[phpBB Debug] PHP Warning: in file [ROOT]/ext/kinerity/bestanswer/event/main_listener.php on line 514: Undefined array key "poster_answers" Frank Ryan (Politiker) - Deutsches Wikipedia-Forum
'''Francis Richard Ryan''' (genannt '''Frank Ryan'''; * 11. September 1902 in Elton, Knocklong, County Limerick, Irland; † 10. Juni 1944 in Dresden-Loschwitz, Deutschland) war ein irischer Revolutionär, Republikanismus (Irland)|Republikaner, Journalist und Freiheitskämpfer.
== Leben ==
Frank Ryan war eines von neun Kindern (fünf Söhne, vier Töchter) des Lehrer-Ehepaars Vere Ryan und Ann Ryan, geb. Slattery. Er besuchte bis 1916 die örtliche Nationalschule und wechselte dann auf das St. Colman’s College in Fermoy. Nach seinem Abschluss 1921 erhielt er ein vom Bezirksrat des County Limerick vergebenes Stipendium für das University College Dublin (UCD).
Noch vor dem Waffenstillstand im Irischer Unabhängigkeitskrieg|Irischen Unabhängigkeitskrieg 1921, war er Mitglied der ''East Limerick Brigade'' der Irish Republican Army (1919–1922)|IRA geworden. Nach Abschluss des Anglo-Irischer Vertrag|Anglo-Irischen Vertrags stellte er sich im Irischer Bürgerkrieg|Irischen Bürgerkrieg auf die Seite der Vertragsgegner und kehrte zu seiner Irish Republican Army (1922–1969)|IRA-Einheit zurück. Nachdem er von regulären Truppen des Irischer Freistaat|Irischen Freistaats gefangen genommen worden war, wurde er für 18 Monate in Hare Park im Curragh (Irland)|Curragh interniert. Während dieser Zeit gab er eine Lager-Zeitung heraus, ''An Giorrfhiodh''.
Nach seiner Freilassung im November 1923 nahm er sein Studium an der UCD wieder auf. An der Universität gab er das Magazin der ''Cumann Gaedhealach (deutsch: Gälische Gesellschaft)'', ''An Reult (deutsch: Der Stern)'', heraus. 1924 gewann er die Goldmedaille der Gesellschaft in der Disziplin Rhetorik|Redekunst. Er war Mitbegründer des ''UCD Republican Clubs'' und an einer Protestkampagne beteiligt, die sich gegen die Einrichtung eines Offizierslehrgangs der irischen Armee am College wandte. 1925 machte er seinen Abschluss der ''Keltischen Studien'' mit einem cum laude.
Ryan arbeitete anschließend als Irische Sprache|Irisch-Lehrer an der Mountjoy-Schule, bis er die Anstellung wegen der Teilnahme an einem Protest gegen die Feierlichkeiten zum ''Waffenstillstands-Tag'' verlor. Er bekam nun in kurzer Zeit den Ruf eines Straßenredners und Straßenschlacht|Straßenkämpfers. Er wurde einige Male wegen Zusammenstößen mit der Polizei verhaftet. Im Februar 1926 nahm er an den von Hanna Sheehy-Skeffington angeführten Protesten gegen die Aufführung von Seán O’Caseys Stück ''The Plough and the Stars'' im Abbey Theatre teil, das nach Meinung der Demonstranten die Männer und Frauen, die am Osteraufstand 1916 teilgenommen hatten, verspottete. Während dieser Zeit arbeitete er unter Todd Andrews für die ''Irish Tourist Association'' und gab das Magazin ''Irish Travel'' heraus. Er wurde Redakteur des IRA-Magazins ''An t-Oglach'' und 1926 Adjutant in der Dubliner IRA-Brigade. 1929 wurde er Redakteur der IRA-Zeitung ''An Phoblacht'', die zu dieser Zeit vom Britischen Staat observiert wurde.
