[phpBB Debug] PHP Warning: in file [ROOT]/ext/kinerity/bestanswer/event/main_listener.php on line 514: Undefined array key "poster_answers" Jan Kvacala - Deutsches Wikipedia-Forum
'''Ján Radomil Kvačala''' (* 3. Februar 1862 in Bački Petrovac|Batschki Peterwatz; † 9. Juni 1934 in Wien) war ein Slowakei|slowakischer Evangelisch-lutherische Kirchen|evangelisch-lutherischer Theologe, Religionsgeschichte|Religionshistoriker, Hochschullehrer, Prediger sowie Museumsmitarbeiter und Bibliothekar. Er gilt als herausragender Vertreter der Johann Amos Comenius|Comenius-Forschung und verbrachte den Großteil seiner akademischen Karriere als Professor an der Russisches Kaiserreich|russischen Universität Tartu|Universität Jurjew.
==Leben==
===Herkunft, Ausbildung und Privatleben===
Er kam im Februar 1862 in der Ortschaft Bački Petrovac zur Welt, die damals zum Komitat Bács-Bodrog des Königreich Ungarn|Königreiches Ungarn innerhalb des Kaisertum Österreich|Kaisertums Österreich zählte. Das Komitat besaß erhebliche Überschneidungen mit der Batschka, einer Kulturlandschaft zwischen Donau und Theiß, die sich durch eine starke Ethnie|ethnische und Konfession|konfessionelle Heterogenität auszeichnete. Kvačala wurde in eine Slowaken|sowakische Familie geboren. Die Slowaken waren in diesem Gebiet eine Minderheit; ihre Ansiedlung erfolgte ab dem 18. Jahrhundert und Bački Petrovac war das Zentrum dieser Kolonisation. Sein Vater Ján Kvačala der Ältere (1830–1888) stammte ursprünglich aus Beckov im slowakisch dominierten Komitat Trentschin und arbeitete in Bački Petrovac als Religionslehrer und hatte dort durch die Eheschließung mit Therezia Godrová (1836–1902) in eine Familie eingeheiratet, die „am Prozess der nationalen Erweckung der Slowaken in hervorragender Weise Anteil nahm“.Karl W. Schwarz: ''Zwischen Bački Petrovac und Wien. Der slowakische Kultur- und Kirchenhistoriker Ján Kvačala und seine Prägung durch die Habsburgermonarchie''. In: Joachim Bahlcke; Karl W. Schwarz (Herausgeber|Hrsg.): ''Zwischen Dorpat, Pressburg und Wien. Ján Kvačala und die Anfänge der Daniel Ernst Jablonski|Jablonski-Forschung in Ostmitteleuropa um 1900''. In der Reihe: „Jabloniana“, Band 9. Harrassowitz Verlag, Wiesbaden, 2018, ISBN 978-3-447-11044-0, Seiten 13–29.
Nach seinem Schulabschluss Immatrikulation|immatrikulierte er sich in Bratislava für ein Studium der Theologie, Philosophie, Philologie und Pädagogik an der Rechtsakademie sowie am Evangelischen Lyzeum, dessen theologische Studiengänge 1882 in die neu entstandene Theologische Akademie ausgelagert wurden. Dort sahen sich die slowakischen Studenten während dieser zeitlichen Periode hohem Assimilierungsdruck seitens der magyarischen Kommilitonen und Professoren ausgesetzt. Als sie mit diesem Problem an die Öffentlichkeit gingen, wurde dies seitens des Generalkonvents der Ungarnländischen Evangelischen Kirche A. B. aufs Schärfste missbilligt und die Kirchenleitung beschloss, diese protestierenden Studenten – zu denen auch Kvačala zählte – später nicht zu Ordination|ordinieren und insofern nicht in ein Dienstverhältnis zu übernehmen. So schwebte über Kvačala gewissermaßen ein Damoklesschwert, dem er sich allerdings nach bestandenem Kandidat#Akademische Bedeutung|Kandidatenexamen im Jahr 1883 durch ein Auslandsstudium entzog: Aufgrund seiner außerordentlichen akademischen Leistungen hatte er ein Stipendium des Gotteskasten#Erweiterte Bedeutung|„Lutherischen Gotteskastens“ für eine Fortsetzung des Studiums im Deutsches Kaiserreich|Deutschen Kaiserreich erhalten. Er entschied sich für die Universität Leipzig, an der ein vergleichsweise Orthodoxie|orthodoxes Luthertum gelehrt wurde. Darüber hinaus war die Universität für lutherische Slowaken insofern attraktiv, als dass dort Jozef Miloslav Hurban in Anerkennung seines Widerstandes gegen eine Vereinigung der lutherischen Kirchen Confessio Augustana|Augsburger Bekenntnisses (A. B.) und der Reformierte Kirchen|reformierten Kirchen Helvetisches Bekenntnis|Helvetischen Bekenntnisses (H. B.) im Königreich Ungarn – „die der Magyarisierung der Slowaken zugearbeitet hätte“ – einen Ehrendoktortitel erhalten hatte. In Leipzig hörte er unter anderem Vorlesungen von Christoph Ernst Luthardt, konzentrierte sich jedoch bereits sehr auf seine Comenius-Forschungen. Schließlich wurde er 1886 mit der Dissertation ''Über J. A. Comenius’ Philosophie, insbesondere Physik'' zum Doktor#Unterscheidung nach Fächern|Doktor der Philosophie Promotion (Doktor)|promoviert. Während der Arbeit an dieser Schrift verlor er „ein Stück weit die Berührungsängste der Lutheraner vor der theologischen Welt der Reformierten, denn die Brüdergemeinde des Comenius stand den Reformierten sehr viel näher als dem Luthertum“. Zwei Jahre später legte er 1888 in Budapest sein Lehramtsdiplom in für klassische Sprachen, Philosophie und Pädagogik ab und 1893 erfolgte in Wien die zweite Promotion – diesmal zum Doctor theologiae|Doktor der Theologie – über die Dissertation ''Johann Amos Comenius. Sein Leben und seine Schriften''.
