'''Martha Pfannenschmid'' (1900 - 1999) war eine Schweizer Illustratorin. Als Sekretärin, Laborassistentin und technische Assistentin am Institut für Rechtsmedizin der Universität Basel wurde sie später durch ihre Illustrationen für die Kinderbücher „Heidi“ und „Pinocchio“ bekannt.
==Frühes Leben und Bildung==
Pfannenschmid wurde am 22. März 1900 in Basel in der Schweiz geboren und verbrachte den größten Teil ihres Lebens in dieser Stadt. Ihre Mutter wurde als Ida Tschumi aus Wolfisberg im Kanton Bern geboren. Ihr Vater, Amadeus Rudolf Pfannenschmid, stammte aus einer alten Basler Familie und arbeitete für die Finanzabteilung des Kantons Basel-Stadt. Er war der Sohn eines bekannten Basler Rahmenmachers und Vergolders. In seiner Jugend hatte er sich im Schloss Nymphenburg in München aufgehalten, weil der König von Bayern seine Trommelfähigkeiten bewunderte. Pfannenschmids ältere Schwester starb 1905 an Diphtherie. Sie hatte auch einen Bruder. Nach dem Tod ihres Vaters im Jahr 1923, als dieser im Rhein ertrank, heiratete ihre Mutter noch zweimal erneut, was die Beziehung zwischen Mutter und Tochter belastete. Pfannenschmid entwickelte schon früh ein Talent zum Zeichnen und Malen, das ihr Vater förderte. Sie besuchte die Kunstgewerbeschule Basel und erhielt eine Ausbildung in Grafikdesign, Kunst und Modellieren. Im Rahmen ihres Studiums verbrachte sie längere Zeit in der Toskana, was auch ihre späteren Illustrationen beeinflusste.
==Karriere==
Unterstützt und inspiriert wurde sie durch Freundschaften mit Malern wie Werner Neuhaus und Niklaus Stöcklin sowie mit Stöcklins Frau und Tochter. Zu ihren Interessen gehörten die poetischen, humanistischen und wissenschaftlichen Werke des deutschen Schriftstellers Johann Wolfgang von Goethe und des österreichischen Philosophen Rudolf Steiner. Sie entwarf Theateraufführungen im Goetheanum in Dornach, Schweiz. Mit einem starken Bezug zu Basel schuf sie auch Skizzen der Basler Fasnacht. Auch in ihren späteren Illustrationen wird die enge Verbundenheit zu ihrer Heimatstadt deutlich.
Pfannenschmid spezialisierte sich zunächst auf mikroskopisches Zeichnen am Zoologischen Institut der Universität Basel und arbeitete mit dem Schweizer Zoologen Adolf Portmann zusammen. Zwischen 1925 und 1960 war sie am Institut für Rechtsmedizin der Universität beschäftigt und erstellte dort großformatige Vorlesungstafeln (ca. 1,50 x 3,50 Meter), mit denen den Studierenden die Grundlagen der Rechtsmedizin vermittelt wurden. Die Abdeckung der 53 Lehrtafeln umfasste Traumata durch stumpfe und scharfe Gewalt, Verkehrsunfälle, Schusswunden, Tod durch Stromschlag, Verbrennungen, Vergiftungen, Ertrinken, Erhängen, Kindsmord und Abtreibung sowie Blutentnahme, Blutflecken, Gerinnung, Gefäßverengung, Spermien- und Blutalkoholgehalt und die Struktur eines Gutachtens. Durch diese schematischen Darstellungen konnte die Informationsüberflutung durch Fotos vermieden werden und Idealfälle statt Einzelfälle konnten im Unterricht besprochen werden. Für das Institut für Pathologie der Universität Basel zeichnete Pfannenschmid auch mikroskopische Präparate, die in Lehrbüchern wiedergegeben wurden. ==Buchillustrationen==
Pfannenschmid arbeitete nebenberuflich als Buchillustrator für verschiedene Publikationen und Kinderbücher. Von 1929 bis 1951 illustrierte sie die Kinderbeilage „Der kleine Nazi“ der „Basler Zeitung“, die größtenteils in ihrem Nachlass erhalten ist. Der Name hatte nichts mit dem Nationalsozialismus zu tun, sondern spiegelte die umgangssprachliche Bezeichnung für die „Nationale Zeitung“ in Basel wider. Sie schuf auch Illustrationen für den Schweizerischen Beobachter und die Guten Schriften. Außerdem war sie künstlerisch für die Schweizerische Jugendliteraturstiftung tätig. Von 1939 bis 1945 illustrierte sie Kinderbücher von Johanna Spyri, darunter die „Heidi“-Bücher und „Moni der Geissbub“. In „Heidi“ waren Pfannenschmids Illustrationen zart aquarelliert. Ihre Zeichnungen des Schweizer Alpenkindes mit dunklem, lockigem Haar und rosigen Wangen prägten das Bild von Heidi auf der ganzen Welt und inspirierten sogar die japanische Anime-Serie von 1974. Nach ihrer Pensionierung im Jahr 1960 illustrierte sie unter anderem auch die Kindergeschichte „Pinocchio“ des italienischen Schriftstellers Carlo Collodi. Diese Illustrationen zeigen eine Aufhellung ihrer Farbpalette und eine Steigerung der Ausdruckskraft. Die Illustrationen sowohl für die Heidi-Bücher als auch für Pinocchio wurden im Kleinformat (16 × 12,5 cm) gezeichnet, damit sie aus Qualitätsgründen in Originalgröße gedruckt werden konnten. Für die Illustrationen zu „Pinocchio“ griff Pfannenschmid unter anderem auf die von ihr in Italien angefertigten Zeichnungen zurück.
