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Therese Humbert
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'''Thérèse Humbert''', geboren als Marie-Thérèse Daurignac oder d’Aurignac
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[h4] '''Thérèse Humbert''', geboren als Marie-Thérèse Daurignac oder d’Aurignac
== Anfänge ==
Marie-Thérèse Daurignac wurde als drittes von sieben Kindern einer Bauernfamilie in Aussonne geboren. Ihr Vater, Guillaume, war ein Findelkind und wurde erst spät von seiner Mutter, Jeanne Daurignac, anerkannt. Er heiratete eine 25 Jahre jüngere Frau, Rose-Lucie Capella, die spätere Mutter von Marie-Thérèse.
Eine bescheidene Erbschaft des Vaters ermöglichte es ihnen, einen alten Hof in Aussonne zu kaufen. Um das fehlende Geld aufzutreiben und leichter einen Kredit zu bekommen, erfand Guillaume Daurignac die Geschichte einer angeblichen ausstehenden Erbschaft. Rose-Lucie kaufte ein Wäschegeschäft, indem sie eine Hypothek auf den Bauernhof aufnahm. Das Geschäft schien zu florieren, aber sie starb 1871, was die Familie in eine noch schwierigere Lage brachte. Dies veranlasste Marie-Thérèse, die Geschicke der Familie selbst in die Hand zu nehmen.Chavagneux 2020, Kapitel 3
== Heirat ==
Marie-Thérèse zeigte schon als Jugendliche eine Vorliebe für Täuschungsmanöver. Sie überredete ihre Freundinnen, ihren Schmuck zusammenzulegen, um ihre Verehrer abwechselnd glauben zu lassen, sie seien reich. Es gelang ihr, 1878 in Beauzelle Frédéric Humbert
== Crawford-Erbschaft ==
1879 behauptete sie, einen Teil des Erbes des amerikanischen Millionärs Robert Henry Crawford erhalten zu haben, weil sie ihm nach einem Herzinfarkt in einem Zug zu Hilfe gekommen sei. Um ihrer Behauptung Nachdruck zu verleihen, inszenierte sie einen echten Prozess mit falschen Prozessgegnern, Crawfords „Neffen“, die ihr das „Erbe streitig“ machten. Anschließend unterzeichnete sie mit den „Neffen“, die in Wirklichkeit ihre Brüder waren, eine Vereinbarung über die Aufteilung des Erbes, die diese jedoch nicht einhielten. Sie begann einen Prozess gegen die "Neffen", den sie gewann, und nutzte die aufeinanderfolgenden Urteile bis hin zum Kassationshof (Frankreich)|Kassationshof, um die Existenz des „Erbes“ zu beweisen.
Der Anwalt Frédéric Humbert verteidigte das Geschäft sehr geschickt. Von nun an erhielten die Humberts riesige Kredite, wobei sie das angebliche Erbe als Sicherheit verwendeten. Sie zogen nach Paris in die Avenue de la Grande-Armée und kauften das Château des Vives Eaux in Vosves (Gemeinde Dammarie-les-Lys). Als die Kreditgeber auf die Rückzahlung drängten, liehen sie sich Geld von neuen Personen. Diese Form des Schneeballsystems wurde später als Charles Ponzi#Ponzi scheme|Ponzi-System beschrieben.Di Folco 2012, S. 45–54, 189
Der Betrug dauerte etwa 20 Jahre, bis ein Richter auf Drängen eines Gläubigers den Safe öffnen ließ, in dem sich die Dokumente zum Nachweis der Erbschaft befanden. Der Tresor enthielt nur einen Ziegelstein und eine Penny (Münze)|Penny-Münze. Der Skandal erschütterte die französische Finanzwelt und Tausende kleinerer Gläubiger und Anleger waren ruiniert. Auch die Familie des Malers Henri Matisse wurde als Beschuldigte in den Skandal verwickelt.Spurling 2005, S. 33
Die Humberts waren bereits außer Landes geflohen, wurden aber im [url=viewtopic.php?t=2069]Dezember[/url] 1902 in Madrid verhaftet. Thérèse Humbert, die u. a. von Fernand Labori verteidigt wurde, kam vor Gericht und wurde ebenso wie ihr Mann Frédéric zu fünf Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Ihre beiden Brüder, die sich als Neffen der Crawfords ausgegeben hatten, wurden zu zwei bzw. drei Jahren Gefängnis verurteilt.
== Mutmaßungen über die späten Jahre ==
In der Wochenzeitschrift ''Détective'' vom 1. Mai 1930 wurde in einem Artikel die Geschichte des Betrugs beschrieben. Der Titel des Artikels lautete „Zwanzig Jahre Illusionismus“. Unterzeichnet ist der Artikel von Jean France
Laut der Volkszählung von 1936 lebte Thérèse Humbert immer noch in Paris, im 17. Arrondissement (Paris)|17. Arrondissement, am Boulevard des Batignolles 4
Im Mai 1939 geriet sie erneut in die Schlagzeilen, weil sie diesmal wirklich erbte, allerdings von ihrem Bruder, der als Witwer ohne Kinder gestorben war. Die Journalisten berichteten, dass sie nicht mehr in Paris, sondern in der Rue des Chasses 19 in Clichy lebte.
== Nachleben in der Kultur ==
Thérèse Humbert erlangte durch die zahlreichen Presseartikel über den Fall große Berühmtheit und wurde lange Zeit als „die große Thérèse“ bezeichnet. Dieser Begriff und die Formulierung der „größte Betrug des Jahrhunderts“ wurden von der Presse nach der Erklärung des Politikers Pierre Waldeck-Rousseau, Kabinett Waldeck-Rousseau|Präsident des Ministerrates, bei Bekanntwerden der Affäre und des damit verbundenen Skandals ausführlich aufgegriffen.Chauvaud 2009, S. 213–228
Unter anderem beschäftigten Karikaturen und Artikel die französische und internationale Presse zur Zeit des Prozesses: Am 8. August 1903 widmete die satirische Zeitung ''L’Assiette au beurre'' eine ganze Nummer dem Prozess der Humberts.
In der im Rahmen des Arsène Lupin|Arsène-Lupin-Erzählbandes ''Arsène Lupin, gentleman-cambrioleur'' veröffentlichten Kurzgeschichte ''Le Coffre-fort de madame Imbert'' von Maurice Leblanc gelingt es der Titelheldin, für die unverkennbar Thérèse Humbert Pate stand, Lupin auszutricksen: „Es war das einzige Mal, dass ich in meinem Leben reingelegt wurde. Aber verdammt, ich bin dieses Mal wirklich überfahren worden, und zwar sauber“.s:fr:Arsène Lupin gentleman-cambrioleur/Le coffre-fort de Madame Imbert
Noëlle Loriot
Dieter Kühn (Schriftsteller)|Dieter Kühn widmete Humbert in seiner Geschichte der Marthe Hanau ein Kapitel.
== Literatur ==
;Im Text verwendet
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== Anmerkungen ==
Kategorie:Betrüger
Kategorie:Franzose
Kategorie:Geboren 1855
Kategorie:Frau
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Therese Oulton
by Anonymous » » in Artikelentwürfe''' Thérèse Oulton''' (* 19. April 1953 in Shrewsbury, Shropshire, England) ist eine britische Malerin und Grafikerin. Sie wurde 1987 als eine von zwei Frauen für den Turner Prize nominiert.
== Leben... - 0 Replies
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