Ohlerich-Speicher (Bützow)Artikelentwürfe

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 Ohlerich-Speicher (Bützow)

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Der '''Ohlerich-Speicher''' ist ein ehemaliger Getreidespeicher am Hafen der Stadt Bützow im Landkreis Rostock in Mecklenburg. Der Silobau wurde 1937 durch die Firma Ohlerich und Sohn, Getreidegroßhandlung, Schwerin errichtet. Als Teil des Speicherkomplexes zusammen mit dem im Jahr 1904 erbauten Ahron-Speicher gehören die Speicher zu den Baudenkmal|Baudenkmalen der Stadt.
== Architektur ==
Der gesamte Bau wurde aus Stahlbeton und Mauerwerk in Mörtel|Zementmörtel errichtet. Pfahlgründung erfolgte mittels neun Meter langer Holzpfähle, die tief in die tragende Sandschicht getrieben wurden und auch bei niedrigem Wasserstand im Fluss immer im Grundwasser stehen. Der hohe Silobau ist mit einem Walmdach|abgewalmten Satteldach versehen, das mit dunklen Dachziegel|Ziegeln gedeckt ist. Die Wände wurden mit farbigem Zementverputz versehen. Das Silo hat eine Länge von 17,25 Metern und eine Breite von 9,65 Metern, während der Bodenspeicher eine Länge von 13,35 Metern und eine Breite von 15,10 Metern hat. Der gesamte Bau wurde am Westen|westlichen Giebel des bestehenden Ahron’schen Bodenspeichers errichtet. An der neu entstandenen, zur Wassermühle zeigenden Giebelwand wurde eine große Fassadenbeschriftung „Ohlerich u. Sohn“ aus Metalle|Metall angebracht.

Die Rohstofflagerung erfolgte in vierzehn Zellen im Silo, während der Raum unter den Zellen und dem Bodenspeicher für die Annahme von Futtermitteln und Getreide in Sack|Säcken genutzt wurde. Dieser Raum war auf Rampenhöhe, um eine bequeme Beladung und Entladung zu ermöglichen. Darunter war ein Keller für die maschinellen Einrichtungen des Speicherbetriebs, während der verbleibende Raum für die Lagerung von Futtermittel|Futter- und Dünger|Düngemitteln genutzt wurde. Auf der Wasserseite des Silos waren maschinelle Einrichtungen zur Bearbeitung des Getreides in mehreren Geschoss (Architektur)|Stockwerken untergebracht, verbunden durch einen massiven Treppenhaus|Treppenaufgang vom Fundament bis zur Bühne über den Silozellen.
Bauzeichnung der Vorderansicht.jpg|Bauzeichnung der Vorderansicht mit integriertem Ahron-Speicher
Bauzeichnung der Seitenansicht.jpg|Bauzeichnung der westlichen Giebelseite
Giebelwand mit Fassadenbeschriftung 1939.jpg|Giebelwand mit Fassadenbeschriftung


== Betrieb des Speichers ==
Das Getreide wurde bei seiner Ankunft in Fuhrwerken und Lastauto|Lastautos maschinell in das Silo eingelagert. Hierbei kamen waagerechte Trogkettenförderer|Trogförderer und Becherelevatoren zum Einsatz, um das Getreide in die einzelnen Zellen zu befördern. Von dort wurde es je nach Bedarf zu den Bearbeitungsanlagen im vorderen Teil des Silos transportiert. Diese Anlagen umfassten eine automatische Waage, einen Aspiration (Fördertechnik)|Aspirateur zur Reinigung des Getreides, eine Trockner|Trockenanlage und eine Anlage zur Durchlüftung des Getreides. Die Abförderung des Getreides erfolgte hauptsächlich durch kleine Schute (Schiffstyp)|Seeschiffe, die am Bollwerk, fünfzehn Meter entfernt, anlegten. Beim Verladen wurde das Getreide im Silo hochgefördert, über die automatische Waage geleitet und dann durch ein schräges Fallrohr über die Ufer|Uferstraße hinweg in die Schiffe befördert. Die Bedienung der Geräte in den oberen Räumen erfolgte durch eine Person, die sich jedoch nur zeitweise in den Räumen aufhielt. Dank einer Staubabsaugung an den Fördereinrichtungen konnte eine Staubablagerung auf den Böden vermieden werden. Die Zahl der im Betrieb beschäftigten belief sich auf vier bis fünf Personen. Als Aufenthaltsraum diente der im Ahron-Speicher eingebaute ehemalige Büro|Büroraum.

Der Ahron-Speicher wurde gleichzeitig mit Einrichtungen zur mechanischen Beschickung und Entleerung der einzelnen Böden ausgerüstet. Die Anlage wurde so eingerichtet, dass auch das dort lagernde Getreide mit den Einrichtungen des neuen Silos, wie Reinigung, Trockenanlage usw., bearbeitet und ebenso vom Silo aus in Seeschiffe verladen werden konnte.

Vorderansicht mit Rampe und Fallrohr an das Bollwerk.jpg|Vorderansicht mit Rampe und Fallrohr an das Bollwerk.


== Geschichte ==
=== 1912 bis 1945 ===
Aus der im Jahr 1855 durch die Juden|jüdischen Kaufleute Joseph Löwenthal und Semmy Nord in Bützow gegründeten offene Handelsgesellschaft „Joseph Löwenthal & Co.“ entwickelte sich Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts das größte Getreidehandelsunternehmen Norddeutschlands mit Sitz in Schwerin.Vgl. deutscher Reichsanzeiger ab 1855 Im Jahr 1912 kauften sie den „Ahron’schen-Speicher“ am Bützower Hafen von den Gebrüdern Leopold und Martin Ahron. Die beiden Brüder hatten aufgrund ihres hohen Alters beschlossen, ihr Unternehmen aufzulösen und verkauften daher ihren Speicher am Hafen.
=== 1945 bis 2022 ===
Die „Ohlerich und Sohn KG“ nutzte den Silokomplex in Bützow bis 1952. Danach wurden die Speicher am Hafen Verstaatlichung|verstaatlicht und bis 1990 von dem Volkseigener Erfassungs- und Aufkaufbetrieb genutzt.
=== Gegenwart ===
Für das Jahr 2024/25 ist eine umfassende Sanierung (Bauwesen)|Sanierung der Getreidespeicher geplant, um sie in moderne Wohn- und Geschäftsgebäude umzuwandeln.
* [https://www.landkreis-rostock.de/datei/ ... 021%20.pdf Denkmalliste des Landkreises Rostock A ‐ Z] in:Landkreis-Rostock.de


Kategorie:Getreidespeicher
Kategorie:Erbaut in den 1930er Jahren

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