[phpBB Debug] PHP Warning: in file [ROOT]/ext/kinerity/bestanswer/event/main_listener.php on line 514: Undefined array key "poster_answers" Ida Hilfiker-Schmid - Deutsches Wikipedia-Forum
Ida Hilfiker-Schmid (12. September 1866 – 29. Juni 1951) war eine Schweizer Gynäkologin und Kinderärztin, Gründerin und Leiterin der Einrichtung, aus der der Inselhof in Zürich wurde, und eine Aktivistin für die Verbesserung des sozialen und rechtlichen Status von Frauen.
== Frühes Leben und Bildung ==
Ida Schmid war die Tochter des Zürcher Kaufmanns Jakob Schmid und der Anna Dorothea, geborene Fenner. Über ihre Kindheit und Jugend ist wenig bekannt. Von 1882 bis 1886 besuchte sie die Lehrerinnenschule in Zürich, wo sie Jenny Koller, Pauline Gottschall und Josephine Zürcher kennenlernte, mit denen sie lebenslange Freundschaft pflegte.
Sie war eine der ersten Schweizerinnen, die 1887 an der Universität Zürich Medizin studierte und 1892 ihr Staatsexamen abschloss. Nach einem kurzen Aufenthalt in Paris im Jahr 1893, wahrscheinlich als Assistenzärztin in einem Krankenhaus, kehrte sie im selben Jahr nach Zürich zurück und eröffnete ihre erste Praxis im Haus ihrer Eltern. 1895 zog Schmid in ihre eigene Wohnung, gründete dort ihre Arztpraxis und promovierte unter der Leitung von Theodor Wyder mit einer Arbeit zum Thema „Über Prolapsoperationen der Zürcher Frauenklinik aus den Jahren 1888–1891“. 1896 heiratete sie Jakob Hilfiker, einen Astronomen und Geodäten, mit dem sie zwei Söhne hatte.
== Karriere und Aktivismus ==
Hilfiker-Schmid engagierte sich seit ihrer Jugend in der Frauenbewegung und dem Frauenwahlrecht. Von 1896 bis 1914 hatte sie zeitweise Führungspositionen innerhalb der Union für Frauenbestrebungen inne. Neben ihrer Privatpraxis arbeitete sie in verschiedenen gemeinnützigen Organisationen und war eng mit der von Anna Heer gegründeten Schweizerischen Pflegerinnenschule mit angeschlossener Entbindungsstation verbunden. Sie gehörte 1908 zu den Initiatorinnen des Stadtzürcherischen Vereins für Frauen-, Mutter- und Säuglingsschutz (später Verein für Mutter- und Säuglingsschutz). Der von ihr gegründete Verein Mütterheim spielte eine wesentliche Rolle bei der Bewältigung der Lebensbedingungen unverheirateter schwangerer Frauen und bot ihnen vor, während und nach der Geburt ihres Kindes im 1911 eröffneten Mütterheim Unterkunft, medizinische Versorgung und soziale Unterstützung.
Neben ihrem Beruf zeichnete sich Hilfiker-Schmid auch als Dozentin und Autorin aus. Ihre Vorträge, die vor allem in „Frauenbestrebungen“, dem Organ des Vereins zur Förderung frauenpolitischer Anliegen, veröffentlicht wurden, veranschaulichten ihr medizinisches Wissen, ihre Erfahrungen und gesellschaftspolitischen Ideen sowie ihre humanistische und demokratische Weltanschauung. Sie beschäftigte sich auch mit dem Schicksal gesellschaftlich verachteter Menschen, unverheirateter Mütter und ihrer Kinder, der hohen Kindersterblichkeit und Prostituierten (Gefahren, Ansteckungsrisiken sexuell übertragbarer Krankheiten). Indem sie sich für konkrete Hilfe statt vorgefasster Ideen und Sanktionen einsetzte, bezog sie öffentlich Stellung gegen eugenische Theorien und Maßnahmen.
