WiesentalbrückeArtikelentwürfe

Vorläufige Artikel
Anonymous
 Wiesentalbrücke

Post by Anonymous »

Die „Wiesentalbrücke“ in der Stadt Lörrach ist mit 1201 Metern die drittlängste Straßenbrücke in Baden-Württemberg und gehört auch zu den längsten in Deutschland. Sie ist Teil der A 98 zwischen Luckepass und Homburger Wald und überquert die Wiese, die Bundesstraße 317, den Landschaftspark Grütt und die Wiesentalbahn von Norden nach Süden. Die vierspurige Autobahntrasse ist im Grundriss gekrümmt und steigt nach Süden zum Hang hin an. Da Lörrach in der höchsten deutschen Erdbebenzone liegt, wurde das Bauwerk erdbebensicher konzipiert.''Wiesentalbrücke Lörrach'', S. 3. Seit ihrer Verkehrsfreigabe im Jahr 1983 führt die Wiesentalbrücke die A 98 in östlicher Richtung fort. Eine automatische Zählstation am Ostportal misst das Verkehrsaufkommen auf der Brücke. Im Jahr 2020 nutzten täglich rund 23.000 Fahrzeuge das Bauwerk, wobei der Schwerlastverkehr gut 10 % ausmachte. Die meisten Pfeiler der Wiesentalbrücke wurden im Sommer 2010 von der Stadt Lörrach offiziell für legale Graffitis freigegeben. Seitdem sind die Pfeilerbilder als Brückengalerie bundesweit bekannt.

== Geschichte ==
Aufgrund eines Gutachtens zum Verkehrsplan 1965 entstand die Forderung, auf deutscher Seite eine Autobahn entlang des Hochrheins zu bauen, deren Abschnitt von Märkt aus mit dem Autobahnkreuz Weil am Rhein nach Rheinfelden (Baden) begonnen wurde die 1970er Jahre. Im Dezember 1966 begann das Planfeststellungsverfahren für das Gebiet um Binzen mit Hilfe der B 317, deren Bau im Spätsommer 1968 begann. Ursprünglich war der Straßenabschnitt durch Lörrach zur Durchquerung des Wiesentals geplant als Untergrundstrecke, d. h. die A 98 wäre unter der Wiesentalbahn verlaufen. Im Oktober 1970 beschloss das Bundesverkehrsministerium die allgemeine Trassierung der Hochrheinstraße, im selben Monat wurde der Planfeststellungsbeschluss für den Bauabschnitt zwischen Lucke und Waidhof erlassen.

Erst in den überarbeiteten Plänen von 1976 wurde ein Viadukt zur Überquerung des Wiesentals an erhöhter Stelle geplant. Aus Kostengründen war zunächst nur eine einspurige Brücke vorgesehenSchmidt: „A 98 – Umgehung Lörrach.“ S. 61. Der bauliche Kern des Abschnitts „Umfahrung Lörrach“ war die Wiesentalbrücke, die die Autobahn über das Wiesental bei Lörrach führt
=== Konstruktion ===

Nachdem im Juli 1976 die Baugenehmigung erteilt worden war, begannen Anfang 1977 die vorbereitenden Erdbauarbeiten zwischen Wiesental und Waidhof. Vor Beginn der Arbeiten wurden im Homburger Wald Grabhügel gefunden, die zunächst ausgegraben werden mussten. Zudem mussten umfangreiche Dolinen verfüllt werden. Der Aushub im Abschnitt Homburg belief sich auf 1,3 Millionen Kubikmeter.Schmidt: „A 98 – Umgehung Lörrach.“ S. 63. Die Bauarbeiten für den Autobahnabschnitt in Lörrach selbst begannen im Frühjahr 1978. Bei den Fundamentarbeiten (Ingenieurarbeiten) in der Nähe des Haagener Handelskanals wurden zwei steinerne Kanonenkugeln gefunden im Jahr 1978, die auf eine vermutete Feindverteidigung der Burgherren Rötteln zurückgeführt wurden. Die gefundenen Objekte befinden sich heute im „Dreiländermuseum“.Schmidt: „A 98 – Umgehung Lörrach“. P. 65.