Als sich die IRA politisch immer weiter nach Politische Linke|links bewegte, spiegelte sich das auch in Ryans ''An Phoblacht''-Artikeln wider. 1930 besuchte er die Vereinigte Staaten|Vereinigten Staaten und sprach bei einer republikanischen Gedenkfeier in New York City|New York. Er war Anhänger der Sozialismus|sozialistischen Gesellschaft ''Saor Éire'', die von der IRA im September 1931 gegründet worden war, betätigte sich dort aber nicht aktiv. Als die Regierung Ende 1931 begann gegen republikanische Aktivitäten durchzugreifen, wurde ''An Phoblacht'' rigoros unterdrückt. Ryan gab stattdessen die Zeitung ''Republican File'' heraus. Im Januar 1932 wurde er wegen Missachtung der Regierung zu drei Monaten Haft im Arbour Hill-Gefängnis verurteilt. Er weigerte sich Gefängniskleidung zu tragen und trat deshalb für zwölf Tage in einen Hungerstreik. Nach dem Wahlsieg der Fianna Fáil im März 1932 wurde er freigelassen.
Die Aktivitäten und Rekrutierungen der IRA hatten sich das ganze Jahr 1932 hindurch verstärkt und Konfrontationen zwischen Republikanern und der neuformierten ''Army Comrades Association'', den so genannten ''Blauhemden'', eskalierten immer häufiger. Im November 1932 erklärte Ryan:
|Text=No matter what anyone says to the contrary, while we have fists, hands, and boots to use, and guns if necessary, we will not allow free speech to traitors.
|Übersetzung=Egal, was irgendjemand gegenteilig sagt, solange wir Fäuste, Hände und Stiefel gebrauchen können, und wenn nötig Waffen, werden wir Verrätern keine freie Meinungsäußerung erlauben.
|ref= Bei der Generalversammlung der IRA 1933 sprach er sich für eine Rückkehr zur Politik der ''Saor Éire'' aus. Mit der Politik der IRA-Führung unzufrieden, lehnte er einen Vorstandsposten ab und trat als Herausgeber der ''An Phoblacht'' zurück. Stattdessen engagierte er sich ab September 1933 in der Jugendorganisation der IRA, der ''Na Fianna Éireann''.
Im März 1934 erreichten die internen Streitigkeiten über die politische Ausrichtung der IRA ihren Höhepunkt. Ryan trat gemeinsam mit Peadar O’Donnell, George Gilmore und Michael Price (Politiker)|Michael Price aus der IRA aus, um den ''Republican Congress'', eine Nachfolgepartei der gescheiterten ''Saor Éire'' zu gründen. Ryan gab wieder eine Parteizeitung heraus und versuchte den ''Congress'' landesweit zu etablieren. Im November 1934 und 1935 führte er Gegenveranstaltungen zum ''Waffenstillstands-Tag'' an, für die er Veteranen der British Army|britischen Armee und Republikaner gewinnen konnte. Nach vielversprechenden Anfängen wuchs der ''Congress'' jedoch nicht weiter und Ryan hatte Mühe, seine Zeitung über Wasser zu halten. Als im Juli 1936 der Spanischer Bürgerkrieg|Spanische Bürgerkrieg begann, gehörte der ''Congress'' zu den wenigen in Irland, die sich Francisco Franco|Francos Putsch gegen die demokratisch gewählte Regierung widersetzten.