Ján Kvačala blieb kinderlos und unverheiratet.
===Berufliche Karriere===
Nach seiner ersten Promotion und einer achtmonatigen Wartefrist erhielt Kvačala eine Anstellung als Hilfslehrer für Sprachen am Evangelischen Gymnasium|Lyzeum in Bratislava|Preßburg und wurde dort 1888 zum Professor, also zum hauptamtlichen Lehrer, befördert.Mária Hrochová: [https://www.biographien.ac.at/oebl/oebl ... a%u010Dala* „Kvačala, Ján (1862-1934), Historiker“.] Abgerufen auf ''biographien.ac.at'' (Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950) am 19. März 2024. Neben seiner hauptberuflichen Lehrtätigkeit entfaltete er in seiner freien Zeit schon bald ein enormes Arbeitsprogramm in Bezug auf Forschungen über Johann Amos Comenius. So bereiste er in den Schulferien insgesamt 33 europäische Städte, um in Archiven und Bibliotheken nach Werken und Briefen von Comenius zu suchen, wodurch er seine Quellenkenntnis erheblich erweitern konnte. Kvačalas Forschungen zu Comenius’ Aufenthalt in Sárospatak zwischen 1650–1654 bei Fürst Georg II. Rákóczi fanden die Anerkennung des Direktors der Budapester Universitätsbibliothek Sándor Szilágyi (1827–1899), der ein ausgewiesener Rákóczi-Forscher war. Er förderte Kvačala in den darauffolgenden Jahren und diesem gelang es zusehends, sich zu profilieren und ein gern gesehenes Mitglied der akademischen Zunft zu werden.
Im September 1893 wurde er als Nachfolger von Johannes Hausleiter (1851–1928)Karl Girgensohn: ''Die Theologische Fakultät''. In: Hugo Semel: ''Die Universität Dorpat (1802–1918). Skizzen zu ihrer Geschichte von Lehrern und ehemaligen Schülern''. Heinrich Laakmann (Verleger)|H. Laakmann’s Buch- und Steindruckerei, 1918, Seiten 39–50. als Professor für Kirchengeschichte an die Universität Tartu|Universität Jurjew im Russisches Kaiserreich|russischen Gouvernement (Russland)|Gouvernement Gouvernement Livland|Livland berufen. Er war der erste nichtdeutsche Theologieprofessor an dieser renommierten Institution und seine Berufung erfolgte ohne Konsultation des Professorenkollegiums unter Bedingungen, die durch die forcierte Russifizierung des Bildungswesens personell wie sachlich erschwert waren. Der Deutsch-Balten|deutschbaltische Religionspsychologie|Religionspsychologe Karl Girgensohn fasste den Vorgang 1918 rückblickend folgendermaßen zusammen:
:„Dem russischen Rektor [Anton Semjonowitsch Budilowitsch|Anton Budilowitsch] gelang diesmal ein Meisterstreich. Es gab einen Mann, der ungarischer evangelischer theologischer Hochschullehrer, aber Slovak von Geburt und slawophil von Gesinnung war. Er hatte außerdem einige durchaus respektable wissenschaftliche historische Arbeiten für sich anzuführen und war Wiener Doktor der Theologie, so daß er von dieser Seite her nicht gut beanstandet werden konnte. Zwar verstand er zunächst noch nicht genügend russisch, um in dieser Sprache vorzutragen, aber das konnte ja später nachgeholt werden. Dieses Unikum wurde treffsicher erfaßt [...].“
Noch im gleichen Jahr 1893 amtierte Kvačala als einer der Vizepräsidenten beim Erstes Parlament der Weltreligionen|Ersten Parlament der Weltreligionen in Chicago. Im Jahr 1895 lehnte er einen Berufung (Amt)|Ruf auf den Lehrstuhl für praktische Theologie an der Evangelisch-Theologische Fakultät der Universität Wien|Evangelisch-Theologischen Fakultät Wien ab und schließlich amtierte er in Jurjew von 1917 bis Ende August 1918 als Dekan (Hochschule)|Dekan der Fakultät für Religion.