==Ausstellungen==
Pfannenschmids Arbeiten wurden in verschiedenen Ausstellungen in der Schweiz, unter anderem in der Kunsthalle Basel, sowie im Ausland gezeigt. Anfang 1937 wurde ihre Arbeit unter anderem bei „Les femmes artistes d'Europe“ gezeigt, der internationalen Ausstellung von Kunst von Frauen, die im Jeu de Paume (Museum) in Paris stattfand. Anlässlich ihres 80. Geburtstags im Jahr 1980 wurden ihre Arbeiten in der Galerie Münsterberg und anlässlich ihres 90. Geburtstags in der Universitätsbibliothek Basel ausgestellt, wo ihre Illustrationen zu „Heidi“ und „Pinocchio“ ausgestellt waren. Diese und weitere Werke sind Teil ihres Nachlasses in der Universitätsbibliothek. Andere Werke befinden sich in öffentlichen Sammlungen, in den Sammlungen großer Unternehmen und in Privatbesitz.
==Tod==
Pfannenschmid starb am 27. März 1999 in Basel. Sie wurde in der begraben
1900 Geburten
1999 Todesfälle
Schweizer Illustratoren
Schweizer Kinderbuchillustratorinnen
Menschen aus Basel
[h4] '''Martha Pfannenschmid'' (1900 - 1999) war eine Schweizer Illustratorin. Als Sekretärin, Laborassistentin und technische Assistentin am Institut für Rechtsmedizin der Universität Basel wurde sie später durch ihre Illustrationen für die Kinderbücher „Heidi“ und „Pinocchio“ bekannt. ==Frühes Leben und Bildung== Pfannenschmid wurde am 22. März 1900 in Basel in der Schweiz geboren und verbrachte den größten Teil ihres Lebens in dieser Stadt. Ihre Mutter wurde als Ida Tschumi aus Wolfisberg im Kanton Bern geboren. Ihr Vater, Amadeus Rudolf Pfannenschmid, stammte aus einer alten Basler Familie und arbeitete für die Finanzabteilung des Kantons Basel-Stadt. Er war der Sohn eines bekannten Basler Rahmenmachers und Vergolders. In seiner Jugend hatte er sich im Schloss Nymphenburg in München aufgehalten, weil der König von Bayern seine Trommelfähigkeiten bewunderte. Pfannenschmids ältere Schwester starb 1905 an Diphtherie. Sie hatte auch einen Bruder. Nach dem Tod ihres Vaters im Jahr 1923, als dieser im Rhein ertrank, heiratete ihre Mutter noch zweimal erneut, was die Beziehung zwischen Mutter und Tochter belastete. Pfannenschmid entwickelte schon früh ein Talent zum Zeichnen und Malen, das ihr Vater förderte. Sie besuchte die Kunstgewerbeschule Basel und erhielt eine Ausbildung in Grafikdesign, Kunst und Modellieren. Im Rahmen ihres Studiums verbrachte sie längere Zeit in der Toskana, was auch ihre späteren Illustrationen beeinflusste. ==Karriere== Unterstützt und inspiriert wurde sie durch Freundschaften mit Malern wie Werner Neuhaus und Niklaus Stöcklin sowie mit Stöcklins Frau und Tochter. Zu ihren Interessen gehörten die poetischen, humanistischen und wissenschaftlichen Werke des deutschen Schriftstellers Johann Wolfgang von Goethe und des österreichischen Philosophen Rudolf Steiner. Sie entwarf Theateraufführungen im Goetheanum in Dornach, Schweiz. Mit einem starken Bezug zu Basel schuf sie auch Skizzen der Basler Fasnacht. Auch in ihren späteren Illustrationen wird die enge Verbundenheit zu ihrer Heimatstadt deutlich.