Joseph MacRory|Joseph Kardinal MacRory hatte Eoin O’Duffy, den Gründer der ''Blauhemden'', dazu angeregt, die Irish Brigade zur Unterstützung der Putschisten in Spanien aufzustellen. Als Vorsitzender der Irische Bischofskonferenz|Irischen Bischofskonferenz in Maynooth verurteilte er alle, die sich auf die Seite der Spanischen Republik stellten. Ryan schrieb daraufhin:
|Text=As a catholic, I will take my religion from Rome, but as an Irish republican I will take my politics neither from Moscow nor Maynooth.
|Übersetzung=Als Katholik werde ich meine Religion von Rom übernehmen, aber als irischer Republikaner lasse ich mir meine Politik weder von Moskau, noch von Maynooth vorschreiben.
|ref=
Ryan rekrutierte nun Iren, die für die republikanische Seite in Spanien kämpfen wollten. In Spanien war er rangältester irischer Offizier der Internationale Brigaden|Internationalen Brigaden. Er nahm im Februar 1937 an der Schlacht am Jarama teil, wo er verwundet wurde und deshalb im März nach Irland zurückkehrte. Dort gab er die linksgerichtete Zeitung ''Irish Democrat'' heraus und nahm in Dublin an einer gewalttätigen Kundgebung anlässlich der Krönung König Georg VI. (Vereinigtes Königreich)|Georgs VI. teil. Gegen seinen Willen wurde er bei den Wahlen im Juni 1937 als „Antifaschismus|antifaschistischer“ Kandidat für den Wahlbezirk Dublin Süd aufgestellt und holte 875 Stimmen. Nachdem er das ''Book of the XV. International Brigade'' veröffentlicht hatte, ging er nach Spanien zurück. Im März 1938 wurde er an der Aragon-Front erneut verwundet und von italienischen Truppen in Calaceite gefangen genommen. Ryan wurde unter harten Bedingungen in Burgos inhaftiert und zum Tode verurteilt. Thomas Munning, ein irischer Faschismus|Faschist, sagte gegen ihn aus. Von seinen Mitgefangenen wurde er bewundert, weil er den faschistischen Gruß verweigerte und die nationalistische Hymne nicht mitsang. Auf diplomatischen und politischen Druck aus Irland, den Vereinigten Staaten und Großbritannien, wurde Ryans Strafe zwar umgewandelt. Dennoch blieb Ryan noch lange nach Ende des Bürgerkriegs in San Pedro de Cardeña, einem Konzentrationslager im franquistischen Spanien|Konzentrationslager Francos, inhaftiert.
Zwei Agent (Nachrichtendienst)|Agenten der deutschen Abwehrabteilung|Abwehr, die Ryan seit den frühen 1930er-Jahren kannte, erwirkten seine Freilassung aus dem spanischen Gefängnis und brachten ihn im Juli 1940 nach Berlin. Er versuchte, gemeinsam mit Seán Russell, an Bord eines U-Boots nach Irland zu gelangen. Als Russell auf See starb, kehrte das Boot zurück nach Deutschland. Ryans gesundheitlicher Zustand verschlechterte sich in den nächsten Jahren zunehmend. 1942 erlitt er einen Schlaganfall.
Frank Ryan starb in einem Sanatorium in Loschwitz, einem Stadtteil von Dresden, und wurde dort auch zunächst beerdigt. Nach jahrelangen Anstrengungen seiner Familie (besonders seiner Schwester Eilís) und seiner ehemaligen Kameraden, wurden seine sterblichen Überreste am 20. Juni 1979 nach Irland überführt und auf dem Glasnevin Cemetery in Dublin begraben.
== Trivia ==
* Der Folksong ''Viva la Quinta Brigada'' des irischen Sängers Christy Moore ist in weiten Zügen eine Hommage an Frank Ryan. * Die englisch-irische Band The Pogues erwähnt Frank Ryan in einer Zeile ihres Songs ''The Sick Bed of Cúchulainn''. == Quellen ==
* [https://www.dib.ie/biography/ryan-franc ... rank-a7865 Brian Hanley: ''Francis Richard (Frank) Ryan''], Eintrag im „Dictionary of Irish Biographies“, abgerufen am 27. März 2024 (englisch)
* [https://www.qub.ac.uk/sites/frankryan/I ... onarylife/ Queen's University Belfast: ''Frank Ryan: A Revolutionary Life''], Interpretative Resources, Historical Context, abgerufen am 27. März 2024 (englisch)
== Literatur ==
* Michael O‘Riordan: „Connolly Column: Die Geschichte der Iren, die 1936–1939 für die Spanische Republik kämpften“, Warren & Pell, 2005, ISBN 0-9548904-2-6.