== Legacy ==
Hilfiker-Schmid, die bis ins hohe Alter beruflich aktiv blieb, war als Ärztin und Aktivistin für Frauenrechte weithin bekannt. Sie förderte durch ihre Initiativen in von Frauen geführten Vereinen, Organisationen und Institutionen den Aufbau und die Entwicklung sozialer Institutionen in Zürich und engagierte sich in der Berufsausbildung und im ehrenamtlichen Engagement von Frauen. Sie beschäftigte sich mit der sozialen Frage der endemischen Armut in Städten, die sie bekämpfte. Das von ihr gegründete und erfolgreich geleitete Mütterheim bestand bis ins 21. Jahrhundert unter dem Namen Inselhof fort. Ihr unvoreingenommener Umgang mit Prostituierten, unverheirateten Müttern und ihren Kindern stand in scharfem Kontrast zum Hygieniker- und Eugeniker-Diskurs, der in Politik, Medizin und Psychiatrie weit verbreitet ist.
== Ausgewählte Werke ==
* ''Über Prolapsoperationen der Zürcher Frauenklinik aus den Jahren 1888-1891'' (1895)
* „Das Frauenstudium“, in: „Die Frauenbewegung in der Schweiz. „Sechs Vorträge veranstaltet durch die Pestalozzigesellschaft“ (1902), S. 47-66.
* „Gemeinsamer Unterricht beider Geschlechter“, in: „Zeitschrift für Schulgesundheitspflege“, 17 (1904), S. 126-127
* „Weibliches Dienstjahr“, in: „Frauenbestrebungen“, 1909/12, S. 89-92
* "Mutterpflege und Mutterschutz", in: ''Frauenbestrebungen'', 1910/6, pp. 41-43 (part 1); 1910/7, pp. 49-52 (part 2)
* "Ein Mütterheim in Zürich", in: ''Frauenbestrebungen'', 1911/7, pp. 49-52
* "Die Prostitution vom medizinischen Standpunkt aus", in: ''Zur Prostitutionsfrage. 3 Vorträge gehalten in Zürich'' (1912), pp. 3-18
== Bibliography ==
* Nägele, Verena: ''Himmelblau und Rosarot. Vom Haus für gefallene Mädchen zum Sozial-Medizinischen Zentrum für Frau, Mutter und Kind'' (2004)
* Fiereder, Elisabeth: ''Von der Kinderschutzvereinigung Zürich zum Stadtzürcherischen Verein für Mutter- und Säuglingsschutz. Zur Vorgeschichte und Entwicklung der Mütterberatung in der Stadt Zürich im Kontext erster Konstituierung moderner Wohlfahrt und Jugendhilfe'', master's thesis, University of Zurich (2009)
* Thomann Tewarson, Heidi: ''Die ersten Zürcher Ärztinnen. Humanitäres Engagement und wissenschaftliche Arbeit zur Zeit der Eugenik'' (2018)
* Ammann, Ruth: ''Berufung zum Engagement? Die Genossenschafterin und religiöse Sozialistin Dora Staudinger (1886-1964)'' (2020), pp. 384-385
*
1866 births
1951 deaths
Swiss pediatricians
Swiss women physicians
Swiss women's rights activists
Swiss suffragists
University of Zurich alumni
People from Winterthur
19th-century Swiss physicians
20th-century Swiss physicians
19th-century women physicians
20th-century women physicians
Ida Hilfiker-Schmid (12. September 1866 – 29. Juni 1951) war eine Schweizer Gynäkologin und Kinderärztin, Gründerin und Leiterin der Einrichtung, aus der der Inselhof in Zürich wurde, und eine Aktivistin für die Verbesserung des sozialen und rechtlichen Status von Frauen. == Frühes Leben und Bildung ==
Ida Schmid war die Tochter des Zürcher Kaufmanns Jakob Schmid und der Anna Dorothea, geborene Fenner. Über ihre Kindheit und Jugend ist wenig bekannt. Von 1882 bis 1886 besuchte sie die Lehrerinnenschule in Zürich, wo sie Jenny Koller, Pauline Gottschall und Josephine Zürcher kennenlernte, mit denen sie lebenslange Freundschaft pflegte.