Im Zuge der deutschen Besetzung Jurjews im Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg wurde er – zusammen mit Studenten, anderen Angestellten und den universitären Sammlungen – nach Woronesch evakuiert. Dort arbeitete er kurzzeitig als Geistlicher und Bibliothekar. Nach der Estnischer Freiheitskrieg|estnischen Unabhängigkeit im Februar 1920 kehrte er während des Russischer Bürgerkrieg|russischen Bürgerkrieges in seine slowakische Heimat zurück, die mittlerweile in den neu entstandenen Staat Tschechoslowakei eingegliedert war. Der bereits 1918 vollzogenen Vereinigung der lutherischen und reformierten Strömungen Tschechiens zur Unierte Kirchen (evangelisch)|unierten Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder|Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder stand er eher ablehnend gegenüber. Zunächst ging er einer Tätigkeit als Direktor am Slowakisches Nationalmuseum|Museum der ''Matica slovenská'' in Martin (Slowakei)|Turčiansky Svätý Martin nach. Eine von ihm möglicherweise erhoffte Berufung an die neue Comenius-Universität Bratislava|Comenius-Universität in Bratislava erfolgte nicht; stattdessen erhielt er 1921 eine Anstellung als Professor für Kirchengeschichte an seiner Alma Mater, der Akademie für Evangelische Theologie. Dort betraute man ihn auch mit dem Amt als Dekan. Nachdem er sich mit dem Professorenkollegium überworfen hatte, legte er letzteres jedoch 1926 wieder nieder. Die Meinungsverschiedenheiten änderten allerdings nichts daran, dass seine wissenschaftliche Arbeit sowohl an der Akademie selbst, wie auch überregional, landesweit und international hoch geschätzt wurde. Ausdruck dieser Wertschätzung ist eine Kvačala zu seinem 70. Geburtstag gewidmete Festschrift, die 1933 – ein Jahr nach seiner Emeritierung – erschien und zu der neben aktuellen und ehemaligen Kollegen auch zahlreiche ehemalige Studenten Beiträge beigesteuert hatten, unter anderem Ján Bakoš, František Michálek Bartoš, František Bednář, Edmund Bursche, Aladár Hornyánszky, Roland Steinacker und Eduard Tennmann.
==Schwerpunkte und Bewertung==
Der Theologe Karl Girgensohn, der selbst unter Kvačala studiert hatte, bemerkte 1918 bezüglich dessen Lehrkompetenz:
:„Er war [...] nicht der Mann, das Studium auf der Höhe zu halten. Als Comeniusforscher war er nicht ohne Verdienst, aber es ging ihm doch jedes durchgreifende Lehrtalent ab, zumal da er die deutsche Sprache, in der er zunächst lehren sollte, nur unvollkommen beherrschte, und seitdem ist der Niedergang der historischen Ausbildung der Dorpater Theologen ebenfalls ein ganz erschreckender.“
Während Kvačala also möglicherweise Schwächen in seiner Lehre hatte, sind die großen Verdienste, die er sich um die in der Johann Amos Comenius|Comenius-Forschung erworben hat, unbestritten. Mit seiner 1892 vorgelegten ersten Dissertation „schuf er für die wissenschaftliche Beschäftigung mit [Comenius] völlig neue, tragfähige Grundlagen; in gewisser Weise wurde er mit diesem Werk zum Begründer einer eigenständigen, modernen Comenius-Forschung“. Im Jahr 1894 trat er der erst drei Jahre zuvor in Berlin gegründeten ''Comenius-Gesellschaft zur Pflege der Wissenschaft und Volkserziehung'' als „Stifter auf Lebenszeit“ bei und ab 1910 zeichnete er für die Herausgeber|Herausgabe der ersten Comenius-Gesamtausgabe verantwortlich. Im gleichen Jahr begründete er auch die Tschechische Sprache|tschechischsprachige Wissenschaftliche Fachzeitschrift|Fachzeitschrift ''Archiv pro bádání o životě a díle J. A. Komenského'' (Deutsche Sprache|de.: ''Archiv für die Erforschung des Lebens und der Schriften von J. A. Comenius'').
Seine weiteren wissenschaftliche Forschungsinteressen lagen auf Daniel Ernst Jablonski, Jan Hus und Tommaso Campanella, auf der slowakischen Kirchengeschichte sowie auf den kulturellen Bestrebungen der Esten und Letten. Insbesondere mit Bezug auf seine Schriften über Jablonski kamen der deutsche Historiker Joachim Bahlcke und der österreichische Kirchenhistoriker Karl W. Schwarz 2018 zu dem Schluss:
:„Es wäre [...] verfehlt, Kvačala für einen zurückgezogenen, ganz auf sein heimisches Arbeitsumfeld konzentrierten Stubengelehrten zu halten. Das Gegenteil ist richtig: In Kvačala begegnet uns der Typ einer modernen, kommunikativen Forscherpersönlichkeit, eines Gelehrten, der sich in mehreren Sprach- und Kulturräumen souverän bewegte und in der empirischen Grundlegung seiner historischen Untersuchungen ein wichtiges Qualitätsmerkmal sah. Nicht zuletzt durch seine umfassenden Quellenstudien, die ihn vom Zarenreich aus durch ganz Europa bis nach Nordamerika führten, wurde der slowakische Kirchenhistoriker an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert zum Begründer einer eigenständigen Jablonski-Forschung, die auch für andere Bereiche der Wissenschaftsgeschichte erhellend wirkte.“Joachim Bahlcke; Karl W. Schwarz: ''Einleitung''. In: Joachim Bahlcke; Karl W. Schwarz (Herausgeber|Hrsg.): ''Zwischen Dorpat, Pressburg und Wien. Ján Kvačala und die Anfänge der Daniel Ernst Jablonski|Jablonski-Forschung in Ostmitteleuropa um 1900''. In der Reihe: „Jabloniana“, Band 9. Harrassowitz Verlag, Wiesbaden, 2018, ISBN 978-3-447-11044-0, Seiten 7–10.