* Fearghal McGarry: „Frank Ryan (Historical Association of Ireland: Life and Times)“, University College Dublin Press, 2010, ISBN 978-1-90635-936-2.
* Sean Cronin: „Frank Ryan: The Search for the Republic“, ISBN 978-00860640189.
* Adrian Hoar: „In Grün und Rot: Das Leben von Frank Ryan“, Mount Eagle Publications Ltd, 2004, ISBN 978-0-86322-332-7.
* Fearghal McGarry: „Frank Ryan“, Dozent für irische Geschichte, Dundalgan Press (W. Tempest), 2012, ISBN 978-0-85221-143-4.
* Katja Christina Hirmer: „Frank Ryan: Nationalist, Freiheitskämpfer – und Nazi-Kollaborateur?“, Tectum Wissenschaftsverlag, 2020, ISBN 978-3-82884-398-1.
Kategorie:Person im Irischen Unabhängigkeitskrieg
Kategorie:Mitglieder der Irish Republican Army (1919–1922)
Kategorie:Mitglieder der Irish Republican Army (1922–1969)
Kategorie:Person im Spanischen Bürgerkrieg
Kategorie:Republikaner im Spanischen Bürgerkrieg
Kategorie:Ire
Kategorie:Geboren 1902
Kategorie:Gestorben 1944
Kategorie:Mann
[h4] '''Francis [url=viewtopic.php?t=826]Richard[/url] Ryan''' (genannt '''Frank Ryan'''; * 11. September 1902 in Elton, Knocklong, County Limerick, Irland; † 10. Juni 1944 in Dresden-Loschwitz, Deutschland) war ein irischer Revolutionär, Republikanismus (Irland)|Republikaner, Journalist und Freiheitskämpfer. == Leben == Frank Ryan war eines von neun Kindern (fünf Söhne, vier Töchter) des Lehrer-Ehepaars Vere Ryan und Ann Ryan, geb. Slattery. Er besuchte bis 1916 die örtliche Nationalschule und wechselte dann auf das St. Colman’s College in Fermoy. Nach seinem Abschluss 1921 erhielt er ein vom Bezirksrat des County Limerick vergebenes Stipendium für das University College Dublin (UCD).
Noch vor dem Waffenstillstand im Irischer Unabhängigkeitskrieg|Irischen Unabhängigkeitskrieg 1921, war er Mitglied der ''East Limerick Brigade'' der Irish Republican Army (1919–1922)|IRA geworden. Nach Abschluss des Anglo-Irischer Vertrag|Anglo-Irischen Vertrags stellte er sich im Irischer Bürgerkrieg|Irischen Bürgerkrieg auf die Seite der Vertragsgegner und kehrte zu seiner Irish Republican Army (1922–1969)|IRA-Einheit zurück. Nachdem er von regulären Truppen des Irischer Freistaat|Irischen Freistaats gefangen genommen worden war, wurde er für 18 Monate in Hare Park im Curragh (Irland)|Curragh interniert. Während dieser Zeit gab er eine Lager-Zeitung heraus, ''An Giorrfhiodh''.
Nach seiner Freilassung im November 1923 nahm er sein Studium an der UCD wieder auf. An der Universität gab er das Magazin der ''Cumann Gaedhealach (deutsch: Gälische Gesellschaft)'', ''An Reult (deutsch: Der Stern)'', heraus. 1924 gewann er die Goldmedaille der Gesellschaft in der Disziplin Rhetorik|Redekunst. Er war Mitbegründer des ''UCD Republican Clubs'' und an einer Protestkampagne beteiligt, die sich gegen die Einrichtung eines Offizierslehrgangs der irischen Armee am College wandte. 1925 machte er seinen Abschluss der ''Keltischen Studien'' mit einem cum laude.
