Vermeidend-restriktive Ernährungsstörung ⇐ Artikelentwürfe
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Die '''vermeidend-restriktive Ernährungsstörung''' (engl. ''Avoidant/restrictive food intake disorder,'' '''ARFID''') ist gekennzeichnet durch die Vermeidung bestimmter Lebensmittel|Nahrungsmittel oder der Nahrungsaufnahme im Allgemeinen zu einem Grad, der für Betroffene negative gesundheitliche und/oder persönliche Konsequenzen hat. Dies kann sowohl Mangelerscheinungen infolge eines nicht gedeckten Nährstoff- und Energiebedarfs und daraus entstehende Probleme umfassen als auch Beeinträchtigungen im Berufs- und Privatleben, z. B. durch Nicht-Teilnahme an bestimmten sozialen Aktivitäten.
Die Ursachen des Vermeidungsverhaltens liegen meist in sensorischen Charakteristika der verschmähten Nahrungsmittel (Geschmack, Geruch, Konsistenz, Aussehen etc.), der Angst vor negativen Folgen (z. B. Erstickung|Ersticken) oder einem generellen Desinteresse an Nahrung begründet. Niemals ist das Verhalten jedoch durch übermäßige Beschäftigung mit dem eigenen Körperbild motiviert,
ARFID als eigenständiges Krankheitsbild wurde erstmals 2013 im DSM-5 definiert und in der Folge auch in den ICD-11 aufgenommen, der 2022 in Kraft trat.
== Symptome und Diagnose ==
Von ARFID Betroffene vermeiden aktiv bestimmte Nahrungsmittel(-gruppen) oder die Nahrungsaufnahme allgemein. Das Verhalten geht dabei weit über die „normale“ Abneigung gegenüber einzelnen Lebensmitteln im Sinne individueller Präferenzen hinaus und zieht bedeutende negative Konsequenzen nach sich.
Bei zu einseitiger oder unzureichender Ernährung verursacht ARFID Mangelerscheinungen, da der Nährstoff- und Energiebilanz (Ernährung)|Energiebedarf des Körpers nicht gedeckt werden kann. Betroffene leiden sehr häufig, aber nicht immer an Untergewicht und daraus entstehenden Komplikationen. Je nach Art der verschmähten Lebensmittel ist aber auch durch ARFID verursachtes Übergewicht möglich.
In der ursprünglichen Fassung des DSM-V von 2013 waren Folgen für die körperliche Gesundheit noch als Notwendige und hinreichende Bedingung|notwendiges diagnostisches Kriterium eingestuft, was in der Fassung von 2022 revidiert wurde.
Als häufigste Ursache der Ernährungsstörung werden sensorische Charakteristika der betroffenen Nahrungsmittel benannt, z. B. deren Geschmack, Geruch, Konsistenz oder Aussehen. Weiterhin kann das Vermeidungsverhalten durch Angst motiviert sein, z. B. vor dem Ersticken, Erbrechen oder Bauchschmerz|Bauchschmerzen, wobei der Störung in diesen Fällen häufig einschlägige negative Erfahrungen vorausgehen.
Prinzipiell wird ARFID nicht durch eine übermäßige Beschäftigung mit dem eigenen Körperbild verursacht, wie z. B. bei Anorexia nervosa|Magersucht oder Bulimie. Auch darf das Vermeidungsverhalten für die Diagnose ARFID nicht auf Nahrungsmittelallergie|Nahrungsmittelallergien, andere organische oder psychische Erkrankungen, Nebenwirkung|Nebenwirkungen von Medikamenten, die Einnahme anderer Substanzen, Entzugssyndrom|Entzugserscheinungen, religiöse Praktiken (z. B. Fasten) oder die mangelnde Ernährungssicherung|Verfügbarkeit von Nahrung zurückzuführen sein.
== Verbreitung ==
Bislang liegen keine Erkenntnisse über die Verbreitung von ARFID in der Bevölkerung vor. Insgesamt sind Kinder und Jugendliche jedoch häufiger betroffen als Erwachsene und im Schnitt jünger als Patienten mit Anorexia nervosa oder Bulimie. Besonders häufig ist die Störung im Zusammenhang mit Autismus zu beobachten, auch hier liegen jedoch noch keine Statistiken vor.
== Differentialdiagnosen ==
Da sich ARFID häufig durch Untergewicht und dessen Folgen (trockene Haut, Lanugohaar, Wachstumsstörung|Wachstumsstörungen, Entwicklungsretardierung|Entwicklungsverzögerungen etc.) äußert, ist eine zentrale Differentialdiagnose Anorexia nervosa. Die Unterscheidung findet durch die Motivation hinter dem Essverhalten statt. Patienten mit Magersucht leiden an einer gestörten Selbstwahrnehmung, solche mit ARFID nicht. Da ARFID eine noch vergleichsweise neue Diagnose darstellt, wird es mitunter als Magersucht fehldiagnostiziert.
Weiterhin kommen gastrointestinale Erkrankungen als Differentialdiagnosen in Betracht, da gastrointestinale Symptome einer Mangelernährung zunächst unspezifisch sein können. Hier besteht die Gefahr, dass das Essverhalten als eine Folge missinterpretiert und nicht als Ursache erkannt wird. der Allgemeinpädiatrie |Ort=Leipzig |Datum=2022 |Online=https://ul.qucosa.de/api/qucosa%3A78565/attachment/ATT-0/
Kategorie:Form der Essstörung [/h4]
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