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'''Hladké Životice''' (deutsch ''Seitendorf (bei Fulnek)'', auch ''Seitendorf bei Zauchtl'') ist eine Gemeinde in Tschechien. Sie liegt elf Kilometer nordwestlich von Nový Jičín (''Neutitschein'') und gehört zum Okres Nový Jičín.

== Geographie ==
Der als Hufendorf angelegte Ort erstreckt sich auf vier Kilometer in der Mährische Pforte|Mährischen Pforte beiderseits des Husí potok (''Gansbach''), dem im Oberdorf der Kostelecký potok zufließt. Die Gemarkung reicht im Südosten bis an die Mündung der Jičínka (''Titsch'') in die Oder und östlich - im Naturreservat Bartošovický luh - bis auf das rechte Oderufer. Westlich erheben sich der Životický vrch (''Seitendorfer Berg'', 284 m n.m.) und der Stachovický vrch (369 m n.m.). Das Oberdorf von Hladké Životice wird von der Dálnice 1|Autobahn D 1 und das Mitteldorf von der Silnice I/57|Staatsstraße I/57 durchschnitten; beide Straßen kreuzen sich am nördlichen Ortsrand an der Autobahnabfahrt 330. Hladké Životice liegt an zwei Eisenbahnstrecken. Östlich des Dorfes führt entlang der Oder die Bahnstrecke Břeclav–Petrovice u Karviné|Hauptbahn Břeclav–Petrovice u Karviné vorbei, der Bahnhof ''Hladké Životice'' liegt in der Siedlung Velký Rybník. An der südlichen Peripherie verläuft die Bahnstrecke Suchdol nad Odrou–Fulnek|Regionalbahn Suchdol nad Odrou–Fulnek mit dem Haltepunkt ''Hladké Životice místní nádraží''. Dahinter befindet sich auf dem zu Hladké Životice gehörenden Životický vrch das über zwei 400-kV-Hochspannungsfreileitungen mit den Umspannwerken Nošovice und Horní Životice verbundene Umspannwerk Kletné. Die östlich der Hauptbahnstrecke gelegenen Gemeindefluren sind Teil des Landschaftsschutzgebietes Poodří.

Nachbarorte sind Kujavy (''Klantendorf'') im Norden, Pustějov (''Petrowitz'') im Nordosten, Velký Rybník (''Großenteich'') und Bartošovice (''Partschendorf'') im Osten, Hukovice (''Hausdorf'') im Südosten, Kunín (''Kunewald'') und Suchdol nad Odrou (''Zauchtel'') im Süden, Kletné (''Kletten'') im Südwesten, Jestřabí (Fulnek)|Jestřabí (''Jastersdorf'') im Westen sowie Stachovice (''Stachenwald''), Děrné (''Tyrn'') und Kostelec (Fulnek)|Kostelec (''Hochkirchen'') im Nordwesten.

== Geschichte ==
Das Gemeindegebiet war bereits in der Altsteinzeit besiedelt, später führte eine Route der Bernsteinstraße durch die Mährische Pforte.

Das Ortsbild mit Hufenflur, Dreiseithof|Dreiseithöfen und einigen Vierseithof|Vierseithöfen lässt darauf schließen, dass das Dorf während der deutschen Kolonisation im 13. Jahrhundert angelegt wurde. Die erste schriftliche Erwähnung des zur Herrschaft Fulnek gehörigen Dorfes ''Sibottendorf'' erfolgte 1324; Besitzer waren zu dieser Zeit die Krawarn (Adelsgeschlecht)|Hedrren von Krawarn. Im Zuge der Erbteilung zwischen den Brüdern Johann und Drslaw von Krawarn fiel ''Sibotinis villa'' 1337 zusammen mit der Herrschaft Fulnek dem letztgenannten zu. Eine Pfarrei ist seit 1337 nachweislich. 1398 erbte Wok (IV.) von Krawarn auf Burg Starý Jičín|Titschein, Bartošovice|Partschendorf und Burg Štramberk|Stramberg die Herrschaft Fulnek mit den zugehörigen Dörfern, darunter auch ''Seibotindorf''. In Folge einer weiteren Erbteilung fielen die Herrschaften Burg Helfštýn|Helfenstein und Fulnek (mit den Dörfern Clemenzdorf, ''Seybotyndorf'', Suchdol nad Odrou|Zauchenthal und Kletné|Klettna) Ladislav von Krawarn zu, der 1437 von Agnes von Sternberg, einer Tochter des Troppauer Herzogs Přemysl I. (Troppau)|Přemysl I., beerbt wurde.Gregor Wolny: ''Die Markgrafschaft Mähren, topographisch, statistisch und historisch geschildert''. Band 1: ''Prerauer Kreis'', Brünn 1835, S. 120-121 Der Herzogtum Troppau|Troppauer Herzog Viktorin (Münsterberg und Troppau)|Viktorin veräußerte 1475 die Herrschaft Fulnek an Johann von Zierotin, der sie 1480 in der Olmützer Landtafel einlegen ließ; damit gelangte auch ''Žiboticze'' an Mähren.