Kvačala war ein Mehrsprachigkeit|Polyglott. Zwar sind die Angaben über seine Russisch- und Deutschkenntnisse zumindest für den Anfang der 1890er Jahre widersprüchlich, gesichert ist jedoch, dass er nicht nur die biblischen Sprachen Hebräisch, Aramäisch und Griechisch in Wort und Schrift beherrschte, sondern auch Tschechisch, Slowakisch, Polnisch, Ungarisch, Latein, Italienisch, Französisch und Englisch. Sowohl die Universität Lettlands als auch die Universität Warschau bedachten ihn mit Ehrendoktorwürden und 1932 wurde Kvačala zum ersten Ehrenvorsitzenden der ''Matica slovenská'' ernannt. Die Laufbahn und die Leistungen des Slowaken fasste im Jahr 2018 Karl W. Schwarz zusammen und bezeichnete Kvačala rückblickend als einen der
:„hervorragenden und prägenden Lehrer der slowakischen Kirche [...], ein[en] ''Kirchenlehrer|doctor ecclesiae'', dessen Forschungen zur Geistes- und Kulturgeschichte sowie zur Theologie- und Kirchengeschichte von europäischem Format sind. [...] Es wäre aber [...] verfehlt, Kvačala in seinem slowakischen Kontext isoliert zu betrachten, denn sowohl sein Forschungsanspruch als auch sein wissenschaftliches Lebenswerk greifen über diese ethnisch-politische Markierung weit hinaus. Sie sind europäischen Zuschnitts, tragen, nicht ohne Stolz, einen interdisziplinären Charakter und versöhnen die unterschiedlichen Disziplinen ost-, mittel- und westeuropäischer Observanz. Sie verdienen zweifellos die Aufmerksamkeit der gegenwärtigen kulturwissenschaftlichen Forschung.“
==Literatur==
* Peter C. Bloth: ''Mitteilungen über den Comeniusforscher Jan Kvacala (1862–1934) in Dorpat/Jurjew//Tartu seit 1893''. In: Comenius-Jahrbuch. Band 8, 2000, Seiten 97–119.
* Karl W. Schwarz: ''Der lutherische Theologe Ján Kvačala – ein Bahnbrecher der modernen Comeniusforschung und eine Brücke zwischen Bratislava/Pressburg und Wien''. In: Emilia Hrabovec; Beata Katrebová-Blehová (Herausgeber|Hrsg.): ''Slowakei und Österreich im 20. Jahrhundert. Eine Nachbarschaft in historisch-literarischer Perspektive''. In der Reihe: „Europa Orientalis“, Band 3. Lit Verlag, 2008, ISBN 978-3-8258-9574-7, Seiten 71–85.
* Karl W. Schwarz: ''Im Spannungsfeld von Kirche und Kultur: Ján Kvačala (1862–1934) – ein slowakischer Kirchenhistoriker zwischen Pozsony, Wien, Dorpat und Bratislava''. In: Karl W. Schwarz: ''Von Leonhard Stöckel bis Ruprecht Steinacker. Biographische Perspektiven der Protestantismusgeschichte im Karpatenbogen''. In der Reihe: „Studien zur deutsch-slowakischen Kulturgeschichte“, Band 3. Weidler Buchverlag, 2014, ISBN 978-3-896-93603-5, Seiten 159–171.
* Joachim Bahlcke; Karl W. Schwarz (Hrsg.): ''Zwischen Dorpat, Pressburg und Wien. Ján Kvačala und die Anfänge der Daniel Ernst Jablonski|Jablonski-Forschung in Ostmitteleuropa um 1900''. In der Reihe: „Jabloniana“, Band 9. Harrassowitz Verlag, Wiesbaden, 2018, ISBN 978-3-447-11044-0.
==Einzelnachweise==
Kategorie:Lutherischer Geistlicher (19. Jahrhundert)
Kategorie:Lutherischer Geistlicher (20. Jahrhundert)
Kategorie:Kirchenhistoriker (Theologe)
Kategorie:Hochschullehrer (Universität Tartu)
Kategorie:Hochschullehrer (Bratislava)
Kategorie:Museumsleiter
Kategorie:Bibliothekar (Russland)
Kategorie:Ehrendoktor der Universität Lettlands
Kategorie:Ehrendoktor der Universität Warschau
Kategorie:Absolvent der Universität Leipzig
Kategorie:Protestantismus in der Slowakei
Kategorie:Evangelische Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in der Slowakei
Kategorie:Tschechoslowake
Kategorie:Slowake
Kategorie:Geboren 1862
Kategorie:Gestorben 1934
Kategorie:Mann
[h4] '''Ján Radomil Kvačala''' (* 3. Februar 1862 in Bački Petrovac|Batschki Peterwatz; † 9. Juni 1934 in Wien) war ein Slowakei|slowakischer Evangelisch-lutherische Kirchen|evangelisch-lutherischer Theologe, Religionsgeschichte|Religionshistoriker, Hochschullehrer, Prediger sowie Museumsmitarbeiter und Bibliothekar. Er gilt als herausragender Vertreter der Johann Amos Comenius|Comenius-Forschung und verbrachte den Großteil seiner akademischen Karriere als Professor an der Russisches Kaiserreich|russischen Universität Tartu|Universität Jurjew.