Pfannenschmid spezialisierte sich zunächst auf mikroskopisches Zeichnen am Zoologischen Institut der Universität Basel und arbeitete mit dem Schweizer Zoologen Adolf Portmann zusammen. Zwischen 1925 und 1960 war sie am Institut für Rechtsmedizin der Universität beschäftigt und erstellte dort großformatige Vorlesungstafeln (ca. 1,50 x 3,50 Meter), mit denen den Studierenden die Grundlagen der Rechtsmedizin vermittelt wurden. Die [url=viewtopic.php?t=2623]Abdeckung[/url] der 53 Lehrtafeln umfasste Traumata durch stumpfe und scharfe Gewalt, Verkehrsunfälle, Schusswunden, Tod durch Stromschlag, Verbrennungen, Vergiftungen, Ertrinken, Erhängen, Kindsmord und Abtreibung sowie Blutentnahme, Blutflecken, Gerinnung, Gefäßverengung, Spermien- und Blutalkoholgehalt und die Struktur eines Gutachtens. Durch diese schematischen Darstellungen konnte die Informationsüberflutung durch Fotos vermieden werden und Idealfälle statt Einzelfälle konnten im Unterricht besprochen werden. Für das Institut für Pathologie der Universität Basel zeichnete Pfannenschmid auch mikroskopische Präparate, die in Lehrbüchern wiedergegeben wurden. ==Buchillustrationen== Pfannenschmid arbeitete nebenberuflich als Buchillustrator für verschiedene Publikationen und Kinderbücher. Von 1929 bis 1951 illustrierte sie die Kinderbeilage „Der kleine Nazi“ der „Basler Zeitung“, die größtenteils in ihrem Nachlass erhalten ist. Der Name hatte nichts mit dem Nationalsozialismus zu tun, sondern spiegelte die umgangssprachliche Bezeichnung für die „Nationale Zeitung“ in Basel wider. Sie schuf auch Illustrationen für den Schweizerischen Beobachter und die Guten Schriften. Außerdem war sie künstlerisch für die Schweizerische Jugendliteraturstiftung tätig. Von 1939 bis 1945 illustrierte sie Kinderbücher von Johanna Spyri, darunter die „Heidi“-Bücher und „Moni der Geissbub“. In „Heidi“ waren Pfannenschmids Illustrationen zart aquarelliert. Ihre Zeichnungen des Schweizer Alpenkindes mit dunklem, lockigem Haar und rosigen Wangen prägten das Bild von Heidi auf der ganzen Welt und inspirierten sogar die japanische Anime-Serie von 1974. Nach ihrer Pensionierung im Jahr 1960 illustrierte sie unter anderem auch die Kindergeschichte „Pinocchio“ des italienischen Schriftstellers Carlo Collodi. Diese Illustrationen zeigen eine Aufhellung ihrer Farbpalette und eine Steigerung der Ausdruckskraft. Die Illustrationen sowohl für die Heidi-Bücher als auch für Pinocchio wurden im Kleinformat (16 × 12,5 cm) gezeichnet, damit sie aus Qualitätsgründen in Originalgröße gedruckt werden konnten. Für die Illustrationen zu „Pinocchio“ griff Pfannenschmid unter anderem auf die von ihr in Italien angefertigten Zeichnungen zurück.
==Ausstellungen== Pfannenschmids Arbeiten wurden in verschiedenen Ausstellungen in der Schweiz, unter anderem in der Kunsthalle Basel, sowie im Ausland gezeigt. Anfang 1937 wurde ihre Arbeit unter anderem bei „Les femmes artistes d'Europe“ gezeigt, der internationalen Ausstellung von Kunst von Frauen, die im Jeu de Paume (Museum) in Paris stattfand. Anlässlich ihres 80. Geburtstags im Jahr 1980 wurden ihre Arbeiten in der Galerie Münsterberg und anlässlich ihres 90. Geburtstags in der Universitätsbibliothek Basel ausgestellt, wo ihre Illustrationen zu „Heidi“ und „Pinocchio“ ausgestellt waren. Diese und weitere Werke sind Teil ihres Nachlasses in der Universitätsbibliothek. Andere Werke befinden sich in öffentlichen Sammlungen, in den Sammlungen großer Unternehmen und in Privatbesitz. ==Tod== Pfannenschmid starb am 27. März 1999 in Basel. Sie wurde in der begraben 1900 Geburten 1999 Todesfälle Schweizer Illustratoren Schweizer Kinderbuchillustratorinnen Menschen aus Basel [/h4]
Martha Himmelfarb (* 1952) ist eine US-amerikanische Religionswissenschaftlerin. Zu ihren Schwerpunkten gehören die Zeit des Zweiten Tempels in der jüdischen Geschichte, jüdische und christliche...