Nachdem im November 1979 die Arbeitsgemeinschaft Wiesentalbrücke unter Führung des Bauunternehmens Bilfinger und Berger den Zuschlag für die Bauarbeiten erhielt, begann im Dezember 1979 der Bau der Wiesentalbrücke von Süden her. Während der Bauphase mussten erhöhte Sicherheitsanforderungen erfüllt werden, da die Brücke ein 300 Hektar großes Wasserschutzgebiet überquertWSG 019 Lörrach: TB 1 - 4 Grütt, WSG-Nr-Amt 336019 verfügbar unter [https:// udo.lubw.baden-wuerttemberg.de/public/ udo.lubw.baden-wuerttemberg.de] und die Stadt Lörrach verfügen über umfangreiche Infrastruktur für die kommunale Grundwasserversorgung im Grüttpark.

Zu diesem Zweck wurde die Brücke so konzipiert, dass das Oberflächenwasser durch Längsrohre im Hohlkasten des Überbaus schadensfrei abgeleitet wird. Während der Bauarbeiten wurde die Baustelle an das kommunale Wasserversorgungssystem angeschlossen, Park- und Werkstattflächen versiegelt und ein Ölwehr errichtet. Die Böschungen einschließlich der Entwässerungsrinnen wurden im gesamten Fahrbahnbereich mit stabilen Kunststofffolien abgedichtet. An die Schächte und Rohrleitungen mussten besondere Anforderungen an die Dichtigkeit gestellt werden. Der Bereich der Wiesentalbrücke wurde zusätzlich mit einer 1,5 Meter dicken Dichtungsschicht gesichert, um im Falle eines schweren Unfalls eine Störung der Wasserversorgung zu verhindern.
Wie für Autobahnbrücken in Deutschland üblich, wurde die Brücke von der Bundesrepublik Deutschland gebaut. Auftraggeber war das Straßenbauamt Bad Säckingen, das die Bauleitung der Stadt Lörrach übertrug. Für die technische Überwachung und die Ausschreibungsplanung war das Fachgebiet Brücken- und Tiefbau des Regierungspräsidiums Freiburg verantwortlich. Zum Wiesentalbrücke-Konsortium gehörten neben Bilfinger und Berger auch Gustav Strumpf aus Rheinfelden (Baden) und Locher & Cie aus der Schweiz. Die Hochbauarbeiten wurden vom Ingenieurbüro „Schmidt + Partner“ aus Basel ausgeführt. „Leonhardt, Andrä und Partner“ aus Stuttgart wurde mit der Prüfung der statischen Berechnung und Gestaltung beauftragt.„Wiesentalbrücke Lörrach“, S. 11.

Nach der Verlegung der Brückenpfeiler betonierte die Arbeitsgemeinschaft im Oktober 1980 das erste Feld des Hohlkastens und konnte den Überbau bis Juli 1982 fertigstellen.''Wiesentalbrücke Lörrach'', S. 10. Die Schalung wurde auf einem Vorschubgerüst aufgebaut. Die für den Bau erforderlichen Gerüstträger wurden mittels Hydrolager bewegt.Walter Jung, Gerhard Möhring (Hrsg.): „Unser Lörrach 1981. Eine Grenzstadt im Spiegel der Zeit.“ 1981, S. 63, 65.

Die Autobahnbrücke wurde am 11. April offiziell für den öffentlichen Verkehr eingeweiht und nach monatelangen Verzögerungen am 12. April 1983 eröffnet. An der Eröffnung nahmen neben dem damaligen Oberbürgermeister Egon Hugenschmidt auch Regierungspräsident Norbert Nothhelfer, der damalige Bundesverkehrsminister Werner Dollinger und der Landeswirtschaftsminister Rudolf Eberle teil. Eine Schülerin aus Lörrach durchschnitt das Band mit den Bundesfarben zur Eröffnung des Abschnitts, und dann zog eine mehrere Kilometer lange Autokolonne mit politischen Prominenten über den freigegebenen Autobahnabschnitt vom Autobahnkreuz Mitte in Richtung Waidhof.< ref>
=== Seit Eröffnung ===
Seit 2005 erfasst die Bundesanstalt für Straßenwesen das Verkehrsaufkommen am Südwestportal der Wiesentalbrücke systematisch mit einer automatischen Zählstation.

