu Meppen und adeliger Richter im Emsland. Arnold hatte zwei Söhne, den Herzogtum Holstein|herzoglich-holsteinischen Hofmeister Johann von Schwencke und der Cloppenburger Drost Oltmann von Schwencke, der bis 1626 in den Landtagslisten erscheint. Auf ihn folgte dessen Sohn Anton Günther von Schwencke († um 1678), der mit Adelheid Margarethe Nagel (westfälisches Adelsgeschlecht)|von Nagel zu Königsbrück verheiratet war. Die Eheleute hatten einen Sohn, Oltmann Hermann Adam von Schwencke, und eine Tochter, Marie Elisabeth Anna von Schwencke, die Adam Langen (westfälische Adelsgeschlechter)#Langen („mit der Schafschere“)|von Langen zu Westkreyenborg ehelichte. Mit Oltmann Hermann Adam von Schwencke, münsterischer Oberstleutnant, starb das Geschlecht um 1719 im Mannesstamm aus. Seine einzige Tochter Maria Adrienne Georgine von Schwencke, die 1722 die Ehefrau des Heinrich Engelbert Hermann von Langen-Sögeln war, war die letzte Geborene von Schwencke. Sie brachte die Güter Fresenburg und Holte an die Familie Langen.
== Wappen ==
Blasonierung: Teilung (Heraldik)|Geteilt. Oben in Gold ein schreitender roter Löwe (Wappentier)|Löwe, unten ein blau-silbernes Feh (Heraldik)|Schuppenfeh. Auf dem Helm (Heraldik)|Helm mit rot-goldenen Helmdecken ein roter wachsender Löwe zwischen einem offenen Flug (Heraldik)|Flug, der rechte Flügel golden, der linke rot.
Das Pelzwerk findet sich schon auf einem Siegel von 1387. Ein Siegel von 1304 zeigt dagegen unten drei Pfahl (Heraldik)|Pfähle mit Pelzwerk.
== Literatur ==
* Rudolf vom Bruch: ''Die Rittersitze des Emslandes'', Münster 1988, S. 8 f., 105 f. und 112 f.
* Ernst Heinrich Kneschke: ''Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon'', Band 8: ''Saackhen, Wailckhl v. Saackhen – Steinhauer zu Bulgarn''. Leipzig 1868, S. 407 ([https://books.google.de/books?id=GNkEAAAAIAAJ&pg=PA407 Google Bücher]).
* Leopold von Ledebur (Historiker)|Leopold von Ledebur: ''Adelslexicon der Preußischen Monarchie''. Band 2: ''L–S'', Berlin 1856, S. 427 ([https://www.digitale-sammlungen.de/de/v ... 9?page=435 digitale-sammlungen.de]).
* Johann Siebmacher: ''Johann Siebmachers allgemeines großes und vollständiges Wappenbuch'', 1. Teil, 12. Ausgabe, Nürnberg 1772, Tfl. 188 (siehe ''v. Schwemke'') ([https://gdz.sub.uni-goettingen.de/id/PP ... B218%5D%7D uni-goettingen.de]).
* Max von Spießen: ''Wappenbuch des Westfälischen Adels'', mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 117 ([https://digital.ulb.hhu.de/ihd/content/pageview/8330441 hhu.de]); Band 2, Görlitz 1903, Tfl. 293 ([https://digital.ulb.hhu.de/ihd/content/pageview/8365816 hhu.de]).
[h4] '''Schwencke''' (auch ''Schwenke'', ''Schwenken'' o. ä.) ist der Name eines erloschenen Westfalen|westfälisch-Niedersachsen|niedersächsischen Adelsgeschlechts.
== Geschichte == Das Geschlecht (Genealogie)|Geschlecht hatte seinen Stammsitz auf der Fresenburg im ehemals Münster|münsterschen Emsland, dem Niederstift Münster, wo es Burgmann|Burgmänner stellte.Spießen (1901–1903), S. 117. Dort zu Fresenburg saß es mit Ritter Eberhard von Schwencke schon 1276 und dessen Nachkommen noch 1609.Ledebur (1856), S. 427.Kneschke (1868), S. 407. Dieser Ritter Eberhard von Schwencke war 1308 Drost der Stiftsburg Freseburg. Seine Söhne, die Schildknappe|Knappen Eberhard, Hermann und Johann von Schwencke, wurden 1303 vom Münsteraner Bischof Otto III. von Rietberg († 1308) im Rahmen eines Ministerialentausches dem Stift Corvey|Corveyer Abt Heinrich von Homburg († 1306) überlassen. Hermann von Schwencke und dessen Nachkommen gelangten im weiteren Zeitverlauf zu umfangreichen Besitz im Niederstift. Hermann wurde 1350 vom Osnabrücker Bischof Johann II. Hut († 1366) mit dem Zehnten zu Apeldorn und Borken Lehen|belehnt. Johann von Schwencke, Sohn oder Enkel von Hermann, erhielt 1402 die Freiheit Holte (Bissendorf)|Holte und einen Zehnten zu Düthe (Fresenburg)|Düthe. Von Corvey hatte die Familie Güter in Lathen und Werlte inkl. zugehörigen Abtsleuten zu Lehen. 1422 waren Otto von Schwencke, Propst des Klosters Kemnade, ferner Johanns Sohn Hermann von Schwencke und ein Eberhard von Schwencke unter den Zeugen einer Urkunde, mit der der Pfarrer von Lathen den Wiederaufbau der Burgkapelle auf der Fresenburg erlaubte. 1469 wird Hermann ausdrücklich als „Hermann von Schwencke zu Düthe“ bezeichnet, wobei Düthe wohl mit der Fresenburg gleichzusetzen ist. Als Hermann von Schwencke [url=viewtopic.php?t=19406]zusammen[/url] mit Evert Kobrinck|von Kobrinck versuchte Corveyer Vogtleute auf ihren Lehen zu Eigenhörigen zu machen, musste der corveyische Amtmann Wilke von Klenke den Bischof von Münster bitten, die Vogtleute vor den Bedrückungen zu schützen. Diese Streit mit Stift und den Vogtleuten reichte bis in das 17. Jahrhundert. Von Hermanns Söhnen erhielt Arndt von Schwencke 1458 die Freiheit Holte als Lehen, er und sein Bruder Johann erhielten 1470 die Lehen Lathen und Werlte. Die 1495 in den Landtagslisten erscheinenden Hermann und Balthasar von Schwencke waren wohl Arndts Söhne. Von Hermann stammte Oltmann von Schwencke († 1556), der 1509 als Markherr der Tinner Mark erwähnt und 1541 zum Landtag eingeladen wurde. Er hinterließ zwei unmündige Söhnte Oltmann und Jaspar von Schwencke. Letzerer heiratete Mette von Barnefür. Mit dessen Sohn Jasper von Schwencke starb dieser Familienzweig aus.Bruch (1988), S. 8 f.
