Vanadio-Oxy-Chrom-Dravit ⇐ Artikelentwürfe
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Das Mineral '''Vanadio-Oxy-Chrom-Dravit''' ist ein sehr seltenes Ringsilikate|Ringsilikat aus der Turmalingruppe mit der idealisierten Kristallchemische Strukturformel|chemischen Zusammensetzung NaV3+3(Cr3+4Mg2)(Si6O18)(BO3)3(OH)3O.
Anhand äußerer Kennzeichen ist Vanadio-Oxy-Chrom-Dravit nicht von anderen Chrom- oder Vanadium-haltigen Turmalinen zu unterscheiden. Er kristallisiert mit Trigonales Kristallsystem|trigonaler Symmetrie und bildet grüne, prismatische Kristalle von unter einem Millimeter Größe. Im Dünnschliff erscheinen sie dunkelgrün bis blass grün. Wie alle Minerale der Turmalingruppe ist Vanadio-Oxy-Chrom-Dravit Pyroelektrizität|pyroelektrisch und Piezoelektrizität|piezoelektrisch.
Die Typlokalität sind Metamorphose (Geologie)|metamorphe Quarzite im Pereval Marmor-Steinbruch in der Umgebung von Slyudyanka am Südende des Baikalsees in der Oblast Irkutsk, Russland.
== Etymologie und Geschichte ==
Den ersten ''Chromturmalin'' beschrieben Alfonso Cossa und Andreas Arzruni bereits 1883. Die Proben aus dem Ural wurden 1977 erneut untersucht, wobei die hohen Chromgehalte nicht bestätigt werden konnten und der Turmalin als chromhaltiger Dravit charakterisiert wurde.
Vanadiumhaltige Dravite kennt man seit Mitte des 20. Jahrhunderts aus graphitführenden, quarzreichen metamorphen Gesteinen z. B. aus Usbekistan oder Tansania.
Ende der 1980er Jahre beschrieben russische Mineralogen sehr chrom- und vanadiumreiche Minerale aus granulithfaziellen Metakarbonatgesteinen und Quarziten des Sludyanka Kristallinkomplexes am Südende des Baikalsees und im [url=viewtopic.php?t=6460]Jahr[/url] 2002 publizieren sie eine erste Beschreibung des Vanadium-Analogs von Dravit aus dieser Region unter dem Namen ''Vanadiumdravit''. Am gleichen Fundort entdeckten sie rund 10 Jahre später das Vanadium-Chrom-Equivalent des Oxy-Dravit. Sie benannten den neuen Turmalin nach seiner Zusammensetzung Vanadio-Oxy-Chrom-Dravit.
== Klassifikation ==
In der strukturellen Klassifikation der International Mineralogical Association (IMA) gehört Vanadio-Oxy-Chrom-Dravit zusammen mit Bosiit, Chromo-Alumino-Povondrait, Maruyamait, Oxy-Chrom-Dravit, Oxy-Dravit, Oxy-Schörl, Oxy-Vanadium-Dravit, Povondrait, Princivalleit und Vanadio-Oxy-Dravit zur Alkali-Untergruppe 3 in der Turmalingruppe|Turmalinobergruppe.
Da Vanadio-Oxy-Chrom-Dravit erst 2012 als eigenständige Mineralart anerkannt wurde, ist er weder in der veralteten Systematik der Minerale nach Strunz (8. Auflage)|8. Auflage noch in der von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierten Systematik der Minerale nach Strunz (9. Auflage)|9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik verzeichnet. Auch die vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana kennt den Vanadio-Oxy-Chrom-Dravit noch nicht.
Das zuletzt 2018 überarbeitete und aktualisierte ''Lapis-Mineralienverzeichnis'' nach Stefan Weiß, das sich aus Rücksicht auf private Sammler und institutionelle Sammlungen noch nach der alten Form der Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage richtet, führt das Mineral unter dem Namen Vanadio-Oxy-Chromdravit mit der System- und Mineral-Nr. ''VIII/E.19-32'' auf. In der „Lapis-Systematik“ entspricht dies der Klasse der „Silikate und Germanate“ und dort der Abteilung „Lapis-Systematik#Gruppe VIII/E|Ringsilikate“, wo Vanadio-Oxy-Chrom-Dravit zusammen mit Adachiit, Bosiit, Chrom-Dravit, Chromo-Alumino-Povondrait, Darrellhenryit, Dravit, Elbait, Feruvit, Fluor-Buergerit, Fluor-Dravit, Fluor-Elbait, Fluor-Liddicoatit, Fluor-Schörl, Fluor-Tsilaisit, Fluor-Uvit, Foitit, Lucchesiit, ''Luinait-(OH)'' (diskreditiert), Magnesio-Foitit, Maruyamait, Olenit, Oxy-Dravit, Oxy-Chrom-Dravit, Oxy-Foitit, Oxy-Schörl, Oxy-Vanadium-Dravit, Povondrait, Rossmanit, Schörl (Mineral)|Schörl, Tsilaisit, Uvit und Vanadio-Oxy-Dravit die „Turmalin-Gruppe“ bildet.