==Leben== ===Herkunft, Ausbildung und Privatleben=== Er kam im Februar 1862 in der Ortschaft Bački Petrovac zur Welt, die damals zum Komitat Bács-Bodrog des Königreich Ungarn|Königreiches Ungarn innerhalb des Kaisertum Österreich|Kaisertums Österreich zählte. Das Komitat besaß erhebliche Überschneidungen mit der Batschka, einer Kulturlandschaft zwischen Donau und Theiß, die sich durch eine starke Ethnie|ethnische und Konfession|konfessionelle Heterogenität auszeichnete. Kvačala wurde in eine Slowaken|sowakische Familie geboren. Die Slowaken waren in diesem Gebiet eine Minderheit; ihre Ansiedlung erfolgte ab dem 18. Jahrhundert und Bački Petrovac war das Zentrum dieser Kolonisation. Sein Vater Ján Kvačala der Ältere (1830–1888) stammte ursprünglich aus Beckov im slowakisch dominierten Komitat Trentschin und arbeitete in Bački Petrovac als Religionslehrer und hatte dort durch die Eheschließung mit Therezia Godrová (1836–1902) in eine Familie eingeheiratet, die „am Prozess der nationalen Erweckung der Slowaken in hervorragender Weise Anteil nahm“.Karl W. Schwarz: ''Zwischen Bački Petrovac und Wien. Der slowakische Kultur- und Kirchenhistoriker Ján Kvačala und seine Prägung durch die Habsburgermonarchie''. In: Joachim Bahlcke; Karl W. Schwarz (Herausgeber|Hrsg.): ''Zwischen Dorpat, Pressburg und Wien. Ján Kvačala und die Anfänge der Daniel Ernst Jablonski|Jablonski-Forschung in Ostmitteleuropa um 1900''. In der Reihe: „Jabloniana“, Band 9. Harrassowitz Verlag, Wiesbaden, 2018, ISBN 978-3-447-11044-0, Seiten 13–29.
Nach seinem Schulabschluss Immatrikulation|immatrikulierte er sich in Bratislava für ein Studium der Theologie, Philosophie, [url=viewtopic.php?t=3281]Philologie[/url] und Pädagogik an der Rechtsakademie sowie am Evangelischen Lyzeum, dessen theologische Studiengänge 1882 in die neu entstandene Theologische Akademie ausgelagert wurden. Dort sahen sich die slowakischen Studenten während dieser zeitlichen Periode hohem Assimilierungsdruck seitens der magyarischen Kommilitonen und Professoren ausgesetzt. Als sie mit diesem Problem an die Öffentlichkeit gingen, wurde dies seitens des Generalkonvents der Ungarnländischen Evangelischen Kirche A. B. aufs Schärfste missbilligt und die Kirchenleitung beschloss, diese protestierenden Studenten – zu denen auch Kvačala zählte – später nicht zu Ordination|ordinieren und insofern nicht in ein Dienstverhältnis zu übernehmen. So schwebte über Kvačala gewissermaßen ein Damoklesschwert, dem er sich allerdings nach bestandenem Kandidat#Akademische Bedeutung|Kandidatenexamen im Jahr 1883 durch ein Auslandsstudium entzog: Aufgrund seiner außerordentlichen akademischen Leistungen hatte er ein Stipendium des Gotteskasten#Erweiterte Bedeutung|„Lutherischen Gotteskastens“ für eine Fortsetzung des Studiums im Deutsches Kaiserreich|Deutschen Kaiserreich erhalten. Er entschied sich für die Universität Leipzig, an der ein vergleichsweise Orthodoxie|orthodoxes Luthertum gelehrt wurde. Darüber hinaus war die Universität für lutherische Slowaken insofern attraktiv, als dass dort Jozef Miloslav Hurban in Anerkennung seines Widerstandes gegen eine Vereinigung der lutherischen Kirchen Confessio Augustana|Augsburger Bekenntnisses (A. B.) und der Reformierte Kirchen|reformierten Kirchen Helvetisches Bekenntnis|Helvetischen Bekenntnisses (H. B.) im Königreich Ungarn – „die der Magyarisierung der Slowaken zugearbeitet hätte“ – einen Ehrendoktortitel erhalten hatte. In Leipzig hörte er unter anderem Vorlesungen von Christoph Ernst Luthardt, konzentrierte sich jedoch bereits sehr auf seine Comenius-Forschungen. Schließlich wurde er 1886 mit der Dissertation ''Über J. A. Comenius’ Philosophie, insbesondere Physik'' zum Doktor#Unterscheidung nach Fächern|Doktor der Philosophie Promotion (Doktor)|promoviert. Während der Arbeit an dieser Schrift verlor er „ein Stück weit die Berührungsängste der Lutheraner vor der theologischen Welt der Reformierten, denn die Brüdergemeinde des Comenius stand den Reformierten sehr viel näher als dem Luthertum“. Zwei Jahre später legte er 1888 in Budapest sein Lehramtsdiplom in für klassische Sprachen, Philosophie und Pädagogik ab und 1893 erfolgte in Wien die zweite Promotion – diesmal zum Doctor theologiae|Doktor der Theologie – über die Dissertation ''Johann Amos Comenius. Sein Leben und seine Schriften''.