Sie war eine der ersten Schweizerinnen, die 1887 an der Universität Zürich Medizin studierte und 1892 ihr Staatsexamen abschloss. Nach einem kurzen Aufenthalt in Paris im Jahr 1893, wahrscheinlich als Assistenzärztin in einem Krankenhaus, kehrte sie im selben Jahr nach Zürich zurück und eröffnete ihre erste Praxis im Haus ihrer Eltern. 1895 zog Schmid in ihre eigene Wohnung, gründete dort ihre Arztpraxis und promovierte unter der Leitung von Theodor Wyder mit einer Arbeit zum Thema „Über Prolapsoperationen der Zürcher Frauenklinik aus den Jahren 1888–1891“. 1896 heiratete sie Jakob Hilfiker, einen Astronomen und Geodäten, mit dem sie zwei Söhne hatte.
== Karriere und Aktivismus ==
Hilfiker-Schmid engagierte sich seit ihrer Jugend in der Frauenbewegung und dem Frauenwahlrecht. Von 1896 bis 1914 hatte sie zeitweise Führungspositionen innerhalb der Union für Frauenbestrebungen inne. Neben ihrer Privatpraxis arbeitete sie in verschiedenen gemeinnützigen Organisationen und war eng mit der von Anna Heer gegründeten Schweizerischen Pflegerinnenschule mit angeschlossener Entbindungsstation verbunden. Sie gehörte 1908 zu den Initiatorinnen des Stadtzürcherischen Vereins für Frauen-, Mutter- und Säuglingsschutz (später Verein für Mutter- und Säuglingsschutz). Der von ihr gegründete Verein Mütterheim spielte eine wesentliche Rolle bei der Bewältigung der Lebensbedingungen unverheirateter schwangerer Frauen und bot ihnen vor, während und nach der Geburt ihres Kindes im 1911 eröffneten Mütterheim Unterkunft, medizinische Versorgung und soziale Unterstützung.
Neben ihrem Beruf zeichnete sich Hilfiker-Schmid auch als Dozentin und Autorin aus. Ihre Vorträge, die vor allem in „Frauenbestrebungen“, dem Organ des Vereins zur Förderung frauenpolitischer Anliegen, veröffentlicht wurden, veranschaulichten ihr medizinisches Wissen, ihre Erfahrungen und gesellschaftspolitischen Ideen sowie ihre humanistische und demokratische Weltanschauung. Sie beschäftigte sich auch mit dem Schicksal gesellschaftlich verachteter Menschen, unverheirateter Mütter und ihrer Kinder, der hohen Kindersterblichkeit und Prostituierten (Gefahren, Ansteckungsrisiken sexuell übertragbarer Krankheiten). Indem sie sich für konkrete Hilfe statt vorgefasster Ideen und Sanktionen einsetzte, bezog sie öffentlich Stellung gegen eugenische Theorien und Maßnahmen.
== Legacy ==
Hilfiker-Schmid, die bis ins hohe Alter beruflich aktiv blieb, war als Ärztin und Aktivistin für Frauenrechte weithin bekannt. Sie förderte durch ihre Initiativen in von Frauen geführten Vereinen, Organisationen und Institutionen den Aufbau und die Entwicklung sozialer Institutionen in Zürich und engagierte sich in der Berufsausbildung und im ehrenamtlichen Engagement von Frauen. Sie beschäftigte sich mit der sozialen Frage der endemischen Armut in Städten, die sie bekämpfte. Das von ihr gegründete und erfolgreich geleitete Mütterheim bestand bis ins 21. Jahrhundert unter dem Namen Inselhof fort. Ihr unvoreingenommener Umgang mit Prostituierten, unverheirateten Müttern und ihren Kindern stand in scharfem Kontrast zum Hygieniker- und Eugeniker-Diskurs, der in Politik, Medizin und Psychiatrie weit verbreitet ist.