== Chemismus ==
Vanadio-Oxy-Chrom-Dravit ist das Vanadium-Chrom-Analog von Oxy-Dravit und hat die idealisierte Zusammensetzung [X]Na[Y]V3+3[Z](Cr3+4Mg2)([T]Si6O18)(BO3)3[V](OH)3[W]O, wobei [X], [Y], [Z], [T], [V] und [W] die Positionen in der Turmalingruppe#Kristallstruktur|Turmalinstruktur sind.
Für den Vanadio-Oxy-Chrom-Dravit aus der Typlokalität wurde folgende Zusammensetzung bestimmt:
* [X](Na0,89K0,06◻0,05)[Y](V3+2,77Mg0,17Fe3+0,06)[Z](Cr3+1,85Al1,59V3+0,78Mg1,78)[[T](Si5,95Al0,05)O18](BO3)3[V][(OH)2,91O0,09][W][O0,86F0,14]
Zwischen den Vanadium-, Chrom-, Aluminium-Oxy-Turmalinen besteht vollkommene Mischbarkeit entsprechend der Austauschreaktionen:
* [Y]V3+ = [Y]Cr3+ (Oxy-Chrom-Dravit)
* [Z]Cr3+ = [Z]V3+ (Oxy-Vanadium-Dravit)
* [Z]Cr3+ = [Z]Al3+ (Vanadio-Oxy-Dravit)
* [Y]V3+ + [Z]Cr3+ = [Y]Cr3+ + [Z]Al3+ (Chromo-Alumino-Povondrait)
Die Eisengehalte aller Vanadium-Chrom-Oxy-Turmaline sind vernachlässigbar gering.
== Kristallstruktur ==
Vanadio-Oxy-Chrom-Dravit kristallisiert mit Trigonales Kristallsystem|trigonaler Symmetrie in der
Die Kristallstruktur ist die von Turmalingruppe#Kristallstruktur|Turmalin. Natrium (Na+) besetzt die von 9 Sauerstoffen umgebene X-Position, die oktaedrisch koordinierte [Y]-Position ist überwiegend mit Vanadium (V3+) besetzt und die kleinere, ebenfalls oktaedrisch koordinierte [Z]-Position ist gemischt besetzt mit vier Cr3+ und zwei Magnesium (Mg2+). Die tetraedrisch koordinierte [T]-Position enthält Silizium (Si4+). Die [V]-Anionenposition ist vorwiegend mit (OH)- besetzt und die [W]-Anionenposition vorwiegend mit Sauerstoff (O2-).
== Bildung und Fundorte ==
Die Metamorphe Fazies#Granulit-Fazies (MP/HT)|granulitfaziellen Metasedimente in der Umgebung von Slyudyanka am Südende des Baikalsees in der Oblast Irkutsk, Russland, besonders die graphithaltigen Quarzite des Pereval Marmor-Steinbruchs, sind die Typlokalität von zahlreichen Vanadium- und Chrom-Mineralen, darunter die Turmaline Oxy-Chrom-Dravit, Chromo-Alumino-Povondrait, Vanadio-Oxy-Dravit, Oxy-Vanadium-Dravit und Vanadio-Oxy-Chrom-Dravit. Letzterer wurde hier in 2 leicht unterschiedlichen Mineralvergesellschaftungen beschrieben. Zum einen tritt er mit Quartz, Cr-V-haltigen Tremolit, Glimmergruppe|Glimmern der Reihe Muskowit-Celadonit-Chromphyllit-Roscoelith, Pyroxengruppe|Pyroxenen der Reihe Diopsid-Kosmochlor-Natalyit, Cr-haltigen Goldmanit, Eskolait-Karelianit-Mischkristallen, Turmalinen der Reihe Dravit-Oxy-Vanadium-Dravit, V-haltigen Titanit und Rutil, Ilmenit, Oxyvanit-Berdesinskiit- Mischkristallen, Shreyerit, Plagioklas, Skapolith, Zircon und Pyrit auf. Ein Chrom-reicherer Kristall näher an der idealen Zusammensetzung von Vanadio-Oxy-Chrom-Dravit hat als Begleitminerale Quarz, Calcit, Cr- und V-haltigen Diopsid und Tremolit, Vanadium-haltigen Magnesiochromit, Goldmanit-Uwarowit-Mischkristalle, Escolait-Karelianit-Mischkristalle und weitere V-Cr-Turmaline variabler Zusammensetzung.
* * *
|Autor=John L. Jambor, Edward S. Grew, and Andrew C. Roberts
|Titel=New Mineral Names: Vanadiumdravite
|Sammelwerk=American Mineralogiste
|Band=87
|Datum=2002
|Seiten=1512
|Sprache=en
|Online=[http://www.minsocam.org/msa/ammin/toc/Abstracts/2002_Abstracts/Oct02_Abstracts/Jambor_p1509_02.pdf minsocam.org]
|Format=PDF
|KBytes=74
|Abruf=2022-06-09
Fundortliste für Vanadio-Oxy-Chrom-Dravit beim [https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/MineralDataShow?mineralid=7442§ions=12 Mineralienatlas] (deutsch) und bei [https://www.mindat.org/min-43355.html#autoanchor18 Mindat] (englisch), abgerufen am 5. April 2024.
Kategorie:Anerkanntes Mineral
Kategorie:Trigonales Kristallsystem
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