Im Jahr 2008 wurde die Wiesentalbrücke für eine Million Euro saniert.[https://www.yumpu.com/de/document/read/ ... -in-baden- Straßenbaubericht 2008, S. 19.] Im Jahr 2010 hat die Stadt Lörrach die Oberfläche der Brückenpfeiler offiziell für legales Graffiti, bekannt als Bridge Gallery, freigegeben.Kai Hendrik Schlusche, Stefan Dieterle: [https://bridge-gallery .de/wp-content/uploads/2013/11/Staedte-und_Gemeindebund.pdf Graffiti am richtigen Platz. Die Brückengalerie im südbadischen Lörrach. (PDF; 1,2 MB) In: Stadt und Gemeinde Interaktiv. Zeitschrift des Deutschen Städte- und Gemeindebundes Berlin/Bonn/Brüssel Nr. 6.2011, S. 268 ff.Kai Hendrik Schlusche: ''[https://bridge-gallery.de/wp-content/up ... eiburg.pdf Kunst aus der Dose & Nie zu spät für Spraygeschichten.]'' (PDF; 2,8 MB) In: Regio Magazin. August 2011, S. 7 ff; Badische Zeitschriften GmbH Freiburg.Willi Adam: ''[https://www.badische-zeitung.de/kultur- ... attraktion Graffiti an Brückenpfeilern: Bridge Gallery wird zur Attraktion].'' In: ''Badische Zeitung.'' 15. August 2011.

In den Sommermonaten 2012 wurde die Brückenkrone für rund zwei Millionen Euro umfassend saniert. Dabei wurde jeweils eine Spur komplett gesperrt und der Verkehr auf die andere umgeleitet. Unter anderem wurden die beschädigten Entwässerungsrohre in der Fahrbahnplatte auf der Brückenoberseite ausgetauscht, damit das tauende Salzwasser an der Unterseite problemlos abfließen kann und den Spannbeton nicht beschädigt. Darüber hinaus wurde die alte, mittlerweile 30 Jahre alte Versiegelungsschicht des Straßenbelags erneuert. Dabei wurden 12.000 Quadratmeter des alten Brückendecks abgerissen.''[https://www.badische-zeitung.de/kreis-l ... ngt-staus- -60832098.html Sanierung der Wiesentalbrücke der A 98 bringt Staus]''. In: ''Badische Zeitung.'' 12. April 2023.

Im Jahr 2020 wurden an der Brücke weitere Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt.

== Beschreibung ==

=== Standort ===
Die 1201 Meter lange Wiesentalbrücke überspannt das Wiesental bei Lörrach und führt die Autobahn A 98 in einem weiten Bogen vom Luckepass bergab nach Lörrach, bevor sie über den zum Dinkelberg gehörenden Homburger Forst wieder an Höhe gewinnt zum Waidhofpass. Entlang des Tals beschreibt die Brücke von Lörrach aus gesehen einen konkaven Bogen und liegt zwischen 6 und 24 Metern über dem Wiesental. Im Nordwesten beginnen die Nord- und Südbrücke im Talkessel auf einer Höhe von 299 m NHN und verlaufen nach Süden bis 339 m NHN (Südbrücke) und die Nordbrücke auf 335 m NHN.
Rund 900 Meter des Brückenbauwerks verlaufen im schmalen Wasserschutzgebiet der Stadt Lörrach. Damit der Verkehr diese Steig- und Gefällekurven problemlos bewältigen kann, variiert die Querneigung der Brücke zwischen 4 und 6 %. Die Auf- und Abfahrten zur Bundesstraße B 317 befinden sich im nordwestlichen Teil der Brücke, die zwischen den Pfeilern 3 und 4 unterquert wird. Die Anschlussstelle 5 heißt „Lörrach-Mitte“ und ist direkt mit der Brücke verbunden Struktur über eine geschwungene Rampenkonstruktion. Die Kreuzung der Ein- und Ausfahrt der Anschlussstelle mit der B 317 wird als Anschlussstelle „Hasenloch“ bezeichnet und gilt als überregionaler Verkehrsknotenpunkt im Landkreis. Die Wiese zwischen den Pfeilern 1 und 2, die Wiesentalbahn zwischen den Pfeilern 12 und 13 und die Brombacher Straße zwischen den Pfeilern 22 und 23, die früher Teil der B 317 war, werden ebenfalls unterquert.