Ján Kvačala blieb kinderlos und unverheiratet.
===Berufliche Karriere=== Nach seiner ersten Promotion und einer achtmonatigen Wartefrist erhielt Kvačala eine Anstellung als Hilfslehrer für Sprachen am Evangelischen Gymnasium|Lyzeum in Bratislava|Preßburg und wurde dort 1888 zum Professor, also zum hauptamtlichen Lehrer, befördert.Mária Hrochová: [https://www.biographien.ac.at/oebl/oebl_K/Kvacala_Jan_1862_1934.xml;internal&action=hilite.action&Parameter=Kva%u010Dala* „Kvačala, Ján (1862-1934), Historiker“.] Abgerufen auf ''biographien.ac.at'' (Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950) am 19. März 2024. Neben seiner hauptberuflichen Lehrtätigkeit entfaltete er in seiner freien Zeit schon bald ein enormes Arbeitsprogramm in Bezug auf Forschungen über Johann Amos Comenius. So bereiste er in den Schulferien insgesamt 33 europäische Städte, um in Archiven und Bibliotheken nach Werken und Briefen von Comenius zu suchen, wodurch er seine Quellenkenntnis erheblich erweitern konnte. Kvačalas Forschungen zu Comenius’ Aufenthalt in Sárospatak zwischen 1650–1654 bei Fürst Georg II. Rákóczi fanden die Anerkennung des Direktors der Budapester Universitätsbibliothek Sándor Szilágyi (1827–1899), der ein ausgewiesener Rákóczi-Forscher war. Er förderte Kvačala in den darauffolgenden Jahren und diesem gelang es zusehends, sich zu profilieren und ein gern gesehenes Mitglied der akademischen Zunft zu werden.
Im September 1893 wurde er als Nachfolger von Johannes Hausleiter (1851–1928)Karl Girgensohn: ''Die Theologische Fakultät''. In: Hugo Semel: ''Die Universität Dorpat (1802–1918). Skizzen zu ihrer Geschichte von Lehrern und ehemaligen Schülern''. Heinrich Laakmann (Verleger)|H. Laakmann’s Buch- und Steindruckerei, 1918, Seiten 39–50. als Professor für Kirchengeschichte an die Universität Tartu|Universität Jurjew im Russisches Kaiserreich|russischen Gouvernement (Russland)|Gouvernement Gouvernement Livland|Livland berufen. Er war der erste nichtdeutsche Theologieprofessor an dieser renommierten Institution und seine Berufung erfolgte ohne Konsultation des Professorenkollegiums unter Bedingungen, die durch die forcierte Russifizierung des Bildungswesens personell wie sachlich erschwert waren. Der Deutsch-Balten|deutschbaltische Religionspsychologie|Religionspsychologe Karl Girgensohn fasste den Vorgang 1918 rückblickend folgendermaßen zusammen: :„Dem russischen Rektor [Anton Semjonowitsch Budilowitsch|Anton Budilowitsch] gelang diesmal ein Meisterstreich. Es gab einen Mann, der ungarischer evangelischer theologischer Hochschullehrer, aber Slovak von Geburt und slawophil von Gesinnung war. Er hatte außerdem einige durchaus respektable wissenschaftliche historische Arbeiten für sich anzuführen und war Wiener Doktor der Theologie, so daß er von dieser Seite her nicht gut beanstandet werden konnte. Zwar verstand er zunächst noch nicht genügend russisch, um in dieser Sprache vorzutragen, aber das konnte ja später nachgeholt werden. Dieses Unikum wurde treffsicher erfaßt [...].“ Noch im gleichen Jahr 1893 amtierte Kvačala als einer der Vizepräsidenten beim Erstes Parlament der Weltreligionen|Ersten Parlament der Weltreligionen in Chicago. Im Jahr 1895 lehnte er einen Berufung (Amt)|Ruf auf den Lehrstuhl für praktische Theologie an der Evangelisch-Theologische Fakultät der Universität Wien|Evangelisch-Theologischen Fakultät Wien ab und schließlich amtierte er in Jurjew von 1917 bis Ende August 1918 als Dekan (Hochschule)|Dekan der Fakultät für Religion.