Ryan arbeitete anschließend als Irische Sprache|Irisch-Lehrer an der Mountjoy-Schule, bis er die Anstellung wegen der Teilnahme an einem Protest gegen die Feierlichkeiten zum ''Waffenstillstands-Tag'' verlor. Er bekam nun in kurzer Zeit den Ruf eines Straßenredners und Straßenschlacht|Straßenkämpfers. Er wurde einige Male wegen Zusammenstößen mit der Polizei verhaftet. Im Februar 1926 nahm er an den von Hanna Sheehy-Skeffington angeführten Protesten gegen die Aufführung von Seán O’Caseys Stück ''The Plough and the Stars'' im Abbey Theatre teil, das nach Meinung der Demonstranten die Männer und Frauen, die am Osteraufstand 1916 teilgenommen hatten, verspottete. Während dieser Zeit arbeitete er unter Todd Andrews für die ''Irish Tourist Association'' und gab das Magazin ''Irish Travel'' heraus. Er wurde Redakteur des IRA-Magazins ''An t-Oglach'' und 1926 Adjutant in der Dubliner IRA-Brigade. 1929 wurde er Redakteur der IRA-Zeitung ''An Phoblacht'', die zu dieser Zeit vom Britischen Staat observiert wurde.
Als sich die IRA politisch immer weiter nach Politische Linke|links bewegte, spiegelte sich das auch in Ryans ''An Phoblacht''-Artikeln wider. 1930 besuchte er die Vereinigte Staaten|Vereinigten Staaten und sprach bei einer republikanischen Gedenkfeier in New York City|New York. Er war Anhänger der Sozialismus|sozialistischen Gesellschaft ''Saor Éire'', die von der IRA im September 1931 gegründet worden war, betätigte sich dort aber nicht aktiv. Als die Regierung Ende 1931 begann gegen republikanische Aktivitäten durchzugreifen, wurde ''An Phoblacht'' rigoros unterdrückt. Ryan gab stattdessen die Zeitung ''Republican File'' heraus. Im Januar 1932 wurde er wegen Missachtung der Regierung zu drei Monaten Haft im Arbour Hill-Gefängnis verurteilt. Er weigerte sich Gefängniskleidung zu tragen und trat deshalb für zwölf Tage in einen Hungerstreik. Nach dem Wahlsieg der Fianna Fáil im März 1932 wurde er freigelassen.
Die Aktivitäten und Rekrutierungen der IRA hatten sich das ganze Jahr 1932 hindurch verstärkt und Konfrontationen zwischen Republikanern und der neuformierten ''Army Comrades Association'', den so genannten ''Blauhemden'', eskalierten immer häufiger. Im November 1932 erklärte Ryan: |Text=No matter what anyone says to the contrary, while we have fists, hands, and boots to use, and guns if necessary, we will not allow free speech to traitors. |Übersetzung=Egal, was irgendjemand gegenteilig sagt, solange wir Fäuste, Hände und Stiefel gebrauchen können, und wenn nötig Waffen, werden wir Verrätern keine freie Meinungsäußerung erlauben. |ref= Bei der Generalversammlung der IRA 1933 sprach er sich für eine Rückkehr zur Politik der ''Saor Éire'' aus. Mit der Politik der IRA-Führung unzufrieden, lehnte er einen Vorstandsposten ab und trat als Herausgeber der ''An Phoblacht'' zurück. Stattdessen engagierte er sich ab September 1933 in der Jugendorganisation der IRA, der ''Na Fianna Éireann''.