=== Fundament und Widerlager ===
Mit Ausnahme des Pfeilerpaares 26 verfügt die gesamte Wiesentalbrücke über ein Flachfundament. Diese flache Gründung ist möglich, da der Kiesboden im Wiesental an die Oberfläche steigt und der zulässige Bodendruck von 3,5 kg/cm² nicht überschritten wird. Aufgrund von Hangschutt und unregelmäßigen Untergrundverhältnissen wurde das Pfeilerpaar 26 als Pfahlgründung errichtet. Jeder Pfeiler steht auf vier großen Bohrpfählen mit einem Durchmesser von jeweils 120 Zentimetern. Die Pfähle, die in einer Tiefe zwischen 13 und 18 Metern in den Fels hineinragen, stehen auf einem Kalksteinfelsen. Die Pfeiler 27 bis 29 liegen am ansteigenden Hang des Dinkelbergs. Da der Berg an dieser Stelle parallel zum Hang verlaufende Gesteinsschichten aufweist, waren größere und aufwändigere Aushubarbeiten erforderlich. Beide Widerlager der Wiesentalbrücke sind als Kastenwiderlager ausgeführt. Das Widerlager im Nordwesten ist gegen die Böschungsschüttungen und Böschungen gerichtet. In diesem Bereich befinden sich weitere Brückenbauwerke, die die Zu- und Abfahrten der Wiesentalbrücke bilden. Im Bereich des südöstlichen Widerlagers, das am Hang liegt, ist die Stützung der Überbauten aufgrund der Geländeneigung um ein Joch versetzt. Neben einer 45 Meter langen Flügelmauer gibt es eine Verbindungsmauer zwischen der Fahrbahnachse und den beiden Widerlagerhälften. Auch die Widerlager mit den Stützmauern verfügen über Flachfundamente.''Wiesentalbrücke Lörrach'', S. 4

=== Säulensystem ===
Mit einer Höhe von bis zu 32 Metern bildet die Wiesentalbrücke einen Viadukt über das Wiesental. Es besteht aus zwei Spannbetonüberbauten und 59 Brückenfeldern mit jeweils Hohlkastenquerschnitt und ist auf 57 Pfeilern gegründet. Mit Ausnahme der Endfelder, bei denen die Spannweiten zwischen 26 und 37 Metern variieren, betragen die Spannweiten in der Regel 42 Meter. Der Brückenüberbau ist am sogenannten Gruppenpfeiler (Position 17) geteilt. Der 18 Meter breite Pfeiler 17 ist der einzige, der beide Brücken trägt. Der Brückenüberbau wurde geteilt, um kleinere Verschiebewege für die einzelnen Übergangsbauwerke zu erreichen. Die Festpunktpfeiler der vier Brücken liegen jeweils in der Mitte. Jeweils vier Säulen bilden eine Festpunktgruppe. Aufgrund der relativ großen Abstände zwischen den Festpunktpfeilern und den Widerlagern bzw. den Gruppenpfeilern ergeben sich an den Übergängen Verschiebewege, die am Widerlager etwa 40 Zentimeter und am Gruppenpfeiler etwa 80 Zentimeter betragen.
Jeder Pfeiler trägt einen Hohlkastenüberbau, dessen Oberseite die Fahrbahn der Wiesentalbrücke trägt. Jedes dieser Elemente wurde in einem Stück aus Beton der Festigkeitsklasse C35/45 (früher: B 45) gegossen und hat ein Volumen von rund 350 Kubikmetern. Beim Bau dieses Bauteils wurde von vorne nach hinten gearbeitet, so dass am Ende die Betonierfuge geschlossen war.''Wiesentalbrücke Lörrach'', S. 9.

=== Aufbau und allgemeine Informationen ===
Im Grundriss verläuft die Wiesentalbrücke in einem geradlinigen Bogen mit einem Radius von 1000 und 1900 Metern. In der Höhe liegt die Brücke in einer Mulde mit einem Krümmungsradius von 16.000 Metern. Die maximale Längsneigung beträgt 4 %, die Querneigung liegt zwischen 4 und 6 %. Die resultierende Neigung des Überbaus beträgt 7,2 %. Aus diesem Grund wurde großer Wert auf eine besonders stabile Konstruktion und eine gute Isolierung gelegt. Hierzu wurde eine 1 Zentimeter dicke Sandasphaltschicht mit einer 3 Zentimeter dicken Schutzschicht und einer 3,5 Zentimeter dicken Deckschicht verlegt.

