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Gabelhalsflasche
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Datei:Portrait Head Bottle MET 82.1.28.jpeg|mini|hochkant|Porträtgefäß der Moche-Kultur, 300–600
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[h4] Datei:Portrait Head Bottle MET 82.1.28.jpeg|mini|hochkant|Porträtgefäß der Moche-Kultur, 300–600
Datei:Chavín - Stirrup-spout Vessel with Ridged Surface - Walters 482861.jpg|mini|hochkant|Gabelhalsflasche der Chavín-Kultur, 900–200 v. u. Z.
Als '''Gabelhalsflasche''' bezeichnet man in der Archäologie ein flaschenartiges Behälter|Gefäß aus Keramik mit einem charakteristischen Tülle (Ausguss)|Ausguss, der wie eine zweizinkige Gabel geformt ist. Dieser dient auch als hohler Henkel (Griff)|Henkel.Glossar: ''Gabelhalsflasche.'' In: Antje Gunsenheimer, Ute Schüren: ''Neue Fischer Weltgeschichte.'' Band 16. ''Amerika vor der europäischen Eroberung.'' Frankfurt am Main 2016. ISBN 978-3-10-010846-3. Es ist die typische Form von Ritualgefäßen im Anden#Zentralanden|zentralen Andenraum, die über rund 2500 Jahre von vor 1000 v. u. Z. bis zur Kolonialismus|Kolonialzeit hergestellt wurden.Joanne Pillsbury: ''Porträtgefäße.'' In: Werner Rutishauser (Hrsg.): ''Moche. 1000 Jahre vor den Inka.'' München 2023. Da die Form des hohlen Henkels auch einem Steigbügel (Reiten)|Steigbügel gleicht, wird der Behälter auch als ''Steigbügelgefäß'' (
== Gabelhalsflaschen der Moche ==
Die Gefäße der Moche-Kultur wurden sowohl als Massenware, als auch als feine Einzelstücke angefertigt. Die frühesten Exemplare waren handmodelliert, während um die Mitte des ersten Jahrtausends gebrannte Model (Form)|Modeln als Form für Serienanfertigungen dienten, die aber oft individuell bemalt wurden. Herausragend waren die meist 40 bis 50 Zentimeter hohen Gabelhalsflaschen, die nicht für den häuslichen Gebrauch bestimmt waren. Sie haben plastische Dekorationen oder sind vollplastisch in Form von Figuren- und Porträtgefäßen gestaltet. Abgebildet wurden Pflanzen, Tiere, Mischwesen, Menschen oder auch Objekte wie Gebäude. Zu den szenischen Darstellungen gehören Erotik|erotische Abbildungen von Sexualpraktiken. Die Gefäße der jüngeren Phasen der Kultur zeigen aber auch feine Strichbemalungen mit oder anstelle von plastischen Dekorationen.''Moche-Keramikdarstellungen und ihre Interpretation.'' In: Antje Gunsenheimer, Ute Schüren: ''Neue Fischer Weltgeschichte.'' Band 16. ''Amerika vor der europäischen Eroberung.'' Frankfurt am Main 2016. ISBN 978-3-10-010846-3. S. 324, 328. Details der Bemalung wurden manchmal nach dem Keramik#Der Brennprozess|Brennen aufgetragen.
Die naturgetreuen Porträtdarstellungen der Kultur der Moche sind in Altamerika einzigartig. Die Gefäße wurden nach vermutlich zeremonieller Verwendung den Gräbern der Oberschicht beigegeben. Sie stellten jedoch nicht die Begrabenen dar. Das Bildnis „Cut Lips“ (übersetzt ''Narbenlippe'') wurde um das Jahr 500 auf mehr als vierzig verschiedenen Gabelhalsflaschen dargestellt.Joanne Pillsbury: ''Gabelhalsflasche in Form eines Porträtkopfs (sog. Cut Lip).'' In: Werner Rutishauser (Hrsg.): ''Moche. 1000 Jahre vor den Inka.'' München 2023. S. 36 f.
== Gabelhalsflaschen anderer Kulturen ==
Ältere Gabelhalsflaschen wurden in der Cupisnique-Kultur|Cupisnique- (1200–500) bzw. in der Chavín-Kultur (900–200 v. u. Z.) angefertigt, zu den jüngsten gehören die der Chimú-Kultur (1250–1470).
== Literatur ==
* Werner Rutishauser (Hrsg.): ''Moche. 1000 Jahre vor den Inka.'' München 2023. ISBN 978-3-7774-4127-6.
== Weblinks ==
== Belege ==
Kategorie:Präkolumbische Kunst
Kategorie:Flüssigkeitsbehälter
Kategorie:Keramikgefäß
Kategorie:Archäologischer Fachbegriff
Kategorie:Archäologischer Fund (Altamerika)
Kategorie:Archäologischer Fund (Peru) [/h4]
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