Im Laufe der Zeit waren verschiedene Namensformen des Ortsnamens gebräuchlich: ''Žibotice'', ''Zibotice'' (ab 1435), ''Seybotendorf'' (ab 1485), ''Schlicht Seitendorf'', ''Schlecht Seitendorf'' (ab 1551), ''Životice'' (ab 1585), ''Hladké Žibotice'', ''Hladké Zivotice'' (ab 1610), ''Seittendorf'' (ab 1637), ''Seitendorf bei Fulnek'' (ab 1655) sowie ''Schlacht Seitendorf'' (1660).[https://www.archives.cz/web/DA_resource ... Moravy.pdf Adolf Turek s kolektivem: ''Místopisný rejstřík obcí českého Slezska a severní Moravy''] Zemský archiv v Opavě, Opava 2004. S. 170

Ab 1517 hielt die Reformation in ''Seitendorf'' Einzug. Das erste Grundbuch wurde 1568 angelegt; zu dieser Zeit bestand das Dorf aus 51 Bauern, drei Häuslern zwei Mühlen. Seit 1588 bestand ein Bethaus der Mährische Brüder|Mährischen Brüder, in dem auch unterrichtet wurde. Zwischen 1590 und 1620 war die katholische Pfarrstelle unbesetzt, da die meisten Bewohner zu den Mährischen Brüdern übergetreten waren; später erlosch sie ganz. In den Jahren 1618-1621 predigte der Pfarrer der Fulneker Brüdergemeinde Johann Amos Comenius auch in ''Seitendorf''. Die ersten Kirchenbuch|Kirchenbücher wurden 1636 in Kujavy|Klantendorf geführt. Im Jahre 1676 bestand das Dorf aus drei Meierhöfen, neun großen, 20 mittleren, 14 kleinen und vier kleineren Bauerngründen, vier Gärtnern sowie drei Häuslern. Anstelle der alten Holzkirche wurde 1686 ein steinerner Kirchenbau angelegt. 1784 stiftete der Religionsfonds eine Filialkirche|Lokalie in ''Seitendorf''. Das erste Schulhaus entstand 1794.

Im Jahre 1834 bestand das im Prerauer Kreis an der Handelsstraße nach Nový Jičín|Neutitschein gelegene Dorf ''Seitendorf'' bzw. ''Ziwotice'' aus 123 Häusern, in denen 794 deutschsprachige Personen lebten. Haupterwerbsquelle war die Landwirtschaft. Unter dem Patronat des Religionsfonds standen die Niklaskirche und die Trivialschule. Im Ort gab es zudem drei gut eingerichtete herrschaftliche Meierhof|Meierhöfe (Neuhof, Großer Hof, Karlshof), eine herrschaftliche Branntweinbrennerei, eine Beschälstation, zwei Mahlmühlen, eine Farbholzschneiderei, eine Tuchwalke, eine Ölpresse und eine Graupenstampfe. Pfarrort war Klantendorf.Gregor Wolny: ''Die Markgrafschaft Mähren, topographisch, statistisch und historisch geschildert''. Band 1: ''Prerauer Kreis'', Brünn 1835, S. 136 Im Jahre 1847 erhielt ''Seitendorf'' einen Bahnhof an der Kaiser Ferdinands-Nordbahn. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts blieb ''Seitendorf'' der Allodialherrschaft Fulnek untertänig.

