Die Bergwerkskatastrophe von Hausdorf war ein Bergwerksunglück, das sich am 9. Juli 1930 am Kurt-Schacht der Wenceslaus-Mine in Hausdorf (heute Jugów) in der Nähe von Neurode (heute Nowa Ruda) in Niederschlesien, damals Teil Deutschlands, ereignete. Auslöser der Katastrophe war ein plötzlicher Kohlendioxidausbruch im Bergwerk. Den örtlichen Gedenkstätten und späteren regionalen Geschichtsberichten zufolge kamen 151 Bergleute ums Leben, einige zeitgenössische ausländische Zeitungsberichte gaben jedoch später die Zahl von 152 an.
Der Unfall war eine der schlimmsten Bergbaukatastrophen in der Geschichte des Neuroder Reviers. Es traf eine Zeche, die als einer der wichtigsten industriellen Arbeitgeber im Bezirk galt. Spätere regionale Geschichtsschreibungen bezeichneten die Wenzelsgrube in den 1920er Jahren als den größten und modernsten Arbeitgeber im Landkreis Glatz mit etwa 4.600 Arbeitern.
==Hintergrund==
Der Kurt-Schacht in Hausdorf war Teil des Wenceslaus-Grubenkomplexes. In den Wochen vor der Katastrophe kam es in der Grube bereits zu kleineren Kohlendioxid-Vorfällen. Spätere Berichte brachten die Katastrophe mit der besonderen Gasgefahr des Flözes in diesem Teil des niederschlesischen Kohlereviers in Verbindung.
==Katastrophe==
Frühe Nachrichtenberichte, die am 10. Juli 1930 veröffentlicht wurden, beschrieben das Ereignis als „Kohlegasexplosion“ und gaben an, dass etwa 200 Bergleute eingeschlossen worden seien und zunächst 20 Leichen geborgen worden seien.
Zeitgenössischen deutschen Presseberichten zufolge ereignete sich der Ausbruch gegen 16:00 Uhr im 17. Abschnitt der Mine und breitete sich schnell auf angrenzende Abbaustätten aus, wobei er die Bergleute überwältigte, bevor viele entkommen konnten. Rettungsteams aus anderen niederschlesischen Gruben wurden zum Unfallort geschickt und konnten zahlreiche Männer lebend bergen, viele von ihnen waren aufgrund einer Gasvergiftung bewusstlos.
Die endgültige zeitgenössische deutsche Bilanz belief sich im Allgemeinen auf 151 Tote und 59 Gerettete. Die Bergung der Leichen dauerte etwa vier Wochen.
==Beerdigung und öffentliche Reaktion==
Die Katastrophe erregte in Deutschland bundesweite Aufmerksamkeit. Der Reichstag (Weimarer Republik) nahm am 10. Juli 1930, einen Tag nach der Katastrophe, eine formelle Beileidsbekundung auf.
Am 13. Juli 1930 fand auf dem katholischen Friedhof in Hausdorf eine Massenbestattung statt. Spätere Regionalgeschichten besagen, dass mehr als 20.000 Menschen aus der Umgebung und aus der benachbarten Tschechoslowakei anwesend waren. Zu den anwesenden Beamten gehörten Reichstagspräsident Paul Löbe und hochrangige Vertreter der preußischen Landesverwaltung. Viele der aus Hausdorf geborgenen Bergleute wurden in drei Massengräbern beigesetzt, andere wurden in Nachbargemeinden beigesetzt.
==Nachwirkungen==
Die Katastrophe hatte schwerwiegende wirtschaftliche und soziale Folgen für den Bezirk. Spätere regionale Geschichten verbinden es direkt mit dem Niedergang der Wenzelsmine. Da es keine ausreichende staatliche oder betriebliche Unterstützung für den Weiterbetrieb gab, wurde das Bergwerk am 28. Januar 1931 geschlossen, wodurch etwa 2.600 Bergleute arbeitslos wurden.
Zum Gedenken an die Verstorbenen wurde später am Eingang zum Hausdorfer Friedhof ein Gedenkkreuz des Bildhauers August Wittig aufgestellt.