== Ausgewählte Werke ==
* ''Über Prolapsoperationen der Zürcher Frauenklinik aus den Jahren 1888-1891'' (1895) * „Das Frauenstudium“, in: „Die Frauenbewegung in der Schweiz. „Sechs Vorträge veranstaltet durch die Pestalozzigesellschaft“ (1902), S. 47-66. * „Gemeinsamer Unterricht beider Geschlechter“, in: „Zeitschrift für Schulgesundheitspflege“, 17 (1904), S. 126-127 * „Weibliches Dienstjahr“, in: „Frauenbestrebungen“, 1909/12, S. 89-92 * "Mutterpflege und Mutterschutz", in: ''Frauenbestrebungen'', 1910/6, pp. 41-43 (part 1); 1910/7, pp. 49-52 (part 2) * "Ein Mütterheim in Zürich", in: ''Frauenbestrebungen'', 1911/7, pp. 49-52 * "Die Prostitution vom medizinischen Standpunkt aus", in: ''Zur Prostitutionsfrage. 3 Vorträge gehalten in Zürich'' (1912), pp. 3-18
== Bibliography ==
* Nägele, Verena: ''Himmelblau und Rosarot. Vom Haus für gefallene [url=viewtopic.php?t=26496]Mädchen[/url] zum Sozial-Medizinischen Zentrum für Frau, Mutter und Kind'' (2004) * Fiereder, Elisabeth: ''Von der Kinderschutzvereinigung Zürich zum Stadtzürcherischen Verein für Mutter- und Säuglingsschutz. Zur Vorgeschichte und Entwicklung der Mütterberatung in der Stadt Zürich im Kontext erster Konstituierung moderner Wohlfahrt und Jugendhilfe'', master's thesis, University of Zurich (2009) * Thomann Tewarson, Heidi: ''Die ersten Zürcher Ärztinnen. Humanitäres Engagement und wissenschaftliche Arbeit zur Zeit der Eugenik'' (2018) * Ammann, Ruth: ''Berufung zum Engagement? Die Genossenschafterin und religiöse Sozialistin Dora Staudinger (1886-1964)'' (2020), pp. 384-385
*
1866 births 1951 deaths Swiss pediatricians Swiss women physicians Swiss women's rights activists Swiss suffragists University of Zurich alumni People from Winterthur 19th-century Swiss physicians 20th-century Swiss physicians 19th-century women physicians 20th-century women physicians [/h4]
'''Hannes Schmid''' (* 1990 in Linz . Vita. Abgerufen am 8. März 2024 . Profil und Vita bei CASTFORWARD. Abgerufen am 8. März 2024.) ist ein deutsch-österreichischer Schauspieler.
'''Walter Schmid''', geboren als Franc Schmid (* 18. Januar 1875 in Gehsteig bei Krainburg / Gastej pri Kranju; † 24. März 1951 in Graz) war ein österreichischer Prähistoriker.
Ida Toby (1899–1976), auch bekannt als „Queen“, war eine australische Linguistin, die an der Dokumentation der Warluwarra-Sprache (Warluwarra) und der Wangka-Yutjurru-Sprache (Wangka-Yutjurru)...
Hamida Banu war Indiens erste Wrestling-Wrestlerin. Sie war für ihre immense Stärke und Entschlossenheit bekannt und dominierte seit ihrem Debüt im Jahr 1937 über ein Jahrzehnt lang die...
'''Ida''', auch ''Ita'' oder ''Hilda,'' (* um 932; † 15. Mai 986), war als Gattin von Liudolf (Schwaben)|Liudolf Herzogin von Herzogtum Schwaben|Schwaben.