Die Verkehrsbelastungen entsprechen der Brückenklasse 60 und der Militärklasse 50/100. Die Trägerhöhe der Straßendecke beträgt 3 Meter. Die Brücke ist für die aufzunehmenden Lasten in Längsrichtung vollständig vorgespannt. Die Litzenspannglieder der Stege überlappen sich im Auflagerbereich. Diese werden beidseitig an den Lisenen verankert. Dadurch soll eine günstige Spannungsverteilung gewährleistet werden. Die Fahrbahnüberbauten der Brücke haben eine Querschnittslänge einschließlich der Randgrenzen von 13,2 und 13,7 Metern,''Wiesentalbrücke Lörrach'', S. 6. Dadurch ergibt sich eine Gesamtbreite der Brücke von 27 Metern.

Alle Hohlräume der Brücke sind begehbar und beleuchtet. Dadurch sind die Säulenköpfe und die Lager auch für Wartungs- und Reparaturarbeiten gut zugänglich.
Aufgrund ihrer Lage und Abmessungen verfügt die Brücke über zwei Windsack-/Seitenwindanzeiger. Die beiden Windsäcke befinden sich unweit der jeweiligen Brückenenden und sind mittig zwischen den beiden Brückenbauwerken positioniert. Auf beiden Seiten sind im Bereich der Wohngebäude absorbierende Lärmschutzwände mit einer Höhe von etwa einem Meter angebracht.

Die Hauptabmessungen der Wiesentalbrücke sind:

Unterkonstruktionen:

1. Beton 14.000 m³

2. Stahlbetonbauteile 1000 t

Aufbauten:

1. Beton 20.500 m³

2. Stahlbetonbauteile 2050 t

3. Vorgespannter Stahl (längs) 470 t

3. Vorgespannter Stahl (quer) 190 t

Fahrbahnfläche 24.400 m²

Überbaufläche 31.000 m²

=== Bridge-Galerie ===
Seit Anfang August 2010 hat die Stadt Lörrach die Nutzung der meisten Pfeiler der Wiesentalbrücke für legale Graffitis genehmigt. Die Verwendung von Graffiti wurde im Juli 2010 von der Behörde genehmigt.Stadt Lörrach: [https://www.loerrach.de/ceasy/resource/ ... download=1 Richtlinien und Regeln für die Nutzung der Freewalls (Brückengalerie) Lörrach]

Grundsätzlich stehen die Säulenpaare 5 bis 22 offiziell zur Verfügung; Die Nummerierung folgt der offiziellen Nummerierung des Brückenbauwerks. Bei den Pfeilerpaaren 3 bis 4, für die keine Genehmigung vorliegt, ist das Gefahrenpotenzial für diese Arbeiten aufgrund der angrenzenden Bundesstraße 3 zu hoch. Die Pfeilerpaare 23 bis 27 sind für Schulvereine, Jugendarbeit oder Wettbewerbe reserviert . Insgesamt wurden 18 Säulenpaare genehmigt. Zur eindeutigen Identifizierung sind den vier Seiten der Doppelsäulen im Gegenuhrzeigersinn jeweils die Buchstaben a bis d zugeordnet. Eine Ausnahme bildet der Pfeiler 17 (Gruppenpfeiler), der sich als einziger über die gesamte Brückenbreite erstreckt.

Jede der 68 Betonwände verfügt über eine Malfläche von rund 16 Quadratmetern. Hinzu kommen Seitenwände von jeweils rund 6 Quadratmetern. Daraus ergibt sich eine Gesamtnutzfläche von 1.500 Quadratmetern Malfläche, die optional durch Sondervereinbarung auf über 2.200 Quadratmeter erweitert werden kann. Ein ähnliches Konzept einer Brückengalerie ist aus Anderlecht-Neerpede bekannt, wo unter einer belgischen Autobahnbrücke ein parkähnlicher Bereich mit Graffiti-Kunst angelegt wurde. Das Konzept ist bisher einzigartig in Deutschland (Jahr: 2024).Schlusche: ''Graffiti unter der Autobahn; „Die Brückengalerie in Lörrach.“ S. 8–11.

Seit ihrer Gründung hat sich die Bridge Gallery an der Wiesentalbrücke in Lörrach zu einem beliebten Hotspot der Graffiti-Szene aus ganz Europa entwickelt.Schlusche: Graffiti unter der Autobahn; Die Brückengalerie in Lörrach. Die Freilichtgalerie wird zunehmend in Reiseführern und Sammlungen zu besonderen Orten in Lörrach erwähnt. Die Stadt Lörrach bietet Führungen an.


