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 Maria Gertrude Maderni

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Maria Gertrude Maderni (geb. Maria Colomba Maderni; 1703 – 22. Juli 1771) war eine Ursulinen-Nonne, die das Kloster Unserer Lieben Frau von Loreto in Bellinzona gründete und leitete. Sie war eine Vertreterin der herrschenden Elite und diente von 1730 bis zu ihrem Tod als Oberin oder Pfarrerin.

== Frühes Leben und Familie ==
Maria Colomba Maderni wurde 1703 in Mendrisio als Tochter des aus Capolago stammenden Alessandro Maderni (1665–1726) und der aus Mailand stammenden Ursula Caterina Musatelli (oder Mussitelli) geboren. Sie war das dritte von sieben Kindern.
Zu ihren Geschwistern gehörten Giulia Maderni, die Wohltäterin des Kapuziner-Klarissen-Klosters St. Josef in Lugano wurde, und Giambattista Maderni, der in der Römischen Kurie tätig war, bevor er Erzpriester von Mendrisio wurde. Die Familie Maderni war eine Bürgerfamilie von Capolago mit Zweigstellen in Mendrisio und Lugano ab dem 17. Jahrhundert. Sie waren Großgrundbesitzer und zählten namhafte Künstler zu ihren Mitgliedern, darunter den Architekten Carlo Maderno.

== Religiöses Leben ==
Maria Colomba Maderni erhielt wie ihre Schwestern eine ihrem gesellschaftlichen Stand entsprechende Ausbildung. Sie trat in das Ursulinenkloster Mendrisio ein, legte 1724 den Schleier ab und nahm den Ordensnamen Maria Gertrude an. Trotz ihrer relativen Jugend wurde sie bereits 1729 zur Oberin gewählt.

=== Gründung des Klosters Bellinzona ===
Im Jahr 1730 erhielt Maderni zusammen mit einer weiteren Schwester, Bianca Teresa Ghiringhelli, den Auftrag, in Bellinzona eine Ursulinengemeinschaft zu gründen. Die Initiative, die Gesellschaft der Heiligen Ursula dazu zu bringen, Mädchen in der Stadt eine Ausbildung zu ermöglichen, ging von der Familie Molo-Sermayno aus, insbesondere von Leutnant Fulgenzio Maria Molo-Sermayno. Ohne einen männlichen Erben und mit acht Töchtern (zwei weitere wurden 1736 geboren) widmete er zwischen 1738 und 1743 einen großen Teil seines Vermögens dem Bau eines imposanten Gebäudes, das den Anforderungen der Klausur angepasst war. Das Gebäude wurde später zwischen 1848 und 1851 zum Sitz der Kantonsregierung (Kanton Tessin) umgebaut. Töchter aus den einflussreichsten Familien von Bellinzona (Bacilieri, Bonzanigo, Chicherio, Magoria, de Molo, Paganini, Sacchi, Vonmentlen) traten bald in das Kloster ein.

=== Verwaltung und Entwicklung ===
Unter der Leitung von Maria Gertrude Maderni als Oberin oder Pfarrerin von 1730 bis zu ihrem Tod (mit einer Unterbrechung zwischen 1747 und 1750) erlangte die Einrichtung schnell Wohlstand. Als kultivierte Frau und geschickte Verwaltungsfrau gründete sie eine Bäckerei (die insbesondere Kekse herstellte), ein Internat, eine externe Schule für Mädchen in der Stadt und die Schule für christliche Lehre.

Sie musste sich auch mit einem langen und komplexen Rechtsstreit auseinandersetzen, den Schwester Fulgenza Marianna Molo, die Tochter des Gründers der Einrichtung, mit Unterstützung ihrer Verbündeten Francesca Lucia Paganini gegen das Kloster angestrengt hatte. Dieser Spaltungskonflikt betraf verschiedene Aspekte, die wichtige finanzielle Fragen berührten (die Mitgift von Fulgenza Marianna Molo und Francesca Lucia Paganini und die entsprechenden Renten, die Nachlässe der Gründerin), das Verhalten der Ordensschwestern (das Maria Gertrude Maderni restriktiver auffasste) und ganz allgemein die Machtkontrolle innerhalb des Klosters. Nach diesem Streit, an dem sowohl kirchliche als auch zivile Gerichte beteiligt waren, wurde die Klosterherrschaft 1761 auf Wunsch von Maria Gertrude Maderni reformiert, um die Rechte und Pflichten der Ordensschwestern besser zu definieren und die Institution an das konventionelle Modell anzupassen und so ihre Konsolidierung sicherzustellen. Maria Gertrude Maderni führte auch die Herz-Jesu-Verehrung in Bellinzona und im Augustinerkloster Monte Carasso ein.

=== Legacy ===
Zahlreiche von ihr verfasste Dokumente sind erhalten geblieben, darunter ein umfangreiches Kontobuch des Klosters Bellinzona, das sie relativ autonom verwaltete. Wie andere Frauen ihrer Familie, die gut in die religiösen Institutionen südlich der Alpen integriert waren, entwickelte Maria Gertrude Maderni ein umfangreiches Netzwerk an Kontakten in den verschiedenen Klöstern des Tessins und konnte sich insbesondere dank ihrer hohen sozialen Stellung Handlungsräume erschließen.

== Bibliographie ==

* Caldelari, Adolfo: „Il palazzo delle Orsoline. „Da monastero a residenta Governorativa“, 1973.
* Bellettati, Daniela: „Orsoline di Bellinzona“, in: „Helvetia Sacra“, VIII/1, 1994, S. 124–132.
* Nicoli, Miriam; Cleis, Franca: „Eine Illusion weiblicher Einfachheit.“ Die Annalen der Ursulinen von Bellinzona (1730-1848)'', 2021.

1703 Geburten
1771 Todesfälle
Menschen aus Mendrisio
Schweizer römisch-katholische Nonnen
Ursulinen
Schweizer des 18. Jahrhunderts
Römisch-katholische Nonnen aus dem 18. Jahrhundert

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