==Siehe auch==
* Liste der Unfälle und Katastrophen nach Zahl der Todesopfer
* Bergbauunfall
* 1941 Kohlendorfer Bergbaukatastrophe
Bergbaukatastrophe von 1930
Bergbaukatastrophen in Deutschland
Geschichte Schlesiens
1930 in Deutschland
Juli 1930
Die Bergwerkskatastrophe von Hausdorf war ein Bergwerksunglück, das sich am 9. Juli 1930 am Kurt-Schacht der Wenceslaus-Mine in Hausdorf (heute Jugów) in der Nähe von Neurode (heute Nowa Ruda) in Niederschlesien, damals Teil Deutschlands, ereignete. Auslöser der Katastrophe war ein plötzlicher Kohlendioxidausbruch im Bergwerk. Den örtlichen Gedenkstätten und späteren regionalen Geschichtsberichten zufolge kamen 151 Bergleute ums Leben, einige zeitgenössische ausländische Zeitungsberichte gaben jedoch später die Zahl von 152 an. Der Unfall war eine der schlimmsten Bergbaukatastrophen in der Geschichte des Neuroder Reviers. Es traf eine Zeche, die als einer der wichtigsten industriellen Arbeitgeber im Bezirk galt. Spätere regionale Geschichtsschreibungen bezeichneten die Wenzelsgrube in den 1920er Jahren als den größten und modernsten Arbeitgeber im Landkreis Glatz mit etwa 4.600 Arbeitern.
==Hintergrund== Der Kurt-Schacht in Hausdorf war Teil des Wenceslaus-Grubenkomplexes. In den Wochen vor der Katastrophe kam es in der Grube bereits zu kleineren Kohlendioxid-Vorfällen. Spätere Berichte brachten die Katastrophe mit der besonderen Gasgefahr des Flözes in diesem Teil des niederschlesischen Kohlereviers in Verbindung.
==Katastrophe== Frühe Nachrichtenberichte, die am 10. Juli 1930 veröffentlicht wurden, beschrieben das Ereignis als „Kohlegasexplosion“ und gaben an, dass etwa 200 Bergleute eingeschlossen worden seien und zunächst 20 Leichen geborgen worden seien. Zeitgenössischen deutschen Presseberichten zufolge ereignete sich der Ausbruch gegen 16:00 Uhr im 17. Abschnitt der Mine und breitete sich schnell auf angrenzende Abbaustätten aus, wobei er die Bergleute überwältigte, bevor viele entkommen konnten. Rettungsteams aus anderen niederschlesischen Gruben wurden zum Unfallort geschickt und konnten zahlreiche Männer lebend bergen, viele von ihnen waren aufgrund einer Gasvergiftung bewusstlos. Die endgültige zeitgenössische deutsche Bilanz belief sich im Allgemeinen auf 151 Tote und 59 Gerettete. Die Bergung der Leichen dauerte etwa vier Wochen.
==Beerdigung und öffentliche Reaktion== Die Katastrophe erregte in Deutschland bundesweite Aufmerksamkeit. Der Reichstag (Weimarer Republik) nahm am 10. Juli 1930, einen Tag nach der Katastrophe, eine formelle Beileidsbekundung auf. Am 13. Juli 1930 fand auf dem katholischen Friedhof in Hausdorf eine Massenbestattung statt. Spätere Regionalgeschichten besagen, dass mehr als 20.000 Menschen aus der Umgebung und aus der benachbarten Tschechoslowakei anwesend waren. Zu den anwesenden Beamten gehörten Reichstagspräsident Paul Löbe und hochrangige Vertreter der preußischen Landesverwaltung. Viele der aus Hausdorf geborgenen Bergleute wurden in drei Massengräbern beigesetzt, andere wurden in Nachbargemeinden beigesetzt.
==Nachwirkungen== Die Katastrophe hatte schwerwiegende wirtschaftliche und soziale Folgen für den Bezirk. Spätere regionale Geschichten verbinden es direkt mit dem Niedergang der Wenzelsmine. Da es keine ausreichende staatliche oder betriebliche [url=viewtopic.php?t=14022]Unterstützung[/url] für den Weiterbetrieb gab, wurde das Bergwerk am 28. Januar 1931 geschlossen, wodurch etwa 2.600 Bergleute arbeitslos wurden.
Zum Gedenken an die Verstorbenen wurde später am Eingang zum Hausdorfer Friedhof ein Gedenkkreuz des Bildhauers August Wittig aufgestellt.
==Siehe auch== * Liste der Unfälle und Katastrophen nach Zahl der Todesopfer * Bergbauunfall * 1941 Kohlendorfer Bergbaukatastrophe
Bergbaukatastrophe von 1930 Bergbaukatastrophen in Deutschland Geschichte Schlesiens 1930 in Deutschland Juli 1930 [/h4]
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