Im März 1934 erreichten die internen Streitigkeiten über die politische Ausrichtung der IRA ihren Höhepunkt. Ryan trat gemeinsam mit Peadar O’Donnell, George Gilmore und Michael Price (Politiker)|Michael Price aus der IRA aus, um den ''Republican Congress'', eine Nachfolgepartei der gescheiterten ''Saor Éire'' zu gründen. Ryan gab wieder eine Parteizeitung heraus und versuchte den ''Congress'' landesweit zu etablieren. Im November 1934 und 1935 führte er Gegenveranstaltungen zum ''Waffenstillstands-Tag'' an, für die er Veteranen der British Army|britischen Armee und Republikaner gewinnen konnte. Nach vielversprechenden Anfängen wuchs der ''Congress'' jedoch nicht weiter und Ryan hatte Mühe, seine Zeitung über Wasser zu halten. Als im Juli 1936 der Spanischer Bürgerkrieg|Spanische Bürgerkrieg begann, gehörte der ''Congress'' zu den wenigen in Irland, die sich Francisco Franco|Francos Putsch gegen die demokratisch gewählte Regierung widersetzten.
Joseph MacRory|Joseph Kardinal MacRory hatte Eoin O’Duffy, den Gründer der ''Blauhemden'', dazu angeregt, die Irish Brigade zur Unterstützung der Putschisten in Spanien aufzustellen. Als Vorsitzender der Irische Bischofskonferenz|Irischen Bischofskonferenz in Maynooth verurteilte er alle, die sich auf die Seite der Spanischen Republik stellten. Ryan schrieb daraufhin: |Text=As a catholic, I will take my religion from Rome, but as an Irish republican I will take my politics neither from Moscow nor Maynooth. |Übersetzung=Als Katholik werde ich meine Religion von Rom übernehmen, aber als irischer Republikaner lasse ich mir meine Politik weder von Moskau, noch von Maynooth vorschreiben. |ref=
Ryan rekrutierte nun Iren, die für die republikanische Seite in Spanien kämpfen wollten. In Spanien war er rangältester irischer Offizier der Internationale Brigaden|Internationalen Brigaden. Er nahm im Februar 1937 an der Schlacht am Jarama teil, wo er verwundet wurde und deshalb im März nach Irland zurückkehrte. Dort gab er die linksgerichtete Zeitung ''Irish Democrat'' heraus und nahm in Dublin an einer gewalttätigen Kundgebung anlässlich der Krönung König Georg VI. (Vereinigtes Königreich)|Georgs VI. teil. Gegen seinen Willen wurde er bei den Wahlen im Juni 1937 als „Antifaschismus|antifaschistischer“ Kandidat für den Wahlbezirk Dublin Süd aufgestellt und holte 875 Stimmen. Nachdem er das ''Book of the XV. International Brigade'' veröffentlicht hatte, ging er nach Spanien zurück. Im März 1938 wurde er an der Aragon-Front erneut verwundet und von italienischen Truppen in Calaceite gefangen genommen. Ryan wurde unter harten Bedingungen in Burgos inhaftiert und zum Tode verurteilt. Thomas Munning, ein irischer Faschismus|Faschist, sagte gegen ihn aus. Von seinen Mitgefangenen wurde er bewundert, weil er den faschistischen Gruß verweigerte und die nationalistische Hymne nicht mitsang. Auf diplomatischen und politischen Druck aus Irland, den Vereinigten Staaten und Großbritannien, wurde Ryans Strafe zwar umgewandelt. Dennoch blieb Ryan noch lange nach Ende des Bürgerkriegs in San Pedro de Cardeña, einem Konzentrationslager im franquistischen Spanien|Konzentrationslager Francos, inhaftiert.
Zwei Agent (Nachrichtendienst)|Agenten der deutschen Abwehrabteilung|Abwehr, die Ryan seit den frühen 1930er-Jahren kannte, erwirkten seine Freilassung aus dem spanischen Gefängnis und brachten ihn im Juli 1940 nach Berlin. Er versuchte, gemeinsam mit Seán Russell, an Bord eines U-Boots nach Irland zu gelangen. Als Russell auf See starb, kehrte das Boot zurück nach Deutschland. Ryans gesundheitlicher Zustand verschlechterte sich in den nächsten Jahren zunehmend. 1942 erlitt er einen Schlaganfall.