Oltmann von Schwencke vererbte seinen Besitz an seinen mit Petronella von Offeler verheirateten Sohn Arndt von Schwencke († 1618), der als Besitzer der Fresenburg 1591 bis 1618 zum Landtag eingeladen wurde. Er war münsterischer Drost zu Meppen und adeliger Richter im Emsland. Arnold hatte zwei Söhne, den Herzogtum Holstein|herzoglich-holsteinischen Hofmeister Johann von Schwencke und der Cloppenburger Drost Oltmann von Schwencke, der bis 1626 in den Landtagslisten erscheint. Auf ihn folgte dessen Sohn Anton Günther von Schwencke († um 1678), der mit Adelheid Margarethe Nagel (westfälisches Adelsgeschlecht)|von Nagel zu Königsbrück verheiratet war. Die Eheleute hatten einen Sohn, Oltmann Hermann Adam von Schwencke, und eine Tochter, Marie Elisabeth Anna von Schwencke, die Adam Langen (westfälische Adelsgeschlechter)#Langen („mit der Schafschere“)|von Langen zu Westkreyenborg ehelichte. Mit Oltmann Hermann Adam von Schwencke, münsterischer Oberstleutnant, starb das Geschlecht um 1719 im Mannesstamm aus. Seine einzige Tochter Maria Adrienne Georgine von Schwencke, die 1722 die Ehefrau des Heinrich Engelbert Hermann von Langen-Sögeln war, war die letzte Geborene von Schwencke. Sie brachte die Güter Fresenburg und Holte an die Familie Langen.
== Wappen == Blasonierung: Teilung (Heraldik)|Geteilt. Oben in Gold ein schreitender roter Löwe (Wappentier)|Löwe, unten ein blau-silbernes Feh (Heraldik)|Schuppenfeh. Auf dem Helm (Heraldik)|Helm mit rot-goldenen Helmdecken ein roter wachsender Löwe zwischen einem offenen Flug (Heraldik)|Flug, der rechte Flügel golden, der linke rot.
Das Pelzwerk findet sich schon auf einem Siegel von 1387. Ein Siegel von 1304 zeigt dagegen unten drei Pfahl (Heraldik)|Pfähle mit Pelzwerk.
== Literatur == * Rudolf vom Bruch: ''Die Rittersitze des Emslandes'', Münster 1988, S. 8 f., 105 f. und 112 f. * Ernst Heinrich Kneschke: ''Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon'', Band 8: ''Saackhen, Wailckhl v. Saackhen – Steinhauer zu Bulgarn''. Leipzig 1868, S. 407 ([https://books.google.de/books?id=GNkEAAAAIAAJ&pg=PA407 Google Bücher]). * Leopold von Ledebur (Historiker)|Leopold von Ledebur: ''Adelslexicon der Preußischen Monarchie''. Band 2: ''L–S'', Berlin 1856, S. 427 ([https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb10428749?page=435 digitale-sammlungen.de]). * Johann Siebmacher: ''Johann Siebmachers allgemeines großes und vollständiges Wappenbuch'', 1. Teil, 12. Ausgabe, Nürnberg 1772, Tfl. 188 (siehe ''v. Schwemke'') ([https://gdz.sub.uni-goettingen.de/id/PPN871020912?tify=%7B%22pages%22:%5B218%5D%7D uni-goettingen.de]). * Max von Spießen: ''Wappenbuch des Westfälischen Adels'', mit Wappengrafiken von Adolf Matthias Hildebrandt, Band 1, Görlitz 1901–1903, S. 117 ([https://digital.ulb.hhu.de/ihd/content/pageview/8330441 hhu.de]); Band 2, Görlitz 1903, Tfl. 293 ([https://digital.ulb.hhu.de/ihd/content/pageview/8365816 hhu.de]).
'''Hallermund''' (auch ''Hallermundt'', ''Hallermunt'' o. ä.) ist der Name eines erloschenen Niedersachsen|niedersächsischen Grafengeschlechts, einer Seitenlinie der Kevernburg...
'''Haver''' (auch ''Hauer'', in der Linie Nierhoven auch ''Haver genannt Wintersoel'') ist der Name eines erloschenen Westfalen|westfälischen Adelsgeschlechts.