Im Zuge der deutschen Besetzung Jurjews im Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg wurde er – zusammen mit Studenten, anderen Angestellten und den universitären Sammlungen – nach Woronesch evakuiert. Dort arbeitete er kurzzeitig als Geistlicher und Bibliothekar. Nach der Estnischer Freiheitskrieg|estnischen Unabhängigkeit im Februar 1920 kehrte er während des Russischer Bürgerkrieg|russischen Bürgerkrieges in seine slowakische Heimat zurück, die mittlerweile in den neu entstandenen Staat Tschechoslowakei eingegliedert war. Der bereits 1918 vollzogenen Vereinigung der lutherischen und reformierten Strömungen Tschechiens zur Unierte Kirchen (evangelisch)|unierten Evangelische Kirche der Böhmischen Brüder|Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder stand er eher ablehnend gegenüber. Zunächst ging er einer Tätigkeit als Direktor am Slowakisches Nationalmuseum|Museum der ''Matica slovenská'' in Martin (Slowakei)|Turčiansky Svätý Martin nach. Eine von ihm möglicherweise erhoffte Berufung an die neue Comenius-Universität Bratislava|Comenius-Universität in Bratislava erfolgte nicht; stattdessen erhielt er 1921 eine Anstellung als Professor für Kirchengeschichte an seiner Alma Mater, der Akademie für Evangelische Theologie. Dort betraute man ihn auch mit dem Amt als Dekan. Nachdem er sich mit dem Professorenkollegium überworfen hatte, legte er letzteres jedoch 1926 wieder nieder. Die Meinungsverschiedenheiten änderten allerdings nichts daran, dass seine wissenschaftliche Arbeit sowohl an der Akademie selbst, wie auch überregional, landesweit und international hoch geschätzt wurde. Ausdruck dieser Wertschätzung ist eine Kvačala zu seinem 70. Geburtstag gewidmete Festschrift, die 1933 – ein Jahr nach seiner Emeritierung – erschien und zu der neben aktuellen und ehemaligen Kollegen auch zahlreiche ehemalige Studenten Beiträge beigesteuert hatten, unter anderem Ján Bakoš, František Michálek Bartoš, František Bednář, Edmund Bursche, Aladár Hornyánszky, Roland Steinacker und Eduard Tennmann.
==Schwerpunkte und Bewertung== Der Theologe Karl Girgensohn, der selbst unter Kvačala studiert hatte, bemerkte 1918 bezüglich dessen Lehrkompetenz: :„Er war [...] nicht der Mann, das Studium auf der Höhe zu halten. Als Comeniusforscher war er nicht ohne Verdienst, aber es ging ihm doch jedes durchgreifende Lehrtalent ab, zumal da er die deutsche Sprache, in der er zunächst lehren sollte, nur unvollkommen beherrschte, und seitdem ist der Niedergang der historischen Ausbildung der Dorpater Theologen ebenfalls ein ganz erschreckender.“ Während Kvačala also möglicherweise Schwächen in seiner Lehre hatte, sind die großen Verdienste, die er sich um die in der Johann Amos Comenius|Comenius-Forschung erworben hat, unbestritten. Mit seiner 1892 vorgelegten ersten Dissertation „schuf er für die wissenschaftliche Beschäftigung mit [Comenius] völlig neue, tragfähige Grundlagen; in gewisser Weise wurde er mit diesem Werk zum Begründer einer eigenständigen, modernen Comenius-Forschung“. Im Jahr 1894 trat er der erst drei Jahre zuvor in Berlin gegründeten ''Comenius-Gesellschaft zur Pflege der Wissenschaft und Volkserziehung'' als „Stifter auf Lebenszeit“ bei und ab 1910 zeichnete er für die Herausgeber|Herausgabe der ersten Comenius-Gesamtausgabe verantwortlich. Im gleichen Jahr begründete er auch die Tschechische Sprache|tschechischsprachige Wissenschaftliche Fachzeitschrift|Fachzeitschrift ''Archiv pro bádání o životě a díle J. A. Komenského'' (Deutsche Sprache|de.: ''Archiv für die Erforschung des Lebens und der Schriften von J. A. Comenius'').
