BR-Norm Klasse 7Artikelentwürfe

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 BR-Norm Klasse 7

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Die '''Standardklasse 7''' der British Railways (BR), auch als ''Britannia Class'' bekannt, ist eine Baureihe (Eisenbahn)|Baureihe von Schlepptender-Dampflokomotiven mit der Bauartbezeichnung von Triebfahrzeugen|Achsfolge 2’C1’ (Pacific (Lokomotive)|Pacific) für den gemischten Dienst, welche bei den bahneigenen Crewe Works von 1951 bis 1954 in 55 Exemplaren hergestellt wurde. Sie entsprach konstruktiv weitgehend der leichteren BR-Standardklasse 6|Standardklasse 6 und war die erste der zwölf von Robert Riddles entworfenen Lokomotiven der British-Railways-Standardklassen|Standardklassen. Der 1955 von der British Transport Commission (BTC) vorgelegte Modernisierungsplan führte zu einer raschen Verdieselung des Eisenbahnbetriebs im Vereinigtes Königreich|Vereinigten Königreich und damit zur Verdrängung der Dampftraktion. Sämtliche Maschinen der Standardklasse 7 wurden bis 1968 außer Dienst gestellt. Die Fahrzeuge 70000 und 70013 blieben museal erhalten.

== Geschichte ==

=== Vorgeschichte ===
Bei ihrer Gründung im Jahr 1948 übernahmen die British Railways (BR) Dampflokomotiven verschiedenster Baureihe (Eisenbahn)|Baureihen von ihren vier Vorgängergesellschaften. Zur Senkung der Instandhaltungskosten und zur Aufrechterhaltung des Eisenbahnbetriebs bis zur Umstellung auf Diesellokomotive|Diesel- und elektrische Lokomotiven entschied man sich für die Beschaffung sogenannter Lokomotiven der British-Railways-Standardklassen|Standardklassen.
=== Beschaffung und Einsatz ===
Da ein Bedarf an leistungsfähigen Mehrzwecklokomotiven bestand, entwickelte Riddles neben der leichteren und etwas leistungsschwächeren BR-Standardklasse 6|Standardklasse 6 die Standardklasse 7. Die erste Lokomotive dieser Klasse, welche zugleich die erste Standardlokomotive der BR war, wurde in den bahneigenen Crewe Works gebaut, am 5. Januar 1951 unter der Betriebsnummer 70000 in Dienst gestellt und im Bahnbetriebswerk Stratford (London)|Stratford beheimatet. Die Baukosten beliefen sich auf 20 325 GBP.
Neben Stratford erhielten auch die Depots Norwich|Norwich Thorpe, Nine Elms, London Borough of Camden|Camden, Holbeck (West Yorkshire)|Holbeck, Old Oak Common, Newton Abbot, Laira, Canton (Wales)|Cardiff Canton, Holyhead, Longsight sowie Polmadie (Schottland)|Polmadie fabrikneue Lokomotiven der Standardklasse 7. Die Instandhaltung übernahmen die Crewe Works, Doncaster Works und Swindon Railway Works|Swindon Works. Mit einem Kuppelradsatz|Kuppelraddurchmesser von 1880 mm waren die leistungsfähigen Maschinen für den Schnellzugdienst geeignet und wurden anfangs vorrangig in diesem eingesetzt, wobei sie selbst Luxuszug (Zuggattung)|Luxuszüge wie der Golden Arrow bespannten. Für Bremsversuche auf der Strecke Toton (Nottinghamshire)|Toton–London Borough of Brent|Brent erhielten die Fahrzeuge 70043 und 70044 eine Indirekte Bremse|Druckluftbremse, wurden jedoch nach wenigen Jahren in die Regelausführung umgebaut.
Im Jahr 1955 veröffentlichte die British Transport Commission (BTC) ihren Modernisierungsplan, welcher unter anderem die Elektrifizierung#Elektrifizierung von Bahnstrecken|Elektrifizierung bedeutender Hauptbahnstrecken sowie die Diesellokomotive|Verdieselung des übrigen Streckennetzes vorsah und zur umfangreichen finanziellen Unterstützung der Entwicklung und Produktion neuer Triebfahrzeuge führte.
=== Erhaltung ===
Ursprünglich sollte die 70000 in den Bestand des National Railway Museum (York)|National Railway Museum (NRM) in York übergehen, aufgrund des schlechten Zustandes der Lokomotive entschied man sich stattdessen aber für die 70013. Nach ihrer Ausmusterung am 28. Mai 1966 wurde die 70000 zunächst in Stratford, später in Brighton und schließlich in Redhill abgestellt. 1970 erwarb das East Anglian Railway Museum die Baumusterlokomotive. Im April 1971 erfolgte die Überführung zur Severn Valley Railway, wo sie aufgearbeitet und im Mai 1978 unter der Anwesenheit des Konstrukteurs Robert Riddles wieder feierlich in Betrieb genommen wurde. Da sie mit ihrer hohen Radsatzfahrmasse jedoch nicht für den Einsatz auf der Severn Valley Railway geeignet war, wurde sie bald an die Nene Valley Railway übergeben. Ende der 1980er Jahre gelangte sie zur Steamtown (Carnforth)|Steamtown nach Carnforth, erhielt dort eine Hauptuntersuchung und kehrte im Juli 1991 nach über 25 Jahren in den Hauptbahneinsatz zurück. Aufgrund von Kesselschäden musste die Lokomotive 1997 abgestellt werden. Im Jahr 2000 wurde sie an den Waterman Railway Heritage Trust, von diesem 2006 an Jeremy Hosking verkauft und von Hosking 2009 in den Bestand des Royal Scot Locomotive and General Trust aufgenommen, wo sie nach einer umfangreichen Aufarbeitung und Modernisierung 2010 erstmals wieder unter Dampf stand. Ein Auffahrunfall bei der North Norfolk Railway im März 2013 sowie technische Probleme in den folgenden Jahren führten zweitweise zu Ausfällen der Museumslokomotive, bevor diese 2020 mit Ablauf der Kesselfrist abgestellt wurde. Nach ihrer Instandsetzung wurde die 70000 im Januar 2022 in Crewe in Betrieb genommen und von nun an wieder regelmäßig eingesetzt, bis es am 22. August 2023 auf einer Sonderfahrt nahe Chilworth (Hampshire)|Chilworth zu einem schweren Triebwerksschaden kam. Seit März 2024 ist die Maschine wieder im Sonderzugeinsatz anzutreffen.