Nach der Aufhebung der Patrimonialherrschaften bildete ''Seitendorf (b. Fulnek)'' / ''Životice'' ab 1849 eine Gemeinde im Gerichtsbezirk Fulnek. Der Neuteich und der Stegeteich in den Oderauen wurden 1862 trockengelegt. Das alte Schulgebäude wurde 1865 abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt. Ab 1869 gehörte ''Seitendorf (b. Fulnek)'' / ''Životice'' zum Bezirk Neutitschein. Zu dieser Zeit hatte das Dorf 934 Einwohner und bestand aus 136 Häusern. Mit der Inbetriebnahme der Bahnstrecke Suchdol nad Odrou–Fulnek|Lokalbahn Zauchtel–Fulnek erhielt ''Seitendorf (b. Fulnek)'' 1891 auch an dieser Bahnstrecke eine Haltestelle. Im Jahre 1900 lebten in ''Seitendorf (b. Fulnek)'' 895 Personen; 1910 waren es 1018. Zwischen 1905 und 1906 wurde ein neues Schulgebäude errichtet. Neben der Kirche wurde 1910 ein Denkmal für den Ehrenbürger Heinrich Irmler und zwei Jahre später noch ein weiteres für den Bauernbefreier Hans Kudlich (Politiker, 1823)|Hans Kudlich errichtet. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde ''Seitendorf (b. Fulnek)'' 1918 Teil der neugegründeten Tschechoslowakei. In dieser Zeit begann der Zuzug von Tschechen. Zusätzlich zur deutschsprachigen Volksschule wurde am 1. Mai 1920 in der Alten Schule (Haus Nr. 114) eine einklassige tschechische Minderheitenschule eröffnet. Beim Zensus von 1921 lebten in den 141 Häusern der Gemeinde 1019 Menschen, darunter 837 Deutsche, 151 Tschechen und ein Jude.[http://www.zanikleobce.cz/chytil.php?menu=15&chs=1481 Chytilův místopis ČSR, 2. aktualisierte Ausgabe, 1929, S. 1481 Životice - Žleb Pasecký] 1921 wurde im Ortszentrum ein Kriegerdenkmal enthüllt. Der tschechische Ortsname wurde 1924 in ''Hladké Životice'' geändert. Auf den ehemaligen Teichstätten hinter dem Bahnhof wurde 1927 die tschechische Kolonie ''Velký Rybník'' angelegt. Im Jahre 1930 bestand ''Seitendorf (b. Fulnek)'' aus 176 Häusern und hatte 1107 Einwohner. Zwischen 1932 und 1934 erfolgte der Bau einer neuen tschechischen Schule. Ab 1933 wurde die Alte Schule als deutscher Kindergarten genutzt. 1934 wurde ''Seitendorf bei Zauchtl'' als deutscher Gemeindename eingeführt. Nach dem Münchner Abkommen wurde die Gemeinde im Herbst 1938 dem Deutsches Reich 1933 bis 1945|Deutschen Reich zugeschlagen. Danach gehörte die Gemeinde, die wieder den Namen ''Seitendorf (bei Fulnek)'' erhielt, bis 1945 zum Landkreis Neu Titschein. 1939 hatte die Gemeinde 1129 Einwohner.
== Gemeindesgliederung ==
Für die Gemeinde Hladké Životice sind keine Ortsteile ausgewiesen. Grundsiedlungseinheiten sind Hladké Životice (''Seitendorf'') und Na Rybníkách.

Das Gemeindegebiet bildet einen Katastralbezirk.

== Sehenswürdigkeiten ==
* Kirche des hl. Nikolaus, errichtet 1686 anstelle eines hölzernen Vorgängerbaus. Der Turm wurde 1870 erhöht.
* Pfarrhaus
* Michelkapelle (''Michelova kaple'') in der Hofmauer des Gehöfts Nr. 24
* Kapelle des hl. Florian, neben dem Haus Nr. 99 im Oberdorf
* Steinernes Kreuz, vor der Kirche
* Gedenkstein für die Opfer des Zweiten Weltkrieges, neben der Kirche, er wurde 1921 als Kriegerdenkmal enthüllt und nach dem Zweiten Weltkrieg umgestaltet.
* Gedenkstein für Heinrich Irmler (Tischler)|Heinrich Irmler, enthüllt 1910, neben der Kirche
* Bahnhof Hladké Životice, Kulturdenkmal
* Historische Gehöfte Nr. 3, 4, 9, 11, 14, 24, 26, 40 , 49, 85, 90, 99 und 222
* Naturreservat Bartošovický luh, östlich der Oder auf den Gemarkungen Bartošovice und Hladké Životice

== Söhne und Töchter der Gemeinde ==
* Heinrich Irmler (Tischler)|Heinrich Irmler (1839-1914), österreichischer Möbeltischler und Ehrenbürger der Gemeinde
* Ferdinand Liewehr (1896-1985), deutscher Slawist

== Literatur ==
* Historický lexikon obcí České republiky 1869–2005|Historický lexikon obcí České republiky 1869–2011, [https://www.czso.cz/csu/czso/iii-pocet- ... -2011_2015 Teil 3: Počet obyvatel a domů podle krajů, okresů, obcí, částí obcí a historických osad / lokalit] – Okres Nový Jičín.

* [https://www.hladkezivotice.cz/zivot-v-obci/historie/ Geschichte von Hladké Životice]
* [https://www.kuhlaendchen.de/media/bilde ... endorf.pdf Seitendorf bei Fulnek auf kuhlaendchen.de]
* [https://vdp.cuzk.cz/vdp/ruian/obce/569666 Hladké Životice im Registr územní identifikace, adres a nemovitostí (RÚIAN)]



Kategorie:Ort an der Oder

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