Seine weiteren wissenschaftliche Forschungsinteressen lagen auf Daniel Ernst Jablonski, Jan Hus und Tommaso Campanella, auf der slowakischen Kirchengeschichte sowie auf den kulturellen Bestrebungen der Esten und Letten. Insbesondere mit Bezug auf seine Schriften über Jablonski kamen der deutsche Historiker Joachim Bahlcke und der österreichische Kirchenhistoriker Karl W. Schwarz 2018 zu dem Schluss: :„Es wäre [...] verfehlt, Kvačala für einen zurückgezogenen, ganz auf sein heimisches Arbeitsumfeld konzentrierten Stubengelehrten zu halten. Das Gegenteil ist richtig: In Kvačala begegnet uns der Typ einer modernen, kommunikativen Forscherpersönlichkeit, eines Gelehrten, der sich in mehreren Sprach- und Kulturräumen souverän bewegte und in der empirischen Grundlegung seiner historischen Untersuchungen ein wichtiges Qualitätsmerkmal sah. Nicht zuletzt durch seine umfassenden Quellenstudien, die ihn vom Zarenreich aus durch ganz Europa bis nach Nordamerika führten, wurde der slowakische Kirchenhistoriker an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert zum Begründer einer eigenständigen Jablonski-Forschung, die auch für andere Bereiche der Wissenschaftsgeschichte erhellend wirkte.“Joachim Bahlcke; Karl W. Schwarz: ''Einleitung''. In: Joachim Bahlcke; Karl W. Schwarz (Herausgeber|Hrsg.): ''Zwischen Dorpat, Pressburg und Wien. Ján Kvačala und die Anfänge der Daniel Ernst Jablonski|Jablonski-Forschung in Ostmitteleuropa um 1900''. In der Reihe: „Jabloniana“, Band 9. Harrassowitz Verlag, Wiesbaden, 2018, ISBN 978-3-447-11044-0, Seiten 7–10. Kvačala war ein Mehrsprachigkeit|Polyglott. Zwar sind die Angaben über seine Russisch- und Deutschkenntnisse zumindest für den Anfang der 1890er Jahre widersprüchlich, gesichert ist jedoch, dass er nicht nur die biblischen Sprachen Hebräisch, Aramäisch und Griechisch in Wort und Schrift beherrschte, sondern auch Tschechisch, Slowakisch, Polnisch, Ungarisch, Latein, Italienisch, Französisch und Englisch. Sowohl die Universität Lettlands als auch die Universität Warschau bedachten ihn mit Ehrendoktorwürden und 1932 wurde Kvačala zum ersten Ehrenvorsitzenden der ''Matica slovenská'' ernannt. Die Laufbahn und die Leistungen des Slowaken fasste im Jahr 2018 Karl W. Schwarz zusammen und bezeichnete Kvačala rückblickend als einen der :„hervorragenden und prägenden Lehrer der slowakischen Kirche [...], ein[en] ''Kirchenlehrer|doctor ecclesiae'', dessen Forschungen zur Geistes- und Kulturgeschichte sowie zur Theologie- und Kirchengeschichte von europäischem Format sind. [...] Es wäre aber [...] verfehlt, Kvačala in seinem slowakischen Kontext isoliert zu betrachten, denn sowohl sein Forschungsanspruch als auch sein wissenschaftliches Lebenswerk greifen über diese ethnisch-politische Markierung weit hinaus. Sie sind europäischen Zuschnitts, tragen, nicht ohne Stolz, einen interdisziplinären Charakter und versöhnen die unterschiedlichen Disziplinen ost-, mittel- und westeuropäischer Observanz. Sie verdienen zweifellos die Aufmerksamkeit der gegenwärtigen kulturwissenschaftlichen Forschung.“
==Literatur== * Peter C. Bloth: ''Mitteilungen über den Comeniusforscher Jan Kvacala (1862–1934) in Dorpat/Jurjew//Tartu seit 1893''. In: Comenius-Jahrbuch. Band 8, 2000, Seiten 97–119. * Karl W. Schwarz: ''Der lutherische Theologe Ján Kvačala – ein Bahnbrecher der modernen Comeniusforschung und eine Brücke zwischen Bratislava/Pressburg und Wien''. In: Emilia Hrabovec; Beata Katrebová-Blehová (Herausgeber|Hrsg.): ''Slowakei und Österreich im 20. Jahrhundert. Eine Nachbarschaft in historisch-literarischer Perspektive''. In der Reihe: „Europa Orientalis“, Band 3. Lit Verlag, 2008, ISBN 978-3-8258-9574-7, Seiten 71–85. * Karl W. Schwarz: ''Im Spannungsfeld von Kirche und Kultur: Ján Kvačala (1862–1934) – ein slowakischer Kirchenhistoriker zwischen Pozsony, Wien, Dorpat und Bratislava''. In: Karl W. Schwarz: ''Von Leonhard Stöckel bis Ruprecht Steinacker. Biographische Perspektiven der Protestantismusgeschichte im Karpatenbogen''. In der Reihe: „Studien zur deutsch-slowakischen Kulturgeschichte“, Band 3. Weidler Buchverlag, 2014, ISBN 978-3-896-93603-5, Seiten 159–171. * Joachim Bahlcke; Karl W. Schwarz (Hrsg.): ''Zwischen Dorpat, Pressburg und Wien. Ján Kvačala und die Anfänge der Daniel Ernst Jablonski|Jablonski-Forschung in Ostmitteleuropa um 1900''. In der Reihe: „Jabloniana“, Band 9. Harrassowitz Verlag, Wiesbaden, 2018, ISBN 978-3-447-11044-0.
==Einzelnachweise==
Kategorie:Lutherischer Geistlicher (19. Jahrhundert) Kategorie:Lutherischer Geistlicher (20. Jahrhundert) Kategorie:Kirchenhistoriker (Theologe) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Tartu) Kategorie:Hochschullehrer (Bratislava) Kategorie:Museumsleiter Kategorie:Bibliothekar (Russland) Kategorie:Ehrendoktor der Universität Lettlands Kategorie:Ehrendoktor der Universität Warschau Kategorie:Absolvent der Universität Leipzig Kategorie:Protestantismus in der Slowakei Kategorie:Evangelische Kirche Augsburgischen Bekenntnisses in der Slowakei Kategorie:Tschechoslowake Kategorie:Slowake Kategorie:Geboren 1862 Kategorie:Gestorben 1934 Kategorie:Mann
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