Wiesentalbrücke - Bridge Gallery5.jpg|Großes Graffiti am Nordpfeiler 22
Wiesentalbrücke - Bridge Gallery6.jpg|Großes Graffiti am Nordpfeiler 23
Wiesentalbrücke - Brückengalerie.jpg|Säulen 21 bis 18 (Blick nach Westen)
Lörrach - Tumringen - Wiesenbrücke Graffiti3.jpg|Graffiti am Südpfeiler 18


=== Verkehrsaufkommen ===
Seit 2005 erfasst eine automatische Zählstation der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) am Südwestportal der Wiesentalbrücke das jährliche durchschnittliche tägliche Verkehrsaufkommen. Die offizielle BASt-Nummer des Erfassungssystems ist 8003. In die Messung fließen die Werte für die Gesamtzahl der Fahrzeuge pro 24 Stunden und den Anteil der schweren Nutzfahrzeuge (LKW) ein. Das System misst sowohl den Verkehr in Richtung der Anschlussstelle „Lörrach-Mitte“ als auch den Verkehr in Richtung „Lörrach-Ost“. Der Verkehrsanteil ist in beide Richtungen etwa gleich groß, verlagert sich jedoch in den letzten Jahren zunehmend in Richtung Lörrach-Mitte.

Bis zum Jahr 2002 führte die Wiesentalbrücke nur bis zur Anschlussstelle Lörrach-Ost in östlicher Richtung, von wo aus eine Weiterfahrt in östlicher Richtung nur noch auf der Bundesstraße 34 möglich war. Ab 2003 war die „Stichstraße“ zunächst einspurig angeschlossen, und ab 2010 zweispurig über die Kreuzung A 861 nach Rheinfelden (Baden)|Rheinfelden und weiter in die Schweiz. Dies führte auch zu einer deutlichen und nachhaltigen Zunahme des Verkehrs über die Wiesentalbrücke.

== Begleitende Baumaßnahmen ==
Am südlichen Ortseingang des Lörracher Stadtteils Brombach wurde Anfang der 1980er Jahre in unmittelbarer Nähe der Brückenbaustelle eine 26 Meter hohe vertikale Betonproduktionsanlage errichtet. Dieses Betonwerk existiert noch heute und ist heute ein Produktionsstandort des Schweizer Zementherstellers Holcim.

Vor Beginn der Bauarbeiten an der Wiesentalbrücke musste sichergestellt werden, dass ein Erdrutsch im August 1979 die Trasse der bergab verlaufenden Autobahn A 98 im Bereich des Röttelnweiler Weilers („Röttler Hang“) nicht beeinträchtigen würde auf lange Sicht. An dieser Stelle durchquert die Autobahntrasse in einem 250 Meter langen Einschnitt das Röttlertal; Die Talmulde verläuft mit einer Neigung von 18 bis 20° bergauf. Die geologisch ungünstigen Bedingungen an dieser Stelle bestehen aus oligozänen Ton- und Tonsteinschichten, Sand- und Sandsteinablagerungen sowie einem 350 Meter langen und 150 Meter breiten fossilen ErdrutschPeter Wagenplast: [https://produkte.lgrb -bw.de/docPool/c173_data.pdf ''Ingenieurgeologische Gefahren in Baden-Württemberg''.] Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau, Information 16, Freiburg i. Br. 2005, S. 52 (Fallbeispiel: Einschnitt in der Bundesstraße A 98 bei Lörrach Der rutschende Boden machte das Ausheben eines Einschnitts erforderlich und da die Gleitreibung in diesem Bereich zu gering war, mussten zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt werden. In Um die Bewegung des Hangs zu bremsen, wurde im Einschnittbereich eine Ballastierung angebracht und zur Verbesserung der Wasserdurchlässigkeit eine Betonpfahlplatte und ein Tiefenentwässerungsschlitzsystem eingebaut. Dadurch konnte der Erdrutsch abgestützt und gleichzeitig entwässert werden. Schmidt: ''A 98 – Umgehung Lörrach''. S. 66.
Im Anschluss an diese Maßnahmen wurde die bergseitige Böschung terrassenförmig mit verankerten Wandelementen aus Stahlbeton gesichert. Auf einem 350 Meter langen Abschnitt, rund 500 Meter nordwestlich des nördlichen Brückenanfangs, ragt aus diesen Gründen eine bis zu 22 Meter hohe Stützmauer aus Beton in die Höhe. Herzstück der Stützmauer sind 135 einbetonierte Ankerköpfe, die bis zu 37 Meter in den Boden ragen. Jeder dieser auf fünf Ebenen verteilten Ankerköpfe hält einem Gewicht von rund 40 Tonnen stand. Die Ankerköpfe wurden im August 2015 für 80.000 Euro saniert.Die Oberbadische: [https://www.verlagshaus-jaumann.de/inha ... 7145-7427- 42f2-a1ae-3118cb26b7ca.html ''Berg wird neu verankert''], Artikel vom 13. August 2015, Um die Massivität dieser Betonmauer zu reduzieren, wurden Begrünungsmaßnahmen an den zahlreichen Bermen durchgeführt.< ref>Schmidt: ''A 98 – Umgehung Lörrach''. P. 67.