Frank Ryan starb in einem Sanatorium in Loschwitz, einem Stadtteil von Dresden, und wurde dort auch zunächst beerdigt. Nach jahrelangen Anstrengungen seiner Familie (besonders seiner Schwester Eilís) und seiner ehemaligen Kameraden, wurden seine sterblichen Überreste am 20. Juni 1979 nach Irland überführt und auf dem Glasnevin Cemetery in Dublin begraben.
== Trivia == * Der Folksong ''Viva la Quinta Brigada'' des irischen Sängers Christy Moore ist in weiten Zügen eine Hommage an Frank Ryan. * Die englisch-irische Band The Pogues erwähnt Frank Ryan in einer Zeile ihres Songs ''The Sick Bed of Cúchulainn''. == Quellen == * [https://www.dib.ie/biography/ryan-francis-richard-frank-a7865 Brian Hanley: ''Francis [url=viewtopic.php?t=826]Richard[/url] (Frank) Ryan''], Eintrag im „Dictionary of Irish Biographies“, abgerufen am 27. März 2024 (englisch) * [https://www.qub.ac.uk/sites/frankryan/InterpretativeResources/HistoricalContext/FrankRyanArevolutionarylife/ Queen's University Belfast: ''Frank Ryan: A Revolutionary Life''], Interpretative Resources, Historical Context, abgerufen am 27. März 2024 (englisch)
== Literatur == * Michael O‘Riordan: „Connolly Column: Die Geschichte der Iren, die 1936–1939 für die Spanische Republik kämpften“, Warren & Pell, 2005, ISBN 0-9548904-2-6. * Fearghal McGarry: „Frank Ryan (Historical Association of Ireland: Life and Times)“, University College Dublin Press, 2010, ISBN 978-1-90635-936-2. * Sean Cronin: „Frank Ryan: The Search for the Republic“, ISBN 978-00860640189. * Adrian Hoar: „In Grün und Rot: Das Leben von Frank Ryan“, Mount Eagle Publications Ltd, 2004, ISBN 978-0-86322-332-7. * Fearghal McGarry: „Frank Ryan“, Dozent für irische Geschichte, Dundalgan Press (W. Tempest), 2012, ISBN 978-0-85221-143-4. * Katja Christina Hirmer: „Frank Ryan: Nationalist, Freiheitskämpfer – und Nazi-Kollaborateur?“, Tectum Wissenschaftsverlag, 2020, ISBN 978-3-82884-398-1.
Kategorie:Person im Irischen Unabhängigkeitskrieg Kategorie:Mitglieder der Irish Republican Army (1919–1922) Kategorie:Mitglieder der Irish Republican Army (1922–1969) Kategorie:Person im Spanischen Bürgerkrieg Kategorie:Republikaner im Spanischen Bürgerkrieg Kategorie:Ire Kategorie:Geboren 1902 Kategorie:Gestorben 1944 Kategorie:Mann
John Francis Keenan, besser bekannt als Frank Keenan, war ein US-amerikanischer Gesetzgebungsassistent und Wahlkampfmitarbeiter. Er arbeitete vor allem unter dem ehemaligen US-Senator John Sherman...
„Mary Alma Ryan“ (1863–1929) war die erste Absolventin der Schule, die zum Saint Mary-of-the-Woods College wurde. Als Schwester der Vorsehung der Heiligen Maria vom Wald (Sisters of Providence of...
'''Ryan Alter'' ist Mitglied des Stadtrats von Austin und dient dem Bezirk 5 des Stadtrats von Austin. Er ist Mitglied der Partei Demokratische Demokratische Partei (Vereinigte Staaten) der...