Nach ihrer Ausmusterung am 17. August 1968 ging die 70013 in den Besitz des NRM über und verblieb als Dauerleihgabe im Bressingham Steam Museum, wo sie bis in die 1980er Jahre für Führerstandsmitfahrten und später als Ausstellungsobjekt Verwendung fand.
=== Unfälle ===
* 20.11.1955: Entgleisung der 70026 mit Sonderzug in Milton (Vale of White Horse)|Milton aufgrund überhöhter Geschwindigkeit (11 Tote, 157 Verletzte)
* 21.01.1960: Entgleisung eines Güterzuges und Zusammenstoß mit Expresszug bei Settle (North Yorkshire)|Settle durch Triebwerksschaden der 70052 (5 Tote, 9 Verletzte)
* 05.06.1965: Feuerrückschlag auf der 70051 vor Reisezug nahe Winsford (Cheshire)|Winsford (1 Toter, 1 Verletzter)

* 30.07.1966: Entgleisung der 70017 mit Leerzug in Carlisle|Carlisle St Nicholas beim Auflaufen auf einen Güterzug

* 27.05.2012: Feuerrückschlag auf der 70013 vor Sonderzug nahe New Southgate (2 Verletzte)

=== Fotos ===

London victoria 2052605 b6a388dc.jpg|70004 mit dem Golden Arrow nach Folkestone Harbour in Bahnhof London Victoria|London Victoria (September 1953)
Ruscombe Siding geograph-2241975-by-Ben-Brooksbank.jpg|70023 mit dem Capitals United Express nach Fishguard Harbour nahe Twyford (April 1957)
BR 70030 Ely.jpg|70030 mit Schnellzug nach Great Yarmouth|Yarmouth Vauxhall in Ely (August 1958)
"Western Star" - geograph.org.uk - 314991.jpg|70025 mit Güterzug in Richtung Tebay unweit des Shap Summit (September 1967)
70013 , Danesmoor.jpg|70013 mit Sonderzug nach Bahnhof Watford Junction|Watford Junction nahe Clay Cross (Mai 2011)
70000 "Britannia" Standard Class 7P 4-6-2 Marks Tey 280524 - 53755038924.jpg|70000 mit Sonderzug nach Norwich in Marks Tey (Mai 2024)


== Technik ==
Die teilweise in Anlehnung an die ''SR-Klasse Merchant Navy|Merchant Navy Class'' der Southern Railway (Großbritannien)|Southern Railway (SR) konstruierten Lokomotiven besitzen einen Schweißen|geschweißten Blechrahmen. Mit einem führenden zweiachsigen Drehgestell|Laufdrehgestell, drei im Rahmen gelagerten Kuppelradsatz|Kuppelradsätzen und einem einachsigen Delta-Schleppgestell ergibt sich die für europäische Schnellzuglokomotiven typische Bauartbezeichnung von Triebfahrzeugen|Achsfolge 2’C1’ (Pacific (Lokomotive)|Pacific). Als Radsatzlager|Radsatz- und Kuppelstange|Stangenlager wurden bei den meisten Fahrzeugen ausschließlich Rollenlager verwendet. Der Kuppelraddurchmesser von 1880 mm ermöglicht Geschwindigkeiten von über 140 km/h. Das Triebwerk (Eisenbahn)#Dampflokomotive|Zwillingstriebwerk ist als Außentriebwerk ausgeführt, besitzt eine Walschaerts-Steuerung mit Hängeeisen und Kolbenschiebern und arbeitet auf den zweiten Kuppelradsatz. Sandstreueinrichtung|Sandrohre sind vor jedem der drei Kuppelradsätze sowie hinter dem zweiten angeordnet. Der Dampflokomotivkessel|Dampfkessel verfügt über eine kupferne Feuerbüchse, der größte Durchmesser des Langkessels beträgt 1969 mm. Eine Dampfbremse (Eisenbahn)|Dampfbremse als Lokomotivbremse wirkt auf die Kuppelradsätze der Lokomotive und die Laufradsätze des Schlepptenders. Als Zugbremse ist nur eine Saugluftbremse vorgesehen. Zu Versuchszwecken waren die Maschinen 70043 und 70044 zeitweise mit einer Indirekte Bremse|Druckluftbremse ausgerüstet, deren dampfbetriebene Luftpresser|Luftpumpen anstelle von Windleitblechen beidseits an der Rauchkammer montiert wurden. Die Museumslokomotive 70000 wurde nachträglich ebenfalls mit einer Druckluftbremse ausgerüstet, deren Luftpumpe vor der Rauchkammer angeordnet ist. Anschlüsse für die Dampfheizung (Eisenbahn)|Dampfheizung waren bei allen Fahrzeugen vorhanden.

== Fahrzeugliste ==

*


Kategorie:Dampflokomotive Achsfolge 2C1
Kategorie:Triebfahrzeug (British Rail)|7
Kategorie:Schienenfahrzeug (Crewe Works)

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