Da die Trasse südlich der Wiesentalbrücke das Gebiet des Homburger Stadtwaldes trennt, verbinden seitdem zwei Fußgängerbrücken Lörrach mit dem Wald, der als Naherholungsgebiet gilt.

== Rezeption ==

=== Tourismus ===
Wenige Kilometer vor der Wiesentalbrücke befindet sich auf beiden Seiten der Straße eine Touristeninformationstafel über die ehemalige Höhenburg Rötteln, heute eine weithin sichtbare Ruine auf einem Berggipfel über dem Wiesental. Die Schilder befinden sich an den Autobahnkilometern 6,2 und 9,5 der A 98 und zeigen neben der Burg und dem Wiesental auch die Hügel und Berge des Schwarzwalds. Der Blauen (Badenweiler) ist auf dem Schild als markantester Gipfel mit einem Sendemast an seiner Spitze dargestellt. Die Aussicht, ähnlich der auf der Informationstafel eingefangenen, lässt sich insbesondere bei der Fahrt nach Westen von Lörrach-Ost über die Wiesentalbrücke genießen. Diese Bildinformationstafel ist eine von insgesamt vier entlang der A 98.
=== Bildende Kunst ===
Die charakteristische Verkehrsstruktur in Lörrach wurde von regionalen Künstlern aufgegriffen. 1988 malte der Bauhaus-Student Arthur Schmidt ein Bild im Stil des Expressionismus (Expressiver Realismus (Kunst)) mit dem Titel „Landscape Conservation Area“. Es zeigt den Fernblick knapp unterhalb der Luke an der Röttler Kirche hinunter ins Wiesental. Der Blick von der Autobahntrasse führt am Schloss Rötteln vorbei. Die Wiesentalbrücke erstreckt sich bis in den fernen Horizont. Das Bild wurde mit Mischtechnik auf Papier gemalt; Auch Pastelle und Bleistift kamen zum Einsatz.Sammlung des Dreiländermuseums: „ [https://loerrach.iserver-online2.de/obj ... &ref=21819 Landschaftsschutzgebiet“ von Arthur Schmidt]“

Anfang der 1980er Jahre thematisierte die bildende Künstlerin Waltraud Hett die Wiesentalbrücke in einem Gemälde mit dem Titel „Autobahnbau bei Rötteln“. Es zeigt einen Baukran neben der Autobahnbrücke, die Bauarbeiten an der Brücke und im Hintergrund die Landschaft und Siedlung von „Tumringen“ und „Rötteln“.Sammlung des Dreiländermuseums:„[https: //loerrach.iserver-online2.de/objekt_start.fau?prj=loerrach&dm=Sammlung&ref=21819 Autobahnbau bei Rötteln“ von Waltraud Hett]

Beide Bilder befinden sich in der Sammlung des Dreiländermuseums.



== Bibliographie ==

* * Arbeitsgemeinschaft Wiesentalbrücke (Hrsg.): ''Wiesentalbrücke Lörrach'', Freiburg 1982.
* * * *

* Regionalinformationssystem Baden-Württemberg: [https://www.leo-bw.de/web/guest/detail- ... C3%B6rrach +Haagen+Autobahntrasse+%C3%BCber+das+Wiesental+Bild+1 Fotodokument zum Bau der Wiesentalbrücke (1980)]
* Deutsche Digitale Bibliothek: [https://www.deutsche-digitale-bibliothe ... wType=list Historische Bilder vom Bau der Wiesentalbrücke]
* Stadt Lörrach: [https://www.loerrach.de/de/Loerrach-Erl ... ene-Brücke Offene Brücke Lörrach]

Brücken in Deutschland
Baden-Württemberg
Brücken in Europa
Autobahnen in Deutschland
Lörrach (Bezirk)

Quick Reply

Change Text Case: